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Plön Vogelberg soll seinen Charme behalten
Lokales Plön Vogelberg soll seinen Charme behalten
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19:16 31.05.2018
Von Anja Rüstmann
Für den Bereich Vogelberg (Foto) und Rodomstorstraße soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Die Ratsversammlung beschloss außerdem eine Veränderungssperre. Quelle: Anja Rüstmann
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Plön

Der bauhistorisch wertvolle Siedlungscharakter soll erhalten werden. Die Anwohner dürfen zukünftig nur noch geordnet anbauen.

Auslöser war eine Bauvoranfrage von Kim Hasse aus dem Vogelberg, so Gernot Melzer (CDU). „Da sind wir aus dem Quark gekommen“, sagte er. Jede Menge Gespräche in den vergangenen Wochen liegen hinter dem Bauherrn und anderen Anwohnern. Im April war das Thema von der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses (SteU) abgesetzt worden, jetzt wurde es wieder beraten. Und das lockte fast 30 Zuschauer am Mittwochabend an, die ihrem Unmut Luft machten. Verhindern konnten sie nicht, dass der Bauvoranfrage ihres Nachbarn jetzt „das Einvernehmen nicht erteilt wird“.

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Das Quartier Vogelberg zwischen Rodomstorstraße und Langenbusch wurde Anfang der 50er-Jahre mit Einzel- und Doppelhäusern bebaut. Die haben rund 65 Quadratmeter Grundfläche. Die ursprünglichen Häuser zeichneten sich durch Schlichtheit und Funktionalität aus. Es gab eine Wohnung im Erdgeschoss sowie eine Einliegerwohnung im Dachgeschoss. Die Grundstücke dienten als Nutzgärten zur Eigenversorgung.

So schnuckelig das auch aussieht, es entspricht nicht mehr den heutigen Wohn- und Lebensansprüchen. Viele Erweiterungsbauten belegen das. Doch nun drohe eine baulich-planlose Veränderung des Gebietes, hieß es. Der Siedlungscharakter sei gefährdet. Ein Bebauungsplan soll eine geordnete städtebauliche Entwicklung ermöglichen.

„Die Nachbarschaft wird in Geiselhaft genommen, weil Sie nicht wollen, dass die Familie baut“, sagte ein Anwohner im SteU. Die Stimmung heizte sich nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen auf. Die Ausschussmitglieder verwahrten sich gegen die Unterstellung, versuchten richtig zu stellen, brachten Beispiele und Argumente, doch an vielen Anwohnern prallte das ab. Ungeduld machte sich breit. Gegen die Stimmen der CDU beschloss schließlich der Ausschuss, dass ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll. Damit beginnt ein langes Verfahren mit Bürgerbeteiligungen. Nur rund eine Stunde später entschied sich die Ratsversammlung, eine Veränderungssperre zu erlassen.

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