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Plön Zahl der Delikte steigt leicht an
Lokales Plön Zahl der Delikte steigt leicht an
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07:44 26.10.2019
Von Silke Rönnau
Lutz Konkel (von rechts), Leiter der Polizeistation Preetz, und Michael Martins, Leiter des Polizeireviers Plön, nahmen Stellung zum Thema Sicherheit in Preetz. Quelle: Silke Rönnau
Preetz

Martins und der neue Preetzer Polizeistationsleiter Lutz Konkel waren in den Ratssaal gekommen, um auf Antrag der SPD neue Erkenntnisse zum Thema Sicherheit vorzutragen. Denn die Vorfälle vor zwei Jahren, als der Innenstadtbereich zum „gefährlichen Ort“ – ein Instrument der Polizei zur vorbeugenden Verbrechensbekämpfung – erklärt wurde, haben die Bevölkerung mehr sensibilisiert.

Die Anordnung sei im März 2018 aufgehoben worden, so Martins. Aber die Polizei habe weiterhin einen besonderen Blick auf das Gebiet zwischen Mühlenau- und Harderpark über Markt und Kirchsee bis hin zur Lindenstraße und erfasse die Delikte in diesem Bereich noch einmal gesondert. Bei den verstärkten Kontrollen habe man auch vermehrt Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt.

Steinwürfe auf Polizei Preetz waren "wie ein Erdbeben"

Die Steinwürfe auf die Dienststelle in Preetz im vergangenen Jahr waren "wie ein Erdbeben, das löste bundesweites Interesse aus“, sagte Martins. Und auch die Massenschlägerei auf dem Marktplatz in diesem Frühjahr sorgte für großes Aufsehen. „Ist das eine Preetz-typische Situation?“, fragte Bürgermeister Björn Demmin. „Ich hatte das Gefühl, dass das Fass aufgrund der Vorgeschichte übergelaufen ist. Oder gibt es in einer Kleinstadt immer so eine Reaktion?“

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Martins meinte, dass Preetz im Kreis Plön schon eine Sonderstellung habe. Da blicke man eher hin, wenn es um Gewalt im öffentlichen Raum, aber auch um Gewalt gegen Polizei gehe. Er werde häufiger angesprochen, wenn er in der Stadt unterwegs sei, in der er selbst ja auch gern einkaufe. Seine ganz persönliche Meinung: „Es ist gefährlicher, am Straßenverkehr teilzunehmen, als in Preetz abends über den Marktplatz zu gehen.“

Interaktive Karte: Straftaten in Preetz

Der Vorteil sei, dass man ein gutes Lagebild habe. „Und die Kollegen kennen ihre Pappenheimer – die wissen, dass wir sie im Blick haben“, betonte Konkel. Die Polizei in Preetz habe zwei Sachbearbeiter ganz speziell für die jungen Menschen. Manchmal sei einer allein völlig harmlos und unauffällig und wolle einfach nur chillen. „Doch wenn dann plötzlich vermeintliche Konkurrenz auftaucht, reicht manchmal schon ein Blick oder eine Geste, um Thermik in die ganze Sache zu bringen.“ Deshalb sei es wichtig, dass die Polizei in der Innenstadt weiter präsent sei, so Konkel.

Täter wurde verurteilt

Martins lobte die gute Zusammenarbeit zwischen den Behörden. Nach der Massenschlägerei am Freitagabend im Mai habe er am nächsten Morgen um 6.30 Uhr bei einer Übung am Amtsgericht den Richter angesprochen, um 7 Uhr habe man Kontakt mit der Staatsanwaltschaft aufgenommen, und schon am Abend sei der Rädelsführer in Haft genommen worden. Der Täter sei inzwischen auch verurteilt worden.

Ein weiteres positives Beispiel sei, dass man auf Antrag beim Amtsgericht zum Schusterfest vier Personen in Gewahrsam nehmen und Aufenthaltsverbote aussprechen konnte. Auch zum Jahrmarkt oder am Himmelfahrtstag seien Aufenthaltsverbote erlassen worden. Das habe die Lage beruhigt. „Aufenthaltsverbote ziehen richtig“, stellte Martins fest. Wenn die Polizei die Personen trotzdem dort entdecke, könne sie sofort zugreifen. Sie könnten dann für die Dauer des Aufenthaltsverbots auch eingesperrt werden. Dieses Instrument zeige Wirkung.

Auf Nachfrage eines Ausschussmitglieds, ob die Körperverletzungen nur innerhalb dieser Gruppen stattfänden, betonte Konkel, dass bisher keine Unbeteiligten betroffen gewesen seien. Vermutet wurde auch im Ausschuss, dass eine Ursache für die stärkere Wahrnehmung von Vorfällen die sozialen Medien seien. Denn ein Video von der Schlägerei im Mai hatte sich blitzschnell übers Netz verbreitet. „Dadurch erregt eine Geschichte, die eigentlich gar nicht so dramatisch war, unheimlich viel Aufsehen“, meinte Michael Howe.

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Die CDU-Landtagsfraktion sieht keinen akuten Handlungsbedarf bei Preetzer Polizeistation. Nach Angriffen im vergangenen Jahr kam die Frage zur Sicherheit des Gebäudes auf. Den SPD-Antrag zum Umbau bezeichnet der polizeipolitische Sprecher der CDU, Tim Brockmann, als „Aktionismus“.

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