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Plön Kulinarik und Kultur im Restaurant
Lokales Plön Kulinarik und Kultur im Restaurant
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20:21 09.07.2019
Von Anja Rüstmann
Vor 20 Jahren eröffnete Mike Böse das Restaurant Alte Schwimmhalle am Schloss. Seit 17 Jahren gehört seine Lebenspartnerin Ute Becker zum Team. Quelle: Anja Rüstmann
Plön

Es heißt, dass einer der Prinzensöhne von Kaiser Wilhelm II., die Anfang des 20. Jahrhunderts in Plön erzogen wurden, gesundheitlich etwas angeschlagen war. Kaiserin Auguste Viktoria wollte ihm das Schwimmen im kalten Großen Plöner See ersparen. Deshalb wurde für ihn (und die Kadetten aus dem Schloss) eine Schwimmhalle im Schlossgebiet gebaut. Das war im Jahr 1909. Sie war gut beheizt, damit keiner frieren musste. Später lernten die Plöner Gymnasiasten hier schwimmen. 1994 wurde das Bad geschlossen. Fast fünf Jahre später, rund 90 Jahre nach der Einweihung, kaufte die Marius-Böger-Stiftung das Gebäude, das Kulturforum hielt 1999 Einzug, und im ehemaligen Heizungsraum im unteren Geschoss eröffnete Mike Böse das Restaurant Alte Schwimmhalle. Das hätte sich Prinz Joachim vermutlich nicht mal im Traum vorstellen können...

Damals roch es sehr nach Chlor

Ute Becker erinnert sich an die Schwimmhalle – aber nicht mit sonderlich guten Gedanken. „Es hat dort immer sehr nach Chlor gerochen“, sagt sie. Sie arbeitet viel lieber im Gebäude, als dass sie dort ihre Bahnen zog. Die Lebenspartnerin von Mike Böse managt den Service im Restaurant, gehört seit 2002 zum Team. Die gelernte Hauswirtschaftsleiterin wuchs auf der Prinzeninsel auf, wo ihre Großeltern und Eltern das Niedersächsische Bauernhaus betrieben. Von Chlor ist natürlich längst nichts mehr zu riechen, jetzt duftet es im Restaurant nach gutem Essen.

Mike Böse (58) war im Prinzenbad nie schwimmen. „Aber ich habe vor dem Gebäude auf der Reitbahn in den 80ern Fußball gespielt“, erzählt er. Als er viele Jahre später von seinem Sportsfreund Peter Jäger gefragt wurde, ob er in das Restaurant-Projekt mit einsteigen wolle, sagte er zu. Der ehemalige Lütjenburger hatte nach seinem Studium der Sozialpädagogik 1991 eine Kochlehre in Kiel im Damperhof begonnen und machte sein Hobby zum Beruf. Vom Hessenstein wechselte er dann nach Plön. Am 11. Juli 1999 eröffnete das Restaurant, seit gut 17 Jahren ist er alleiniger Inhaber und Pächter.

Zum 20. Geburtstag wird gefeiert

In 20 Jahren hat Böse aus dem Restaurant etwas Besonderes gemacht. Nicht nur durch sein gutes Essen. Nicht nur durch das stilvolle Ambiente (zu dem Restaurant gehört auch ein idyllischer, großzügiger Garten). Sondern auch, weil er die „Alte Schwimmhalle“ zu einem Musik-Restaurant machte. Jedes Jahr finden hier rund 20 Konzerte statt, schräg unter der ehemaligen Schwimmhalle rockt und soult es. Auch am Donnerstag, 11. Juli, wenn Mike Böse und Ute Becker den 20. Geburtstag des Restaurants mit ihren Kunden feiern wollen. Ab 20 Uhr hat die Hörbie Schmidt Band ihren Auftritt und Rock, Pop und Blues im Gepäck.

Die alten Musikinstrumente, die mal im Restaurant an den Wänden hingen, sind inzwischen verschwunden. Ausstellungen gibt es hier aber immer noch, aktuell sind es Bilder von Rudi und Anne Gaspary. Oft werden Werke mit Bezug zur Musik gezeigt, Tango war mal ein Thema, und Klaus-Dieter Schweitz stellte Musikerporträts aus. An den ehemaligen Technik- und Heizungsraum erinnert eigentlich gar nichts mehr. Wo einst der Ofen stand, befindet sich seit 20 Jahren der Tresen. Und die Stahlträger, die vermeintlich die Decken stützen, weil früher oben drüber das Schwimmbecken lastete, sind eigentlich nur aus optischen Gründen eingezogen. Denn das (inzwischen ja leere und abgedeckte) Becken befindet sich gar nicht direkt über dem Restaurant.

Treue Gäste, Touristen und Prominenz

Mike Böse hat viele Gäste, die ihm seit Beginn die Treue halten. Viele Touristen nehmen Platz im Jugendstil-Gebäude. Und der Adel? „Den hatte ich früher eher im Hessenstein zu Gast“, plaudert Böse aus. In der Alten Schwimmhalle bekochte er einige berühmte Politiker oder Schauspieler, die sein Essen bestimmt königlich fanden. „Hier sollen sich alle wohlfühlen“, sagt er, bietet aber auch Catering an. Eine besondere Kundin wird liebevoll „Oma“ genannt. Die lässt sich täglich und exklusiv von ihm im Pflegeheim beliefern...

Hier sehen Sie weitere Bilder vom Restaurant Alte Schwimmhalle:
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