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Plön Beeren stabilisieren das Geschäft
Lokales Plön Beeren stabilisieren das Geschäft
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06:00 23.07.2019
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Anabelle Kweseleit und Tochter Jaylinn pflücken auf dem Hof Moorhörn in Passade bei Probsteierhagen die süßen Früchte. Quelle: Ulf Dahl
Passade

Während die Erdbeerernte in Schleswig-Holstein zum Großteil abgeschlossen ist, können Himbeeren wohl noch bis Anfang August geerntet werden. Das regionale Sommerobst wird vielfach direkt vermarktet, einige Betriebe bieten die Früchte auch zum Selbstpflücken an.

So etwa in Passade in der Probstei: 12527 Meter Himbeersträucher stehen auf den Feldern von Hauke und Gaby Klindt auf Hof Moorhörn. Gerade jetzt in den Sommerferien streifen Familien mit Eimern, Schüsseln und Körben ausgestattet durch die Reihen. Die Devise scheint: eine in den Mund und eine in den Behälter. „Ganz sarkastisch gesagt, kommen die Leute hier her, um für uns zu arbeiten“, sagt Landwirt Hauke Klindt mit Blick auf die eifrigen Selbstpflücker.

Dieter Lischka, der an diesem Tag mit seinen Töchtern zum Beerenernten gekommen ist, sagt: „Ich kann genau aussuchen, welche Früchte ich haben will – und das schmeckt dann natürlich besser. Ist doch klar.“

Eismanufaktur "Packeis" aus Kiel wird von Familie Klindt beliefert

In dem Hofladen von Familie Klindt zeigt sich, wie vielfältig einsetzbar die kleinen Beeren sind. Neben Marmelade können hier auch Sirup, Essig und Likör eingekauft werden. Vor Ort gibt es selbst gebackene Torten, Kaffee und neuerdings auch „Packeis“. Seit diesem Jahr arbeitet der Hof mit der Eismanufaktur aus Kiel zusammen und beliefert sie mit Himbeeren und Erdbeeren. Auch die Früchte für das Kieler-Woche-Eis sind auf dem Hof gewachsen.

Auch Kirschen können geerntet werden

Neben Himbeeren, die im Land laut Statistikamt Nord auf rund 70 Hektar angebaut werden, sind auch schon Kirschen reif. Kirschbäume stehen in Schleswig-Holstein auf etwa 100 Hektar Anbaufläche. Während bei den Süßkirschen derzeit die letzten Sorten reif sind, beginnt die Ernte der Sauerkirschen erst Ende Juli. Wer nicht dazu kommt, jetzt Beeren zu pflücken, kann also noch die Steinfrucht vom Baum holen. Die Erdbeerernte in Schleswig-Holstein neigt sich hingegen dem Ende zu. Das Statistikamt erwartet, dass 2019 rund 7300 Tonnen der roten Sommerfrucht geerntet werden, die auf einer Fläche von etwa 883 Hektar angebaut wird.

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Solche Kooperationen und das Hofcafé sind wichtig für Familie Klindt, denn die Himbeere ist kein Selbstläufer. „Wenn jemand an einer Erdbeere vorbeifährt, hält er sofort an und kauft sich welche. Bei Himbeeren ist das anders. Da muss man ein Erlebnis schaffen.“, sagt Hauke Klindt. Den wichtigsten Vorteil gegenüber der Erdbeere hat er sofort parat: „Man muss sich nicht bücken, um sie zu ernten.“

1995 hat die Familie mit dem Himbeeranbau begonnen. Zusätzlich zur konventionellen Landwirtschaft sollten die roten Früchte ein weiteres Standbein des Hofes werden. Der Plan ging auf. „Früher war die Aufteilung gedrittelt. Ein Drittel der Einnahmen kamen aus dem Viehbetrieb, ein Drittel aus dem Bereich Ackerbau, und ein Drittel vom Himbeerfeld“, erzählt Klindt.

Rezept: Himbeergrütze nach Landfrauenart

In einer Portion Grütze mit Milch steckt auch immer ein wenig Kindheit. Damit es genauso wie früher schmeckt, verrät die Vorsitzende des Landfrauenvereins Kirchbarkau, Dorothea Storm (52), ihr Grütze-Rezept.

Zutaten: 500 Gramm Himbeeren oder andere Beeren / 40 Gramm Speisestärke / 500 Milliliter roter Saft (wenn möglich Himbeere, sonst rote Johannisbeere) / Zucker nach Belieben

Himbeeren vorsichtig waschen, abtupfen und an die Seite stellen. Speisestärke und einige Esslöffel des Saftes in einem Gefäß verrühren, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind. Den restlichen Saft in einem Topf auf dem Herd aufkochen lassen, das Stärke-Saft-Gemisch hinzugeben und unter ständigem Rühren köcheln lassen, bis es andickt. Die Himbeeren werden nicht mitgekocht. Stattdessen wird die heiße Masse über die Früchte gegeben. So verkochen die empfindlichen Himbeeren nicht. Kirschen oder andere festere Beeren können kurz mit aufgekocht werden. Nach Belieben mit Zucker süßen. Dann kalt werden lassen. Damit sich auf der Grütze keine Haut bildet, kann sie im heißen Zustand mit Frischhaltefolie abgedeckt werden. In Schleswig-Holstein wird die Grütze mit Milch gegessen. Sie schmeckt aber auch mit Vanillesauce, Joghurt oder Eis.

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Heute stammt die Hälfte der Einnahmen von den Beeren. Weniger wichtig werden Viehwirtschaft und Ackerbau dadurch nicht, denn sie stabilisieren die Einnahmen, wenn die Himbeerernte mal schlecht ausfällt. „2017 war es zu nass für die Beeren, 2018 zu trocken. Dieses Jahr ist es gut. Da muss man einen Teil der Einnahmen als Polster für schlechtere Jahre aufheben“, sagt Klindt.

Himbeeren zum Selbstpflücken gibt es auch auf Hof Moorhörn in Passade.

Das Wetter ist dieses Jahr gut für die Himbeeren

Die Witterung sei für Beeren weniger problematisch als im Vorjahr, so Daniela Rixen, die Sprecherin der Landwirtschaftskammer. „Allgemein hatten die Beerenobstbetriebe in diesem Jahr in erster Linie mit den Spätfrösten Schwierigkeiten. Dafür gab es nicht so starke Probleme mit Niederschlag.“ Die milden Temperaturen der letzten Wochen hätten sich positiv auf die Früchte und die Ernte ausgewirkt.

Von Kerstin Tietgen und Jördis Früchtenicht

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