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Plön Im Express-Tempo vorbei
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06:00 13.11.2013
Von Andrea Seliger
Sollten die Pläne der LVS umgesetzt werden, halten in Preetz und Raisdorf (Foto) nur noch die langsamen Züge nach Lübeck. Der schnelle Regionalexpress fährt an den beiden größten Städten des Kreises Plön vorbei. Richtung Kiel gibt es Ersatz durch den City-Express.
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Schwentinental/Preetz

In Schwentinental hat dieser Plan bereits zu Protest geführt: Der Grünen-Stadtvertreter Andreas Müller brachte eine Resolution in den Verkehrsausschuss ein, der die Mitglieder einstimmig folgten. Darin wendet sich die zweitgrößte Stadt des Kreises Plön gegen die Abkopplung von der schnellen Zugverbindung. „Im Gegensatz zu den in Aussicht gestellten Verbesserungen auf der Strecke würde sich die Situation in Schwentinental markant verschlechtern und die Bahnfahrzeiten sich teilweise deutlich verlängern“, heißt es darin. Die für den Fahrplan zuständige Landesweite Verkehrs-Servicegesellschaft (LVS) wird aufgefordert, die Planungen zu überarbeiten.

 Wie berichtet, soll es ab 2016 drei Linien auf der Strecke Kiel-Lübeck geben. Zum einen die stündliche Regionalbahn, die wie bisher an allen elf Bahnhöfen hält, inklusive Elmschenhagen, Raisdorf und Preetz. Dazu der Regionalexpress, der dann nur noch 55 Minuten zwischen zwischen Kiel und Lübeck braucht, aber nicht mehr in Raisdorf und Preetz, sondern nur noch in Plön, Malente und Eutin halten wird. Die 55 Minuten müssten eingehalten werden, damit die Anschlüsse in Kiel und Lübeck erreicht werden können, so Dennis Fiedel von der LVS. Jeder Halt koste aber einige Minuten Zeit. Zudem sei ein Teil der Strecke immer noch eingleisig, die Möglichkeit der Zugbegegnung also begrenzt. Zwischen Preetz und Kiel, dem Teilstück mit dem höchsten Verkehrsaufkommen von 4510 Personen täglich, soll aber der neue City-Express verkehren, der dann auch in Raisdorf und Elmschenhagen Halt macht. Um diese Planung zu ermöglichen, soll die Strecke in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.

 Dass sich dadurch die Anbindung von Schwentinental und Preetz Richtung Osten verschlechtert „ist die Kehrseite der Medaille“, so Dennis Fiedel von der LVS. Es werde noch versucht, für Preetz eine andere Lösung zu finden. Nach den Zahlen der LVS stiegen im vergangenen Jahr täglich 339 Menschen in Raisdorf ein, um nach Kiel zu fahren. 168 Personen nahmen den Zug Richtung Lübeck, die meisten davon aber nur bis Preetz. Von dort aus gab es im vergangenen Jahr im Durchschnitt täglich 818 Fahrgäste Richtung Kiel, 297 Preetzer nutzten die Verbindung Richtung Lübeck.

 In Preetz sieht man die Pläne denn auch etwas gelassener. Die halbstündige Anbindung der größten Stadt im Kreis an die Landeshauptstadt bleibe durch Regionalbahn und City-Express sichergestellt, stellte Bürgermeister Wolfgang Schneider klar. „Es ist durchaus verständlich, wenn die Bahn für die schnelle Verbindung zwischen Kiel und Lübeck eine wirtschaftliche Entscheidung getroffen hat. Die Pendlerströme aus Preetz Richtung Plön und Lübeck sind nach neuen Zählungen eben auch nicht so hoch“, erklärte er. Erst in diesem Jahr sei die halbstündige Anbindung an die Hansestadt eingerichtet worden. Eine Rückkehr auf eine nur stündliche Verbindung nach Lübeck dürfte denn auch vergleichsweise wenige Bahnkunden betreffen.