Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön 40 Jahre ehrenamtliche Fürsorge und mehr
Lokales Plön 40 Jahre ehrenamtliche Fürsorge und mehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:50 14.09.2019
Von Frida Kammerer
Karin Scheidemann (links) und Pastorin Fanny Dethloff vom pastoralpsychologischen Dienst helfen jeden Tag ehrenamtlich in der Klinik. Quelle: Frida Kammerer
Preetz

"Ein Dach, wo vieles drunter passt." So beschreibt Pastorin Fanny Dethloff den pastoralpsychologischen Dienst in der Klinik Preetz. Der soziale Dienst, der 1979 etabliert wurde und auf Ehrenamtlern fußt, feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen.

Wer auch immer im Krankenhaus seelischen Beistand braucht, bekommt ihn hier. Kranke und Angehörige, aber auch Personal, das in der Preetzer Klinik arbeitet, kann die Hilfe in Anspruch nehmen. Im Untergeschoss des Komplexes, in der Krankenhaus-Kapelle, haben die 13 ehrenamtlichen Helfer ihre "Zentrale". Von hier aus schwärmen sie ins Krankenhaus aus und leisten das, wofür den Ärzten die Zeit fehlt: Sie hören zu. Bei der ärztlichen Ausbildung kommt die Kommunikation zu kurz, und oft geht es auch eher darum, dem Patienten die Diagnose zu erklären, als sich die Ängste der Betroffenen anzuhören. Mit Optimismus, den die Erkrankung nicht unbedingt zulässt, halten sich die Seelsorger zurück: "Wir sind die Anwälte der Klarheit und Wahrheit", erklärt Pastorin Dethloff.

Hilfe geht über die Gemeindearbeit hinaus - und war in Klinik Preetz umstritten

Auch wenn die Seelsorge einen kirchlichen Hintergrund hat, "sind wir für alle da", erklärt Pastorin Dethloff. Dabei war der Dienst bei der Gründung nicht unumstritten: In den 1970er-Jahren wollten die zuständigen Bischöfe die Gemeindearbeit und den seelsorgerischen Dienst in der Klinik trennen. Doch der damalige Pastor konnte sich durchsetzen.

Seit fünf Jahren ist Pastorin Fanny Dethloff dabei. Sie koordiniert 13 Besuchsdienstler in der Klinik Preetz, fünf Helfer im Klostergarten und noch drei Ehrenamtler in der Ameos-Klinik. Dabei sind die Geschichten der Menschen, die beim pastoralpsychologischen Dienst um Hilfe bitten, kein Pappenstiel: Angehörige, deren Partner unerwartet verstorben sind, oder Eltern, die ihr ungeborenes Kind verloren haben. Dabei müssen sich auch die Ehrenamtler selbst schützen: "Wenn es reicht, dann geh' ich", sagt Dethloff entschlossen. Beistehen und begleiten, bedeute nicht "tragen". Zwar können die Ehrenamtler den Menschen in Not beistehen, aber nichts für die Betroffenen richten.

Einsamkeit ist das Schlimmste - Dankbarkeit das Schönste

Am schlimmsten sei für viele Menschen, mit denen die Helfer sprechen, die Einsamkeit: "Die Gesellschaft bekommt Panik bei Leiderfahrungen", sagt die Pastorin. Wenn ein Nachbar in Trauer sei, würden viele Menschen eher die Straßenseite wechseln, als zu fragen, wie es dem Betroffenen geht. Hier werden die "Unzulänglichkeiten der Gesellschaft abgefangen". Dabei sind es manchmal ganz praktische Ratschläge: Dethloff wollte eine Kleiderkammer im Krankenhaus installieren. Die Idee kam ihr, als ein Patient eingeliefert wurde, dessen Kleidung nicht mehr zu gebrauchen waren. Die Krankenhausverwaltung wollte ihn an eine Kleiderkammer außerhalb verweisen. "Ich habe dann gefragt, wie die sich das vorstellen. Sollen wir ihn im Flügelhemd in ein Taxi setzen?", erzählt sie schmunzelnd. Das ist noch eine der harmloseren Geschichten. Ans Eingemachte geht es, wenn die Ehrenamtler Eltern begleiten, die ihr Kind verlieren, dann werden auch Bestattungen auf dem "Fötenfeld" begleitet, wo ungeborene Kinder bestattet werden. Trotz der oft belastenden Themen sind die Helfer froh über ihre Arbeit und würden sie nicht aufgeben: "Das Schönste ist die Dankbarkeit, die uns entgegengebracht wird", resümiert Pastorin Dethloff.

Mehr aus dem Kreis Plön lesen Sie hier. http://www.kn-online.de/Lokales/Ploen

Landtagsabgeordneter Werner Kalinka (CDU) setzt auf Information und kurze Wege. Rund 50 Vertreter von Gemeinden, Kitas, Verbänden und Eltern waren der Einladung zur Diskussion über das Kita-Reformgesetz in Probsteierhagen gefolgt.

Astrid Schmidt 14.09.2019

Die Abwässer von rund 270 Menschen fließen ins Klärwerk der Gemeinde Tröndel im Ortsteil Emkendorf. Nun hat sich Schlamm angesammelt, der entsorgt werden muss. Die erste Kostenschätzung: 150.000 Euro. In Zukunft wird es noch teurer.

Hans-Jürgen Schekahn 14.09.2019

Die Abrissarbeiten am ehemaligen Restaurant El Meson Playa in Laboe haben begonnen. Sie sollen bis Ende der nächsten Woche abgeschlossen sein. Später soll dort wieder ein Restaurant stehen. Pläne, wie es einmal aussehen soll, verrät der Eigentümer.

Astrid Schmidt 14.09.2019