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Plön Ein kleiner Umweg zur Ausbildung
Lokales Plön Ein kleiner Umweg zur Ausbildung
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14:13 05.07.2018
Von Anja Rüstmann
Siegfried Lamp (18, rechts) beginnt am 1. August seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker bei der Firma Willy Fick. Firmeninhaber Jochen Wichmann freut sich. Quelle: Anja Rüstmann
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Plön

Jochen Wichmann, Inhaber der Heizungs- und Sanitärfirma Willy Fick, stellt ihn ein. In Zeiten, wo es schwer ist, den Nachwuchs für das Handwerk zu begeistern, ist das auch für die Firma ein Gewinn.

Die Note, die auf dem Hauptschul-Abschlusszeugnis vor einem Jahr stand, ist nicht gut. Bewerbungen hat Siegfried Lamp gar nicht erst geschrieben. Einen echten Traumberuf hat er auch nicht. „Ich weiß nur, dass ich gerne etwas Handwerkliches machen möchte, etwas, was ich zu Hause anwenden kann“, erzählt der junge Mann. Ein Fall für Berufsberater Uwe Kliesow von der Agentur für Arbeit. Und der vermittelte ihn ans Forum für berufliche Bildung und Qualifizierung (FBQ) der Kreishandwerkerschaft Ostholstein/Plön.

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Zehn Monate kann diese Maßnahme dauern, maximal 35 Teilnehmer werden aufgenommen. Ivonne Herzog, Teamleiterin beim FBQ, erklärt, dass den Jugendlichen hier eine neue Chance geboten wird. „Wir sind keine Schule, wir versuchen die jungen Leute ans Arbeitsleben heranzuführen“, sagt sie. Teamarbeit, Zeitmanagement, Kalkulation stehen auf dem Plan, praktisch angewandt in den Berufsfeldern Lager/Handel und Hotel-/Gaststättengewerbe. Aber auch Informationen über Berufe gibt es, wie man Bewerbungen schreibt oder telefoniert, sich Praktika sucht, Vorstellungsgespräche werden geübt. Ein Tag in der Woche steht die Berufsschule auf dem Stundenplan – mit der Möglichkeit, seine Noten zu verbessern.

Das Mathematische liegt Siegfried Lamp. In dem Fach hat er jetzt eine 2. Und das beeindruckt auch Jochen Wichmann, denn für den Beruf des Anlagenmechanikers Sanitär/Heizung/Klimatechnik (Handelsfeld Wassertechnik) ist Mathe wichtig. Beim Praktikum im Betrieb stimmte dann nicht nur die Chemie, die Gesellen gaben auch gute Rückmeldungen. Der 18-Jährige startete ein längeres Praktikum, das jetzt in den Ausbildungsvertrag mündet.

Dreieinhalb Jahre wird die Ausbildung dauern. „Bewerbungen hatten wir schon länger nicht mehr“, sagt Gabriele Wichmann, deren Vater 1971 den Betrieb gründete. Die Arbeit ist in den vergangenen Jahren anspruchsvoller geworden, die Auftragsbücher sind voll. Aber der Nachwuchs fehlt. „Das wird ein Problem“, sagt Wichmann. Kunden müssen warten, bis ein Termin gemacht werden kann.

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