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Plön Pfadfinder feiern ihren 20. Geburtstag
Lokales Plön Pfadfinder feiern ihren 20. Geburtstag
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11:22 22.08.2019
Von Anja Rüstmann
Die Plöner Pfadfinder vom Stamm „Seeschwalben“ laden zum Tag der offenen Tür auf die Pfadfinderwiese am Schöhsee ein und heißen am 1. September alle Plöner willkommen. Quelle: Anja Rüstmann
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Plön

Sie können mit einem Kompass umgehen, kennen sich in der Natur aus, wissen, wie man Feuer macht und erkennen im Wald an der bemoosten Seite der Baumstämme, wo Westen ist. Und noch viel, viel mehr. Pfadfinder sind offensichtlich plietsch. Sie halten zusammen und haben viel Spaß miteinander. In Plön gibt es den Stamm der „Seeschwalben“, in dem zurzeit etwas mehr als 100 Kinder und Jugendliche aktiv sind. Sie treffen sich wöchentlich zu Gruppenstunden. Und am Sonntag, 1. September, haben sie Grund zu feiern: den 20. Geburtstag der „Seeschwalben“.

Holzunterstände und Klettergerüst werden saniert

Auf der Pfadfinderwiese am Schöhsee, mitten im Wald, trudeln an diesem Nachmittag immer mehr Kinder und junge Leute in den typischen grünen Hemden und grün-gelben Halstüchern ein. Auf der großen Lichtung zwischen Osterfriedhof und Kleingartenanlage ist richtig was los. Längst nicht alle sind zur Gruppenstunde gekommen. Viele müssen kräftig schuften. Denn an den Holzhütten ist noch viel zu tun. Der Zahn der Zeit hat ordentlich Spuren hinterlassen, in diesem Jahr starteten die „Seeschwalben“ eine aufwendige Sanierung. Bis zur Geburtstagsfeier soll alles fertig sein.

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Samuel Pörksen und Tom Pintzke schrauben in luftiger Höhe weitere Griffe an die Kletterwand, Stammesleiter Markus Kuster arbeitet am Geländer für den Turm. Das alte war morsch. Es wird gehämmert und gebohrt. Andreas Lepenies, Prediger der Gemeinschaft der evangelischen Kirche in Plön, greift zur Gitarre und schlägt einen anderen Takt an. Die Gemeinschaft ist Träger der Plöner Pfadfinderarbeit, und natürlich gehören biblische Geschichten und Fahrtenlieder zu einer Gruppenstunde. Bei „Heute hier, morgen dort“ stimmen die Kinder und die Mitarbeiter mit ein. Den Baugeräuschen zum Trotz.

Lepenies erinnert sich noch gut an die Anfänge der Pfadfinder in Plön. 1999 startete die erste Gruppe mit 80 Kindern. Auf der Wiese entstanden nach und nach die ersten Unterstände, um vor Wind und Wetter zu schützen. Inzwischen ist es ein Spiele- und Abenteuerparadies geworden. Selbst eine Seilbahn gibt es, auf der die Kinder Richtung See rutschen können. Ein Ofenhaus ist aufgebaut. Und die Reste eines Lagerfeuers zeigen, dass es hier auch gemütlich werden kann – natürlich bei Stockbrot.

Gottesdienst und Tag der offenen Tür

Das alles wollen die Plöner „Seeschwalben“ am 1. September den Plönern zeigen, sich bei Freunden und Förderern bedanken und gemeinsam den 20. Geburtstag feiern. Start ist um 11 Uhr mit einem Gottesdienst auf der Wiese. Mittags gibt es eine große Reispfanne. Der Förderverein der Pfadfinder, der seit 2010 existiert, sorgt für Pizza (natürlich aus dem Ofenhaus), Kuchen und Getränke. Eine Hüpfburg wird aufgebaut und eine Kistenrollenbahn, per Floß geht es auf den Schöhsee (Schwimmwesten gibt es von den Pfadfindern, an Badesachen müssen die Besucher selber denken).

In einem Zelt werden Bilder gezeigt – von den jährlichen Sommerlagern und anderen Aktivitäten, auch von dem Bauprojekt. Das verschlingt dieses Jahr rund 9500 Euro. Ohne die vielen Spenden und die Unterstützung von Stiftungen wäre das kaum zu stemmen gewesen.

Im Winter ziehen die Gruppen ins Gemeindehaus

Das große Holzschild am Eingang bekommt noch bis zur Geburtstagsfeier eine neue Ölung und frische Farbe, damit jeder sieht, dass hier die „Ev. Pfadfinderschaft PlönSeeschwalben“ zu Hause ist. Zumindest im Sommer ist sie hier auf der Wiese. Nach den Herbstferien ziehen die Kinder und Jugendlichen ins Gemeindehaus der Gemeinschaft in die Ulmenstraße 2 um und sind nicht mehr regelmäßig draußen.

In den 20 Jahren dürften es mehr als 600 Kinder gewesen sein, die Lepenies und seine Mitarbeiter zu Pfadfindern gemacht haben. „Wir wollen mit unserer Arbeit einen Akzent setzen gegen die Digitalisierung“, sagt Lepenies. Den Pfadfindern sind körperliche Betätigung, Achtsamkeit, Umgang mit der Natur und Wertschätzung des Lebens wichtig. „Aber wir sind keine zweite Schule“, betont der 57-Jährige. Auch wenn viel gelernt wird – von der Pflanzenkunde bis zur Ersten Hilfe, auch einen Messerführerschein machen die Pfadfinder. Und Sternenkunde steht ebenfalls auf dem Plan. Falls mal im Wald kein Moos an den Baumstämmen zu erkennen ist oder der Kompass versagt.

Hier sehen Sie weitere Fotos von den Pfadfindern:
Astrid Schmidt 21.08.2019
Anja Rüstmann 21.08.2019
Hans-Jürgen Schekahn 21.08.2019