Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Rangelei unter Rentnern vor Gericht
Lokales Plön Rangelei unter Rentnern vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:22 25.09.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Das Amtsgericht hatte es schwer, Licht in eine Rangelei zwischen zwei Rentnern zu bringen. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Plön

Der Staatsanwalt warf dem 79-jährigen Angeklagten vor, im Sommer 2017 seinen heute 80-jährigen Nachbarn mit einem Kantholz geschlagen und an der Stirn verletzt zu haben. Das bestritt der Senior entschieden vor Gericht. Er sei mit seiner Frau vom Einkaufen gekommen und habe vor den Garagen geparkt und den Kofferraum ausgepackt. Der 80-Jährige soll danach eine offen stehende Garagentür gegen seinen Wagen geschlagen und seine Frau an den Armen festgehalten haben. Er habe versucht, ihn wegzustoßen. Eine Art Nothilfe für seine Frau. Dabei sei der andere Rentner zweimal gestürzt. Einmal auf den Po, einmal wahrscheinlich auf das Gesicht. „Ich habe aber nicht zugeschlagen.“

"Dann hätte ich mich schon erschossen"

Das vermeintliche Opfer ließ bei den ersten Fragen des Richters aufhorchen. Ob er denn verwandt oder verschwägert sei mit dem Angeklagten, wollte der Vorsitzende wissen. Die Antwort: „Nein. Dann hätte ich mich schon erschossen.“ Im Laufe der Vernehmung rutschte ihm das Wort „Hanswurst“ für seinen Nachbarn heraus. Den Polizeibeamten verdächtigte er, im Protokoll einfach etwas dazu gedichtet zu haben, ohne sagen zu können, was denn eigentlich. Mehrmals ermahnte ihn der Richter. Er warf seinem Nachbarn vor, immer so zu tun, als ob ihm alles gehöre. Auch die Laube und das kleine Gartenstück, das er gemietet hat, gönne der ihm nicht. Der 80-Jährige, der zum Zeitpunkt des Geschehens 1,6 Promille Alkohol im Blut hatte, stellte sich als Opfer dar, das von der Frau und dem Mann angegriffen wurde. An einen Knüppel oder ein Kantholz könne er sich aber nicht erinnern. Auf die Frage des Verteidigers an den Zeugen, ob er häufig Alkohol trinke, sagte der: „Natürlich. Ist das verboten?“

Freund hatte 2,77 Promille Alkohol

Unterstützung erhielt er von einem 50-jährigen Freund, der das Geschehen verfolgt haben will. Dessen Alkoholpegel lag damals bei 2,77 Promille. Er beschrieb sehr wortreich, wie der Angeklagte auf sein Gegenüber mit dem Stück Holz geschlagen haben soll.

Dem Gericht gelang es nicht wirklich, Licht in das Geschehen zu bringen. Alle drei vorgetragenen Versionen unterschieden sich. Im Vorfeld hatte der Richter schon angeboten, das Verfahren ohne weitere Auflagen einzustellen. Das lehnte der angeklagte Rentner mehrmals ausdrücklich ab.

Verfahren ohne Auflagen eingestellt

Das Verfahren endete nach einem Rechtsgespräch der Beteiligten hinter verschlossener Tür. Zu einem Freispruch wollte sich der Richter nicht durchringen. Schließlich gab der Angeklagte zu, seinen Nachbarn zu Boden gebracht zu haben. Und schließlich gab es einen Verletzten. Er stellte das Verfahren aber ein. Die Kosten des Angeklagten trägt die Staatskasse. Der stimmte zu, wenn auch nur höchst widerwillig.

Mehr aus dem Kreis Plön lesen Sie hier.

Es ist zwar kein Vergleich mit dem Jahrhundertsommer 2018, dennoch ist Schönbergs Bürgermeister Peter Kokocinski mit der Saison 2019 sehr zufrieden. Er stellte den vorläufigen Bericht dem Wirtschaftsausschuss vor, betonte aber auch. „Da tut sich noch einiges, der September ist noch gut gebucht."

Astrid Schmidt 25.09.2019

Die Polizei sucht nach einem Autofahrer, der am Mittwochvormittag eine 15-jährige Mofafahrerin durch seine Fahrweise zu Fall gebracht hat. Der Unfall ereignete sich an der Kreuzung B76/Lütjenburger Straße.

Hans-Jürgen Schekahn 25.09.2019

Autofahrer dürfen Radfahrer im Verkehr nur mit einem Abstand von 1,50 Metern überholen. In der Hermann-Löns-Straße passiere das oft aber nicht, kritisiert Frank Lindemann aus Schwentinental. Doch in der Stadt tut sich einiges: Lokalpolitiker sind dran an einem neuen Radwegekonzept.

Sibylle Haberstumpf 25.09.2019