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Plön Die Plöner streiten, und er schlichtet
Lokales Plön Die Plöner streiten, und er schlichtet
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20:00 12.02.2019
Von Anja Rüstmann
In seinem Büro im Alten E-Werk in Plön hat er schon so manchen Streit geschlichtet: Walter Hof ist seit fast 15 Jahren Schiedsmann in Plön. Quelle: Anja Rüstmann
Plön

Seine Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent. Wer sich bei ihm nicht einigt, zieht vor Gericht – und das wird oft teuer. Dagegen ist die unbürokratische Hilfe des Schiedmanns fast zum Spottpreis zu bekommen. Je nach Aufwand sind es bis zu 80 Euro. Und das Geld können sich die Streithähne auch noch teilen.

Das Büro im Dienstleistungszentrum Altes E-Werk ist klein, im Regal stehen mehrere Aktenordner – alles voll mit alten Fällen. Ob es nun zwei (ehemalige) Freundinnen sind, die sich streiten, ohrfeigen und dabei die Brille zerschmettern. Oder die Nachbarn, die sich über eine zu hohe Hecke in die Wolle kriegen. Der Mieter, der schon seit Jahren umsonst wohnt – weil er einfach nicht zahlt. Walter Hof bleibt neutral, hört sich alles genau an. Die Gesetzestexte kennt er fast auswendig.

Mehr als 40 Jahre war er Polizist

Es ist seine direkte, verbindliche Art, seine Erfahrung, die die Gegner dazu bringen, sich schließlich doch die Hände zu reichen. „Man kriegt das fast immer hin“, sagt er. „Aber es gibt rechthaberische Menschen…“ Walter Hof bleibt freundlich, aber unnachgiebig. Mehr als 40 Jahre war er Polizist, zuletzt Oberkommissar im Ermittlungsdienst. Mit Vernehmungen kennt er sich aus. Mit Vermittlungen inzwischen auch.

Nach seiner Pensionierung im Jahr 2000 dauerte es noch vier Jahre, bis er sich zum ersten Mal zum Schiedsmann wählen ließ. Walter Hofs Bezirk ist Plön-Ost, bis zur Bahnlinie. Plön-West bearbeitet Jörn Mißfeldt.

Sechs bis acht Fälle pro Jahr

Strafsachen landen in seinem Büro: Hausfriedensbruch, Beleidigung, Verleumdung, Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung. Da verhängt Hof auch ein Sühnegeld, zum Beispiel 200 Euro für die Krebshilfe. Und immer wieder muss er zivilrechtliche Zwistigkeiten schlichten, die unter das Nachbarrecht fallen. Die Musik ist zu laut, der Zaun steht jenseits der Grundstücksgrenze, Laub weht herüber – die Bandbreite ist groß.

Sechs bis acht Fälle hat Hof pro Jahr, die meistens im Vergleich enden. Dafür müssen beide Seiten von ihren Forderungen abrücken, sich einigen, unterschreiben. Und dann ist es 30 Jahre gültig, „wie ein Gerichtsurteil“. Aber es gibt auch sogenannte „Tür- und Angel-Fälle“, die münden in internen Abmachungen, ohne dass es zum Schiedsverfahren kommt.

An jedem ersten und dritten Mittwoch eines Monats hält Walter Hof im Alten E- Werk von 9 bis 11 Uhr Sprechstunde. Oft kommen Plöner vorbei, die sich nur beraten lassen wollen.

Walter Hof braucht Ausdauer. Aber die hat er. Schließlich war er Leichtathlet, Deutscher Meister im Mehrkampf, 1960 sogar bei den Olympischen Spielen in Rom. „7,75 Meter im Weitsprung“, erzählt er stolz. Stolz kann er auch sein, wenn er bei so manchem Verfahren nach langer Diskussion die Kuh vom Eis geholt hat. Doch im August will er aufhören. Dann ist er 15 Jahre Schiedsmann gewesen. Die Stadt muss einen Nachfolger suchen.

Am Freitag, 15. Februar, ist Preetzer Kulturnacht. Das Kleinkunstfestival feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. 74 Events locken an 35 Schauplätzen mit Musik, Lesungen, Sport, Sketchen, Improvisationstheater, Ausstellungen, Film, Tanz und kulinarischen Freuden.

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