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Plön Bootsbau mit vollem Wind
Lokales Plön Bootsbau mit vollem Wind
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10:54 12.03.2019
Von Anja Rüstmann
Bootsbaugesellin Jane Aschenbrenner hat im Sommer ihre Ausbildung bei der Sirius-Werft abgeschlossen und wurde übernommen, Leo Reimers hat seine Ausbildung im September gestartet. Rund 160 Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz hat die Sirius-Werft jährlich. Quelle: Anja Rüstmann
Plön

 Während andere Firmen Schwierigkeiten haben, im Bereich Handwerk Lehrstellen zu besetzen und deshalb seltener ausbilden, wird die Werft am Ortsausgang von Plön geradezu überlaufen. Fünf Auszubildende werden jedes Jahr eingestellt, dafür gibt es rund 160 Bewerbungen. Und die kommen nicht nur aus ganz Deutschland. „Wir hatten schon Auszubildende aus der Schweiz, Österreich, Polen, Holland und sogar aus Chile“, berichtet Geschäftsführer Torsten Schmidt.

Berufsbild ist breit gefächert

Leo Reimers (20) hat seine Ausbildung im September begonnen. Er kommt aus Rostock und ist noch nie gesegelt. Aber er hat Spaß am handwerklichen Arbeiten. Da ist er auf der Werft mit den rund 80 Mitarbeitern genau richtig. Denn das Berufsbild ist breit gefächert. Zehn bis 14 Segeljachten werden hier im Jahr gebaut, meist individuell für den Kunden gestaltet. Das beginnt mit der Entwicklung, geht weiter mit dem Formbau (der Schiffsrumpf kommt mittlerweile von außerhalb), der Herstellung von Kunststoffteilen, wird fortgesetzt über den Holzinnenausbau, den Beschlagsmontagen und geht bis hin zum Elektronik- und Motoreneinbau. Bis die Jacht dann an den Kunden ausgeliefert wird.

Rund 20 Prozent der Auszubildenden sind Frauen

Die Sirius-Werft legt besonderen Wert auf Motivation, handwerkliches Geschick und Umgang. „Wir haben Auszubildende, die direkt von der Schule kommen, aber auch Mittvierziger, die vorher andere Sachen gemacht haben“, berichtet Bootsbaumeister Sebastian Albrecht. Rund 20 Prozent der Auszubildenden sind Frauen. Jane Aschenbrenner (22) gehörte dazu, im Sommer hat sie ihre Ausbildung abgeschlossen, arbeitet jetzt als Gesellin bei Sirius. „Der Ausbau bringt mir am meisten Spaß“, sagt sie. Zum Beruf ist sie durch ihr Hobby gekommen – das Segeln. Die Agentur für Arbeit listete ihr einige Berufe mit handwerklichem Schwerpunkt auf. Sie entschied sich für die Bootsbauerin.

Seit 48 Jahren gibt es die Sirius-Werft, „seit 20 Jahren sind wir jährlich größer geworden“, erklärt Schmidt. Es gebe flache Hierarchien, die Wege nach oben seien sehr offen. Das erklärt zusätzlich, warum der Betrieb bei Auszubildenden so gefragt ist. Denn das klassische Handwerk hat sonst Probleme, Lehrstellen zu besetzen. Thomas Bohse von der Agentur für Arbeit nennt da vor allem die Berufe Bäcker, Frisör, Gastronomie-Kräfte oder auch Gas- und Wasserinstallateure. Gefragt sind bei den Schulabgängern hingegen Ausbildungen für Bürokaufleute, Verkäufer oder Kfz-Mechatroniker.

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