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Plön Zuständigkeits-Wirrwarr bei der Bahn
Lokales Plön Zuständigkeits-Wirrwarr bei der Bahn
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15:01 10.05.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Hans Eimannsberger, Geschäftsführer der Preetzer Bürger-Energie-Genossenschaft, wollte nur ein Leerrohr für eine Fernwärmeleitung unter dem Gleisbett an der Albrechtskoppel verlegen lassen - es folgte eine Odyssee durch den Dschungel der Zuständigkeiten. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Preetz

Wer unter einem Bahngleis etwas verlegen will, zum Beispiel ein Schutzrohr für Fernwärme, muss bei der Deutschen Bahn einen sogenannten Kreuzungsantrag stellen. So will es die Vorschrift. Und Vorschrift ist Vorschrift, das weiß auch der gelernte Ingenieur und Geschäftsführer der Preetzer Bürger-Energie-Genossenschaft Hans Eimannsberger. Seine Genossenschaft will ab 2021 die nördlichen Stadtteile mit Fernwärme aus 100 Prozent erneuerbaren Energien versorgen. Er stellt also einen Antrag, der alles enthält: Lagepläne, Querprofile, Längsschnitte, Zahlen, Daten Fakten. Doch es ist ein Kreuz mit diesem Kreuzungsantrag. Denn: Bei der Bahn fühlt sich dafür niemand zuständig.

Ping-Pong-Spiel um den richtigen Ansprechpartner

Zehn Wochen dauert das Ping-Pong-Spiel um den richtigen Ansprechpartner zwischen Eimannsberger und immer neuen DB-Stellen – von Kiel über Hamburg, Hannover, Neumünster oder Neustadt. Der Preetzer hat alles schriftlich festgehalten. Sieben DIN-A4-Seiten füllt seine Chronologie, die den „Zuständigkeitswirrwarr“ bei der Bahn dokumentiert. Eimannsberger schüttelt den Kopf. „Und dabei wollen wir doch nur ein Leerrohr für eine Fernwärmeleitung unter dem Gleis verlegen.“ Sogar das Fernsehen hat sich unlängst eingeschaltet. Unter dem Titel „Realer Irrsinn: Antrags-Chaos bei der Bahn“ drehte der NDR in Preetz einen dreiminütigen Beitrag für das Satire-Magazin "Extra 3". Eimannsberger selbst und Bürgermeister Björn Demmin sind darin zu sehen – letzterer hatte den Tipp gegeben, das Fernsehen zu informieren. Im Netz ist der Preetzer Irrsinn bereits ein Hit: Auf Youtube haben den Beitrag seit Ende April schon fast 300 Nutzer kommentiert.

Antrag auf dem Postweg verschollen

Begonnen hat seine „Odyssee durch den Bahn-Dschungel“ im Januar, erzählt Eimannsberger, als er seinen Antrag in siebenfacher Ausfertigung an den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Kiel übergibt – der dafür nicht zuständig sei, was ihm der dortige Mitarbeiter gleich mitteilt, aber das Schriftstück immerhin ans Eisenbahn-Bundesamt in Hamburg weiterleitet. Von dort bekommt Eimannsberger einen unfreundlichen Anruf: Die (auf keinen Fall) zuständige Mitarbeiterin regt sich darüber auf, seine Unterlagen überhaupt bekommen zu haben. Weiter geht es zur DB Netz AG in Hamburg, Bahnbetrieb Neumünster oder DB Immobilien. Die Zauberworte heißen jedes Mal „nicht zuständig“.

„Bei so viel Inkompetenz und Kundenunfreundlichkeit bleibt mir die Sprache weg“, sagt Eimannsberger. Nach wochenlangen Irrungen und Wirrungen wird ihm mitgeteilt: Der Antrag sei irgendwo auf dem Postweg zwischen den (nicht-)zuständigen Stellen verlorengegangen. Er ist bedient: „Der aufwendige Antrag musste also komplett neu geschrieben werden. Das hat uns nochmal einen vierstelligen Betrag gekostet.“ Immerhin: Mittlerweile ist der zuständige Ansprechpartner gefunden, nachdem Eimannsberger auch Bahn-Vorstand Ronald Pofalla in Berlin angeschrieben hatte. Eine Konzernbevollmächtigte schreibt ihm schließlich: „Ich kann nachvollziehen, dass die Situation für Sie sehr unbefriedigend ist.“ „Da könnte man ja fast eine Entschuldigung rauslesen...“, meint Eimannsberger ironisch.

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