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Plön Spurensucher erforschen Wasserturmgebiet
Lokales Plön Spurensucher erforschen Wasserturmgebiet
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07:29 25.11.2019
Von Dirk Schneider
Ursula Dähnhardt beschrieb sehr bildhaft, wie die Spurensucher die Anekdoten und Dokumente für die Plöner Geschichten rund um den Wasserturm gesammelt und ausgewertet haben. Quelle: Dirk Schneider
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Plön

Die Spurensucher haben ihre Forschungsarbeit rund um den Plöner Wasserturm abgeschlossen. In einer Lesung am Freitag stellten die Hobbyheimathistoriker im zweiten Band die Entwicklung des Areals in Wort und Bild im Museum des Kreises Plön vor. Etwa 60 Besucher – meist Anwohner aus dem Untersuchungsgebiet rund um die Bruhnsstraße, Scheerstraße, Tirpitzstraße, Buchenallee und Lindenstraße – nutzten die Gelegenheit, mit den 20 Autoren in Erinnerungen zu schwelgen und auch so manches Neues über die alte Heimat zu erfahren.

Es werden Zeitzeugen befragt und Dokumente gesammelt

Zu Beginn der Präsentation hob die Vorsitzende der Kreisvolkshochschule (KVHS) Monika Vogt den Fleiß der Plöner Senioren hervor, die seit 1990 bereits 13 Bücher zu der mittlerweile 42 Bände umfassenden Spurensuche beigetragen hätten. „Das Plöner Stadtgebiet zählt damit zu den am besten dokumentierten Bereichen im Kreis Plön“, so Vogt. Vielleicht noch wichtiger als die vielen Bücher sei der Entstehungsprozess dahinter, erklärte Vogt das KVHS-Projekt, das vor allem darauf setzt, die große Geschichte einer Stadt oder Gemeinde durch kleine Geschichten aus persönlichen Erinnerungen zu erzählen. „Dafür wird intensiv miteinander geredet. Es werden Zeitzeugen befragt und Dokumente gesammelt“, so Vogt.

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Ursula Dähnhardt nutzte als Sprecherin der Plöner Seniorenrunde die Gelegenheit, der VHS-Dozentin Renate Lampert für die Rolle als Redakteurin zu danken. „Du hast unser auf Kassette aufgenommenes Geplauder zu Papier gebracht“, beschrieb Dähnhardt den Produktionsablauf. Die Skripte seien dann in großer Runde diskutiert und mit weiteren Anmerkungen versehen worden, bevor Lampert das Ganze noch einmal Korrektur gelesen und für den Druck umbrochen habe.

Acht Straßenzüge mit 150 Adressen untersucht

Für die beiden Wasserturm-Bücher – Band 1 beschreibt Scharweg, Klanderstraße und Breitenaustraße – habe man insgesamt acht Straßenzüge mit 150 Adressen unter die Lupe genommen, so Dähnhardt. Die eigentliche Herausforderung seien dabei die großen Mietshäuser gewesen, in denen im Lauf der Jahre viele Menschen gewohnt hätten. „Unzählige Namen purzelten durch den Raum, wir haben diejenigen ausgewählt, zu denen uns schöne Geschichten eingefallen sind“, so Dähnhardt. Dazu gehöre eine Anekdote der Brüder Klose, die als begeisterte Segler versucht hätten, nach Kriegsende eines der von der englischen Besatzungsmacht beschlagnahmten Boote zu kapern. Und Ingo Kittler schilderte, wie er selbst als Fünfjähriger in den 50ern wegen der „Einquartierung“ von drei Feriengästen aus Berlin sein Kinderbett im elterlichen Schlafzimmer der Zweizimmerwohnung gegen eine Kiste unter dem Küchentisch tauschen und seine vier älteren Geschwister auf Feldpritschen auf dem Trockenboden übernachten mussten.

Kein Einzelfall: Auch viele Nachbarn hätten damals versucht, mit der Vermietung privater Zimmer an Urlauber die Haushaltskassen aufzubessern, so Kittler. Ergänzend zu diesen Anekdoten aus der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit beinhaltet das Buch auch über 150 Fotos und Dokumente aus Privatbesitz, um die persönlich recherchierten Berichte zu illustrieren. Das Buch ist in der Buchhandlung Schneider und in der KVHS für zehn Euro erhältlich.

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