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Plön Der Sporthalle droht der Abriss
Lokales Plön Der Sporthalle droht der Abriss
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17:41 30.08.2019
Von Anja Rüstmann
Die Sporthalle der Schule am Schiffsthal ist einsturzgefährdet und deshalb zurzeit geschlossen. Der Schulverband soll, so empfiehlt es der Hauptausschuss, Ende September beschließen, dass sie für 300.000 Euro abgerissen wird. Quelle: Anja Rüstmann
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Der Hauptausschuss empfiehlt dafür einstimmig, die Abbruchkosten in Höhe von 300.000 Euro im Haushaltsplan fürs nächste Jahr zu berücksichtigen. Gründe für einen Neubau sieht er nicht.

Bei Voruntersuchungen für eine Sanierung der Sporthalle stießen Architekten und Planer auf das marode Dach (wir berichteten) mit erheblichen statischen Mängeln. „Es besteht akute Gefahr für die Personen im Gebäude“, steht im Bericht. Sofort wurde die Halle gesperrt, sogar die Schlösser wurden vorsichtshalber ausgetauscht. „Keiner kann die Verantwortung übernehmen“, sagt Plöns Bürgermeister Lars Winter, der auch Schulverbandsvorsteher ist. Deshalb schlagen zwei Herzen in seiner Brust. Als Bürgermeister denkt er an die Sportvereine der Stadt, die jetzt nicht mehr in der Halle trainieren können. Als Schulverbandsvorsteher muss er erkennen, dass der Schulsport in der Dreifeldsporthalle am Schiffsthal stattfinden kann. Der Verband ist allerdings nicht zuständig für das Wohl der Sportvereine.

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Komplette Sanierung ist unwirtschaftlich

Eine komplette Sanierung, da sind sich alle einig, ist unwirtschaftlich. Die würde rund vier Millionen Euro kosten. Abbruch und Neubau einer vergleichbaren Halle schlagen geschätzt mit 4,64 Millionen Euro zu Buche. Dem Hauptausschuss des Schulverbandes empfahl Winter den Abriss. Auf dem Grundstück könnte ein Schulneu- beziehungsweise -anbau geplant werden, sagte er während der Ausschusssitzung. In Folge könnten die zurückliegenden Schulbauten der Gemeinschaftsschule, die sehr unterhaltungsaufwendig sind, weggenommen werden. Dort wäre vielleicht Platz für eine neue Turnhalle. „Darüber müsste man dann nochmal nachdenken.“ Gernot Menzel (CDU) hat andere Ideen für das Grundstück, auf dem noch die Turnhalle steht. Er denkt an eine neue Verkehrsführung im Schiffsthal und vielleicht eine Verlegung des Busparkplatzes. Doch das ist alles Zukunftsmusik. Ausschussvorsitzender Thomas Menzel (SPD) will das alles in Ruhe diskutieren und Bedarfe ermitteln.

Fakt ist, dass die ursprünglich geplante Sanierung der Sporthalle, deren Voruntersuchungen das Dilemma zu Tage brachten, gestoppt wurde. Die bereits reservierten 686.000 Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderungsfonds fließen zurück in den Topf des Bundes. Insgesamt hätte die ursprünglich geplante Sanierung 980000 Euro gekostet.

Zusätzliche Hallenzeiten bei der MUS und dem Gymnasium

Inzwischen konnte die Stadt Plön aber einiges für die obdachlosen Sportvereine und den Musikzug, der im Untergeschoss sein Domizil hat, bewegen. Im Moment behelfen sich die Vereine untereinander. „Wir haben zusätzliche Hallenzeiten von der Marineunteroffizierschule (MUS) und dem Gymnasium bekommen“, berichtet Winter. Jetzt muss ein neuer Hallenplan aufgestellt werden, wer wann und wo turnen kann. Entsprechend müssen auch die Sportgeräte dann verteilt werden. Und dank der Hilfe von MUS und Gymnasium schätzt er, dass rund 90 Prozent aller sportlichen Angebote untergebracht werden können. Der Druck für die Stadt, eine neue Halle zu bauen, sei somit geringer, und er hofft, die Sportvereine sehen das ebenso.

Derweil haben der Musikzug und die Heilsarmee Kontakt miteinander aufgenommen, denn die Musiker dürfen im zurzeit leerstehenden Seehof unterkommen. Ein Angebot kommt außerdem von der MUS, die die Räumlichkeiten der Kapelle auf dem Kasernengelände anbietet. Nach Lösungen wird noch für die Hausmeister der Schule gesucht, denn auch sie haben in der Turnhalle ein Lager.

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