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Plön Prof. Reiner Hanewinkel: Sucht ist eine Belastung für Angehörige
Lokales Plön Prof. Reiner Hanewinkel: Sucht ist eine Belastung für Angehörige
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09:14 15.11.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Prof. Reiner Hanewinkel ist Sucht-Experte aus Kiel. Quelle: Frank Peter
Plön/Kiel

Nicht nur Suchtkranke, sondern auch ihre Angehörigen brauchen Unterstützung. Darüber spricht Sucht-Experte Reiner Hanewinkel, Professor für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er ist Mitglied des Wissenschaftlichen Kuratoriums der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen.

Welche psychischen Auswirkungen kann das Zusammenleben mit einem Suchtkranken auf Angehörige haben?

Vor allem für nahe Angehörige kann die Suchterkrankung eines Menschen zu einer schweren Belastung werden. Zum einen ist da die Sorge um die Gesundheit oder gar das Leben eines geliebten Menschen. Zum anderen ist das Zusammenleben mit einem süchtigen Menschen oft geprägt durch extreme Stimmungsschwankungen, Unzuverlässigkeit, liebloses und aggressiven Verhalten bis hin zu Ausbrüchen sexueller und anderer körperlicher Gewalt. Darüber können Geldsorgen, fehlendes Interesse an der Familie, häufige Abwesenheit von Zuhause und andere Probleme das Leben der Angehörigen stark beeinträchtigen.

Inwiefern leiden sie an der Sucht des anderen mit?

Angehörige schämen sich für Suchtproblem des Familienmitglieds, müssen Aufgaben übernehmen und isolieren sich von anderen Personen. Es gibt Schuldgefühle, etwas anders oder besser machen zu müssen, selbst verantwortlich dafür zu sein, nicht rechtzeitig aufgepasst zu haben. Oder auch Erschöpfungssymptome und - je nach den Konsequenzen des Konsums - körperliche und emotionale Schwierigkeiten.

Wie gefährdet sind Kinder von Suchtkranken?

Kinder von Suchtkranken haben ein bis zu sechsfach höheres Risiko für die spätere Entwicklung einer eigenen Suchterkrankung. Sie sind auch hinsichtlich anderer psychischer Störungen mit einem überdurchschnittlichen Risiko behaftet. Das geht einerseits auf angeborene Faktoren zurück, andererseits auf die Umwelt, in sie groß werden.

Inwiefern sollten Angehörige von Suchtkranken in die Behandlung einbezogen werden?

Mittlerweile ist unumstritten, dass Angehörige von Suchtkranken vielfache Unterstützung und Hilfe benötigen. Doch notwendige Hilfsangebote in der professionellen Suchtkrankenhilfe haben einen noch zu geringen Stellenwert. Der Grund dafür liegt in der nicht ausreichenden Finanzierung durch die Krankenkassen und Rentenversicherungen, die diese Zielgruppe bisher nur wenig berücksichtigen. In jüngster Zeit ist auch vonseiten der Versicherungsträger eine kleine Verbesserung zu beobachten.

Wie kann eine Selbsthilfegruppe Angehörigen von Suchtkranken helfen?

Suchen Angehörige Hilfe in Selbsthilfegruppen, so stehen sie im Mittelpunkt des Gesprächs. Sie sollen lernen, das Wesen der Sucht zu begreifen, eigene Verhaltensweisen zu überprüfen, sich selbst vor den Auswirkungen der Sucht zu schützen, neue Wege der Unabhängigkeit zu begehen. Die Genesung Angehöriger ist oft ein langer, schmerzlicher Lern- und Entwicklungsprozess, der nur in kleinen Schritten vollzogen werden kann und der durchaus mit der Genesung von Suchtkranken vergleichbar ist. Ziele der Selbsthilfegruppen sind das Aufheben der sozialen Isolierung, eine Reduktion der Scham- und Schuldgefühle durch Austausch mit anderen, die Entpathologisierung der mitunter ambivalenten Gefühle gegenüber dem Suchtkranken, der Austausch über Hilfesysteme und Unterstützung, eine emotionale Entlastung und das Austauschen von Tipps.

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