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Plön Anwohner fühlen sich von Krähen gestört
Lokales Plön Anwohner fühlen sich von Krähen gestört
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13:41 22.05.2019
Von Frida Kammerer
Anwohner beschweren sich über Krähen in der Eutiner Straße. Quelle: Fabian Sommer/dpa (Symbolbild)
Plön

Schon bei Hitchcock waren Vögel kein gutes Omen. Wo sie auftauchten, drohte Unheil. Ähnlich ist es in der Eutiner Straße – auch wenn dort natürlich keine Menschen durch mysteriöse Vogelangriffe ums Leben kommen. Seit Jahren beschweren sich Anwohner immer wieder über die dort ansässige Krähenkolonie. "Die [von den Vögeln] ausgehende Lärm- und Schmutzentwicklung ist nicht nur für die Anwohner äußerst unangenehm", heißt es in einem Schreiben an die Plöner Ratsversammlung. Anwohner würden sich außerdem Sorgen um die touristische Entwicklung machen: Autos von Wassersportlern oder Fahrgästen der Schiffe würden unter den Platanen stehen und durch Vogelkot verschmutzt werden. 

Stadtverwaltung sieht kein Problem

Die Stadt Plön hat dazu bereits Stellung genommen: "Die Krähenkolonie erstreckt sich bis kurz vor dem Haus Nummer 41. Im weiteren Verlauf, sind in den Platanen keine weiteren Krähennester." Seit 2015 gäbe es immer wieder Beschwerden, zuletzt 2017. An der Meinung der Ratsversammlung hat das nichts geändert. Während es in den 1990er-Jahren noch rund 600 Paare gegeben hätte, seien bei der landesweiten Vogelzählung 2015 nur noch 130 gesichtet worden. Im betreffenden Gebiet, die Eutiner Straße zwischen Rosenstraße und Schaarweg, seien sogar nur noch 40 Krähenpaare unterwegs. "Eine Ausnahmegenehmigung im Bereich der Eutiner Straße kann ich aufgrund dieser Entwicklung nicht erteilen", sagte Bürgermeister Lars Winter dazu.

Ornithologe Koop warnt vor sinkenden Beständen

Auch Ornithologe Bern Koop sieht hier kein Problem: "Die Krähen sind nur von Februar bis Juni in der Eutiner Straße, danach ziehen sie um." Die Jungen würden dann ausfliegen und die Krähengemeinschaft zieht dann weiter Richtung Schlossplatz, wo die den Rest des Jahres verbringen. Schleswig-Holstein beherbergt rund ein Drittel des Saatkrähenbestandes in Deutschland - 26.000 Tiere. Plön ist der einzige Kreis, in dem die Zahlen rückläufig sind. "Früher gab es noch Kolonien in Schönberg, Selent und Theresienhof", so Koop. In der Stadt Plön selbst gibt es nur noch rund 1000 der Vögel, die unter Naturschutz stehen. Um ihre Autos brauchten sich die Anwohner außerdem keine Sorgen machen: "Saatkrähen sind Insektenfresser, ihr Kot ist lange nicht so ätzend wie der von Möwen."

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