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Plön Weniger Verletzte, aber viel mehr Tote
Lokales Plön Weniger Verletzte, aber viel mehr Tote
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17:19 26.04.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Zu sechs größeren Unfällen kam es 2018 an dieser Kreuzung in Schwentinental an der Kieler Straße/Klausdorfer Weg. Den Verkehrssicherheitsbericht für den Kreis Plön stellten (von links) Thomas Nesch und Sven Clausen von der Polizei vor. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Schwentinental

Für elf Menschen im Kreis Plön kam 2018 jede Hilfe zu spät: Sie kamen durch Verkehrsunfälle ums Leben. "Wir haben weniger Verletzte, aber dafür leider viel mehr Verkehrstote", unterstreicht der Leiter des Sachgebiets Verkehr, Polizeihauptkommissar Thomas Nesch bei der Vorstellung des aktuellen Verkehrssicherheitsberichtes. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 gab es nur fünf tödliche Unfälle. Eine Steigerung um 120 Prozent. Besondere Unfallschwerpunkte gibt es nicht: "Die Unfallorte sind bunt über das Kreisgebiet verteilt", so Nesch. Ein Unfall forderte gleich zwei Todesopfer: Ein 83-jähriger Autofahrer kam aus Unachtsamkeit in Laboe von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Dabei starben er und seine 80-jährige Beifahrerin. Tragisch auch ein Unfall bei Schwentinental, als ein mit vier Leuten besetztes Auto von der Fahrbahn abkam, auf ein Grundstück geriet und gegen einen dort geparkten Wagen prallte. Ein 18-Jähriger, der auf der Rückbank saß, kam dabei ums Leben. Auch ein 35-jähriger Motorradfahrer auf der B76 und ein 24-jähriger Fußgänger, der in der Dunkelheit auf der L52 von einem Auto erfasst wurde, gehören zu den Verkehrstoten 2018. Aber immerhin, so Nesch: "Im Jahr 2019 haben wir bis jetzt noch keinen Toten."

An 36 Prozent der Unfälle sind Tiere beteiligt

Etwas positiver: Die Zahl der Verletzten ist gegenüber 2017 um 6,5 Prozent zurückgegangen - von 722 auf 675 Verletzte. Auch die Gesamtzahl aller Verkehrsunfälle im Kreis ist 2018 um 1,5 Prozent gesunken und liegt bei 4099. Bei mehr als 80 Prozent dieser Unfälle handelt es sich um kleinere Verkehrsunfälle ohne Personenschaden und mit geringfügigen Ordnungswidrigkeiten. An rund 36 Prozent aller Unfälle sind Tiere beteiligt aus: 1484 Wildunfälle gab es.

Die drei Hauptunfallursachen im Kreisgebiet Plön bleiben wie in den Jahren zuvor unverändert, verrät Polizeioberkommissar Sven Clausen: "Vorfahrtsmissachtung, Fehler beim Abbiegen und nicht angepasste Geschwindigkeit". "Auch die Radfahrer beschäftigen uns wieder mehr", so Clausen. 2018 war ihm zufolge  jeder fünfte verunglückte Verkehrsteilnehmer ein Radler. 141 verletzten sich. 26 Unfälle davon passierten auf Pedelecs. Die Polizei registrierte als Unfallursache übrigens in zehn Fällen Alkohol- und Drogenmissbrauch.

56 Kinder unter 15 Jahre an Unfällen beteiligt

Auch die Unfälle, bei denen Kinder unter 15 Jahren beteiligt waren, sind gegenüber 2017 von 46 auf 56 mehr geworden - die dritthöchste Zahl der vergangenen zehn Jahre. Dafür gab es weniger Unfälle von Motorradfahrern, nämlich nur 70 (2017 waren es 88). Auch die Unfälle älterer Menschen sind zurückgegangen: 233 waren Menschen über 65 Jahren an einem Unfall beteiligt, 2017 waren es 242. Insgesamt wurden 138 Senioren verletzt, vier starben.

Insbesondere auf Alkoholmissbrauch und Temposünder will die Polizei noch stärker achten, betont Clausen. 56 Unfälle geschahen 2018 unter Alkoholeinfluss - damit ist die Zahl zum zweiten Mal in Folge angestiegen und hat den Höchststand der letzten zehn Jahre erreicht. Mit sechs Verkehrsunfällen unter Drogeneinfluss registrierten die Polizisten im Kreis immerhin fünf Unfälle weniger als im Vorjahr. Auch die strafbare Handynutzung am Steuer haben die Beamten protokolliert: In 125 Fällen wurden Fahrer kontrolliert, die während der Fahrt ihr Handy nutzten. 2017 waren es 53. Handynutzer fallen durch unachtsame Fahrweise auf und sind durchs Tippen abgelenkt. "Die Kollegen werfen da mittlerweile ein Auge mehr drauf", sagt Clausen.

Der vollständige Bericht ist auch im Internet einsehbar, zu finden ist er im Presseportal der Polizeidirektion Kiel.

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