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Plön Nichts geht mehr im Kindergarten
Lokales Plön Nichts geht mehr im Kindergarten
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17:55 16.03.2014
Von Andrea Seliger
Frustrierte Eltern und betroffene Großeltern versammelten sich gestern vor dem Kindergarten im Fernsichtweg, um den Träger zur Rede zu stellen. Quelle: Seliger
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Schwentinental

„Es sind katastrophale Zustände. Ich bin froh, dass ich meine Eltern hier habe“, sagt Elternsprecherin Grit Ackermann. „Wenn das so weitergeht, bin ich meinen Job bald los“, befürchtet eine andere Mutter. Eine Mini-Demo aus Eltern, Kindern und Großeltern zog gestern zum Haus der Kirche, wo Vertreter der Kirchengemeinde, der Stadt Schwentinental und des Kirchenkreises eine Krisensitzung abhielten. Die Eltern vermuten hinter den Problemen der Kita-Mitarbeiterinnen einen Konflikt mit Pastor Fredt Winkelmann, der im August seinen Dienst in Raisdorf antrat und seitdem für den Kindergarten zuständig ist.

 In der Einrichtung werden knapp 160 Kinder betreut. Sie verteilen sich auf drei Häuser: das Hauptgebäude in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße, den Neubau im Fernsichtweg am Haus der Kirche sowie eine kleine Gruppe in Rosenfeld (Gemeinde Rastorf), die aber weniger betroffen ist.

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 Die Eltern kritisieren auch die schlechte Informationspolitik des Trägers – zeitweise sei nur per Zettel an der Tür informiert worden, dass eine Gruppe geschlossen sei. Zudem habe es morgens Anrufe gegeben, die Kinder sollten möglichst zu Hause bleiben.

 „Die Situation hat sich über einen längeren Zeitraum entwickelt“, erklärte Propst Matthias Petersen auf Anfrage unserer Zeitung. Er berichtete, Pastor Winkelmann habe nun von sich aus angeboten, die Aufgabe abgegeben, um den Konflikt zu entschärfen. Ab Montag werde Pastorin Gertrud Schäfer vom Kirchenkreis Plön-Segeberg die Aufsicht übernehmen und vor Ort sein.

 Um die Personalnot zu mildern, sollen außerdem Mitarbeiter aus anderen kirchlichen Kitas nach Raisdorf geholt werden. Der aktuelle Notdienst wird unter anderem von Müttern und einer Zeitarbeitsfirma aufrechterhalten. Der Kirchengemeinderat habe zudem beschlossen, den Kirchenkreis um Übernahme der Trägerschaft zu bitten, so Petersen. Der Kirchenkreis wird sich übernächste Woche mit dem Thema befassen.

 Befragte Kita-Mitarbeiterinnen verwiesen auf ihre Schweigepflicht, bestätigten aber, es handele sich um vielschichtige Konfliktebenen in Bezug auf Pastor Winkelmann. Angesichts der gefundenen Lösung seien sie „vorsichtig optimistisch“.

 Von der Kirchengemeinde Raisdorf war gestern keine Stellungnahme zu erhalten.