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Plön Autofahrer nicht zu stoppen
Lokales Plön Autofahrer nicht zu stoppen
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15:00 07.04.2014
Von Andrea Seliger
Bürgermeister Wolf-Dietrich Rath (rechts) und Projektbetreuer Sönke Krohn können es kaum glauben: Schon wieder ist jemand mit dem Auto über den Reitweg gefahren. Quelle: Seliger
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Pohnsdorf

Projektbetreuer Sönke Krohn und Bürgermeister Wolf-Dietrich Rath begutachten fassungslos die Spuren auf dem Reitweg: keine Hufe, sondern Reifen. Nicht zum ersten Mal hat dort jemand die Baustelle umfahren, die an der Kreuzung in Raisdorf und an der L 49 angekündigt wird und eigentlich auch extra abgesperrt ist. „Ich kenne nur diese Straße“, behauptet auch ein BMW-Fahrer mit Segeberger Kennzeichen, der die Absperrung umfahren hat und an der Person des Bürgermeisters scheitert.

 Sönke Krohn kann von zahlreichen anderen Begegnungen berichten: „Man kann offenbar nur über den Neuwührener Weg nach Rickling oder Hamburg kommen.“ Die Sperr-Schilder wollen die Autofahrer dann nicht gesehen haben. Auch seien schon Bauarbeiter beschimpft worden. „Einer wollte sogar die Firma anzeigen“, sagt Frank Rahlf von der Firma Uwe Stoll kopfschüttelnd.

 Anlass für den Ärger ist ein 3,55 Meter breites, etwa fünf Kilometer langes Straßenstück, auf dem man vom Schwentinentaler Ortsteil Raisdorf auf die L 49 gelangt. So lassen sich die Baustellen umfahren, die in Preetz aktuell das zügige Vorankommen blockieren. Es gibt nur eine Handvoll Anlieger. Die Dea hatte den landwirtschaftlichen Weg damals ausgebaut, um ihre Ölförderanlagen in dem Gebiet anzubinden. „Leider zu schmal“, sagt Bürgermeister Rath. Normal große Fahrzeuge könnten sich bei langsamer Geschwindigkeit zwar begegnen, an die Obergrenze von 50 km/h halte sich jedoch keiner. In der Regel müsse deshalb einer auf die Bankette ausweichen. Das führe dazu, dass die Gemeinde jedes Jahr im Durchschnitt 15000 Euro allein für die Instandsetzung dieser Straßenrandstreifen ausgeben müsse. Trotzdem gebe es immer wieder neue Löcher – mit ernsten Folgen: Die Autos stünden dann mit kaputten Reifen bei Landwirt Sönke Krohn auf dem Hof.

 „Wir haben die Verkehrssicherungspflicht“, sagt Bürgermeister Rath. Um eine dauerhafte Lösung zu schaffen, investiert die Gemeinde in Rasengittersteine. Zurzeit werden für 20000 Euro 700 Meter neu verlegt. Außerdem sollen Löcher erneut mit Kies gefüllt werden, für mindestens 4000 Euro. Dass für die Arbeit, wenn auch nur tagsüber, die ganze Straße gesperrt wird, ist das erste Mal. Und eigentlich habe es sich bewährt, sagen Rath und Krohn: „ Es geht viel schneller.“ Sicherer für die Bauarbeiter sei es auch. Die drei Wochen Behinderungen müsse man dafür eben in Kauf nehmen.

 Bei günstigem Wetter soll der Neuwührener Weg in zwei Wochen wieder frei sein. Doch neue Löcher werden sich bilden. Denn schon kündigen sich die nächsten Baustellen an, die den Umweg über den Neuwührener Weg attraktiv machen: Ab 2015 wird die B 76 im Bereich Schwentinental fünf Jahre lang saniert.