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Plön Vatertag: Strand wird "gefährlicher Ort"
Lokales Plön Vatertag: Strand wird "gefährlicher Ort"
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17:58 23.05.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Hoffen auf einen Himmelfahrtstag ohne Chaos am Strand von Möltenort, der am 31. Mai temporär für 24 Stunden zum "gefährlichen Ort" erklärt wird: Plöns Polizeichef Michael Martins, Jens Hamann (Polizei Heikendorf), Bürgermeister Tade Peetz, Amtsdirektor Ulrich Hehenkamp, Mönkebergs Bürgermeisterin Hilla Mersmann und Ralph Herzfeld von der Polizei Preetz. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Heikendorf

Rückblende: An Vatertag 2017 gab es Krawalle, Platzverweise und alkoholisierte Schläger, von deren Masse die Einsatzkräfte am Strand von Möltenort schlichtweg "überrascht und überfordert" waren, wie der Plöner Polizeichef Michael Martins es am Donnerstag ausdrückt. Die Lage war unübersichtlich und gefährlich. Daraus zogen Polizei und das Amt Schrevenborn Konsequenzen und richteten dort im vergangenen Jahr einen "gefährlichen Ort" ein. Weil diese Maßnahme fruchtete, wird sie auch in diesem Jahr umgesetzt.

Drei Abschnitte am Strand in Möltenort betroffen

Ein Gebiet um drei Strandabschnitte in Möltenort ist betroffen: der Kurstrand, der Freistrand und eine Hälfte des Schröderstrandes. In dieser Zone wird verstärkte Polizeipräsenz herrschen. Zudem kontrolliert ein vom Amt engagierter privater Sicherheitsdienst die Besucher. Glasflaschen und alles, was im weiteren Sinne als Waffe durchgehen könnte, sind verboten. Taschen und Rucksäcke können von der Security, die an drei Einlass-Punkten stationiert ist, kontrolliert werden. Der Strand wird von einem Bauzaun eingezäunt. Der "gefährliche Ort" gilt temporär für 24 Stunden, nämlich vom 30. Mai (ab 7 Uhr) bis zum 31. Mai (7 Uhr).

Am Freistrand von Möltenort waren 2017 bis zu 600 Personen anwesend. Gegen 17.30 Uhr kam es dort zur ersten größeren Schlägerei, an der etwa 20 Personen beteiligt waren. Nur mit starken Einsatzkräften sowie zwei Diensthunden konnte die Lage durch die Polizei beruhigt werden. Neben den Strafanzeigen erhielten die Personen auch Platzverweise. Ein Strandabschnitt musste unter Androhung von Zwangsmitteln geräumt werden. Die Besucher dieses Strandabschnittes seien auffällig stark alkoholisiert gewesen, teilte die Polizei mit.

"Strand in Möltenort an Himmelfahrt kein rechtsfreier Raum"

Gegen 21 Uhr kam es damals erneut zu einer Schlägerei in diesem Bereich, an der auch Personen beteiligt waren, die bereits am Nachmittag Körperverletzungen begangen hatten. Daher wurden von den Beamten drei Personen in Gewahrsam genommen, um weitere Straftaten zu verhindern. In diesem Zusammenhang wurden auch Sachbeschädigungen sowie ein versuchter Raub begangen. Alle Täter konnten ermittelt werden. Eine Person musste mit einem Nasenbeinbruch in die HNO-Klinik nach Kiel gefahren werden. Ein Polizeibeamter des 4. Polizeireviers Kiel erlitt eine leichte Ellenbogenverletzung, weil eine Person massiv auf eine andere einschlug und der Beamte sofort dazwischen gehen musste. Er blieb dennoch dienstfähig.

Lesen Sie hier den Kommentar von Sibylle Haberstumpf

Heikendorfs damaliger Bürgermeister Alexander Orth (SPD) bezeichnete das Vorgehen damals als "angemessen". "Es kann nicht angehen, dass der Strand an Himmelfahrt zu einem rechtsfreien Raum wird." Er vertraue darauf, dass die Sicherheitskräfte die Kontrollen moderat durchführen, damit Familien und Spaziergänger nicht beeinträchtigt werden.

Verstärkte Polizeipräsenz in Preetz

Auch in Preetz war es am Himmelfahrtstag ruppig zugegangen, insbesondere 2018. Daher gilt auch hier die Einrichtung eines "gefährlichen Ortes". Es betrifft den Robinsonspielplatz am Postsee. Im vergangenen Jahr wurden hier 21 Platzverweise gegen randalierende Jugendliche ausgesprochen, erinnert sich Ralph Herzberg von der Polizei Preetz, sieben Täter wurden in Gewahrsam genommen. Bis nach Mitternacht hatte der Einsatz die Polizei in Atem gehalten. Einlasskontrollen wie in Möltenort wird es in Preetz allerdings nicht geben. Aber eine extrem starke Polizeipräsenz. "Wir wollen insbesondere den Jugendschutz im Auge behalten", sagt Polizist Herzberg.

Video: Möltenort wurde 2018 "gefährlicher Ort"

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