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Plön Baumpflege im Schlossgarten
Lokales Plön Baumpflege im Schlossgarten
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20:19 12.08.2019
Von Dirk Schneider
Der Baumpfleger Jens Scheunemann bringt mit der Kettensäge die amerikanische Eiche in Form, die vor dem Prinzenhaus im Plöner Schlossgarten steht. Quelle: Dirk Schneider
Plön

In sechs Wochen sollen die Arbeiten abgeschlossen und die seit Monaten für Spaziergänger gesperrten Wege wieder freigegeben werden. Auslöser der Maßnahme war eine Begehung des Schlossparks im Spätherbst vergangenen Jahres, bei der die 280 Linden der Wasser- und der Nübelallee für die Aktualisierung des städtischen Baumkatasters erfasst werden sollten. Dabei fiel den Mitarbeitern des Umweltamts der schlechte Zustand einiger Linden auf. Davon zeugten auch übermäßig viele abgestorbene Äste, die in den Herbststürmen als Windbruch auf den Boden gefallen waren. Aufgrund des offensichtlich gewachsenen Gefährdungspotenzials veranlasste die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) als Eigentümerin des Prinzenhauses und des historischen Schlossgartens eine Prüfung der Verkehrssicherheit. Ergebnis des Gutachtens war eine sofortige Sperrung zum Jahresbeginn 2019.

In der Folge erstellte ein Baumkontrolleur ein Handlungskonzept, um die Verkehrssicherheit kurzfristig wiederherzustellen und den Erhalt der über 280 Jahre alten Linden langfristig zu gewährleisten. „Alle Bäume müssen baumpflegerisch bearbeitet, aber kein einziger Baum muss gefällt werden“, fasst DSD-Sprecher Thomas Mertz die anstehenden Arbeiten zusammen.

Markante Solitärbäume

In der ersten Etappe seien die wenigen Linden östlich des Prinzenhauses an der Grundstücksgrenze zur alten Schlossgärtnerei überarbeitet worden, erklärte Jens Scheunemann. In dieser Woche stünde die Pflege der markanten Solitärbäume auf dem Programm. So wurde am Montag die Krone der amerikanischen Eiche nordöstlich des Prinzenhauses eingekürzt. Der von einer Pilzerkrankung befallene Baum war im Sommer 2013 aus heiterem Himmel auseinandergebrochen. Das kreuz und quer auswuchernde Geäst, das mit speziellen Seilen gesichert wurde, solle mit einem neuen Schnitt in eine natürlichere und vor allem stabilere Baumform gebracht werden, so Scheunemann.

Noch mehr Aufmerksamkeit bekomme eine besonders wertvolle Blutbuche, die vom Riesenporling, einem holzzerstörenden Pilz, befallen sei. Nach einem behutsamen Entlastungsschnitt, sollen sich Spezialisten um den Schadpilz kümmern. Der werde in den kommenden fünf Jahren mehrfach mit einem verifizierten Antagonisten beimpft. Der Parasit solle den Riesenporling derart schädigen, dass dessen Holzabbau in der Blutbuche geschwächt oder sogar gestoppt werden könne, sagt Mertz.

Die eigentliche Sanierung der Alleen werde in der kommenden Woche beginnen, sagt Scheunemann. Bei vielen Linden reichten das Entfernen des Totholzes sowie einige Entlastungsschnitte aus, sagt Scheunemann. Zudem sollten stärke Schnittmaßnahmen durch den Einbau von Kronensicherungen vermieden werden.

Einige Bäume müssen besonders stark eingekürzt werden

Doch leider sei der aktuelle Zustand einzelner Bäume so schlecht, dass manche Baumkronen aus Verkehrssicherheitsgründen relativ stark eingekürzt werden müssten, sagt Mertz. So könnten einige Linden wohl nur noch als Hochstubben mit der Funktion eines Totholzbiotops erhalten bleiben. „Diese stärker eingreifenden Schnittmaßnahmen werden vom behördlichen Artenschutz begleitet“, betont Mertz. Damit wolle man auch möglichst langfristigen Erhalt der Habitatbäume für Vögel und Fledermäuse sicherstellen. Die Gesamtkosten für Baumpflegearbeiten beziffert Mertz auf voraussichtlich rund 75000 Euro. Die Wege sollen abschnittsweise für den öffentlichen Zugang wieder freigegeben werden.

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