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Plön Mit dem Nabu bis nach "Sibirien"
Lokales Plön Mit dem Nabu bis nach "Sibirien"
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05:00 29.12.2018
Von Silke Rönnau
Immer wieder setzen die Teilnehmer der Nabu-Wanderung die Ferngläser an. Gerhard Depner (rechts) gibt  Wissenswertes zu den gesichteten Vögeln weiter. Quelle: Silke Rönnau
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Preetz

„Bei diesem Wetter ist nicht so viel unterwegs“, bedauert Vorsitzender Harald Christiansen, der die Führung zusammen mit Gerhard Depner und Frauke Anders-Gehrke leitet. „Gestern hatten wir noch einen Testgang, der nicht so erfolgreich war.“ Auch Frauke Anders-Gehrke berichtet, dass es in diesem Jahr nur wenig Durchzügler gebe. „Goldhähnchen und Erlenzeisige sind schon da – und als Highlight auch ein Raubwürger.“

"Da ist ja doch einiges los"

Auf der ersten Etappe werden dann doch zahlreiche Vögel gesichtet. „Ach guck mal, da ist ja doch einiges los hier“, freut sich Depner. Kurz darauf zeigt er nach oben auf ein Ringeltaubennest im Baum: „Die sind ganz einfach gebaut, es werden nur ein paar Äste reingelegt – das ist so dünn, dass man im Sommer das Ei sehen kann.“

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Teiche komplett ausgetrocknet

Die Gruppe biegt zu einem Teich ab. „Im Frühjahr stand das Wasser fast bis zum Weg, da konnte man hier nur mit Gummistiefeln gehen“, erzählt Frauke Anders-Gehrke. Doch inzwischen ist der Teich ausgetrocknet und mit Moos und Rohrkolben zugewachsen. „Kein Tropfen Wasser, das ist ja unglaublich“, meint auch Christiansen. Er greift mit der Hand in die Erde und zeigt, dass an dieser Stelle vorwiegend Sandboden ist. Das Schmelzwasser nach der Eiszeit aus Richtung Kiel habe aber auch Steine abgelagert. Es gebe außerdem puren Seesand mit Muscheln: „Hier war vor 12000 Jahren mal der Postsee.“

Paradies für Insekten

Frauke Anders-Gehrke weist auf drei Wiesen hin, auf die eine bestimmte Saat aufgebracht wurde. „Im Frühjahr oder Sommer lohnt es sich, dort hinzugehen, das ist eine wunderschöne Blühfläche.“  Das locke zahlreiche Käfer, Heuschrecken und Schmetterlinge an. „Jetzt geht es nach Sibirien“, kündigt sie kurz darauf an. Die Fläche werde so genannt, weil es dort ein bisschen kälter sei. Sie sei extra für den Rotmilan angelegt worden mit zwei Teichen und drei Bauminseln. Dazu komme eine bestimmte Aussaat, die kurz gehalten werden müsse, damit der Rotmilan die Mäuse sehe. Für Reptilien seien Steine aufgeschüttet worden.

Gänsehaut beim Froschkonzert

Depner bleibt an einer Stelle stehen. „Hier gab es im Frühjahr viel Wasser und Hunderte von Moorfröschen, das war ein tolles Froschkonzert.“ Auch Frauke Anders-Gehrke gerät ins Schwärmen: „Dazu noch die Laubfrösche – das war Gänsehaut von oben bis unten.“

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