Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Grünes Licht für Solarpotenzialkataster
Lokales Plön Grünes Licht für Solarpotenzialkataster
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 17.06.2019
Von Silke Rönnau
Ein Kataster gibt zukünftig Auskunft darüber, ob Gebäude für Solar- oder Gründächer geeignet sind. Quelle: Patrick Pleul
Anzeige
Preetz

Mit einem Mausklick auf eine Karte im Internet können Hausbesitzer zukünftig erkennen, ob ihr Dach für eine Solar- oder Photovoltaikanlage geeignet ist oder das Dach begrünt werden kann. Als Grundlage dienen Laserscandaten, die beim Überfliegen des jeweiligen Untersuchungsgebiets mit einem Flugzeug gesammelt und anschließend in ein EDV-Programm eingespeist werden. Das muss im Sommer gemacht werden, um auch Verschattungen zum Beispiel durch Bäume erkennen zu können. 

Vier Kategorien für das Solarkataster

Initiiert hatte das Projekt Hans Eimannsberger, der sich in Preetz für den Klimaschutz engagiert und auch Geschäftsführer der Preetzer Bürger-Energie-Genossenschaft (PreBEG) ist. Er hatte das Kataster vorgestellt, bei dem die einzelnen Gebäude in vier Kategorien von gut bis nicht geeignet eingeteilt werden.

Anzeige

„Über einen integrierten Online-Rechner können mögliche Solarerträge ermittelt, die Wirtschaftlichkeit abgeschätzt, mögliche Förder- und Finanzierungsprogramme genutzt und damit ein individueller Beitrag zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz geleistet werden“, hieß es in einer Vorlage der Stadtverwaltung Preetz für die jüngste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. 

Hohes Potenzial an bisher ungenutzten Dachflächen

Die Träger von öffentlichen, kirchlichen und gemeinnützigen Liegenschaften sowie die Sportvereine verfügten über ein hohes Potenzial an Dachflächen, die für Photovoltaik beziehungsweise Solarthermie geeignet seien, so die Einschätzung der Verwaltung. „Diese werden jedoch derzeit – von wenigen Ausnahmen abgesehen – weder zur Strom- noch zur Warmwassergewinnung aus der Sonne genutzt.“

Dies betreffe sowohl Gebäude in der Stadt Preetz als auch in den Gemeinden Pohnsdorf, Honigsee und Schellhorn. Um die Bürger stärker in den Klimaschutz einzubinden, soll nun das gemeinsames Solar- und Gründachdachkataster erstellt werden. Damit seien Hausbesitzer, aber auch Gewerbebetriebe, Vermieter, Dienstleister, Banken und Versicherungen in der Lage, ihr jeweiliges Gebäude zu identifizieren. 

Aktivregion übernimmt 80 Prozent

Schellhorn und Honigsee hatten ihre Beteiligung bereits verbindlich erklärt, die Beteiligung der Gemeinde Pohnsdorf erfolgt vorbehaltlich der Preetzer Entscheidung. „Wir haben bereits grünes Licht von der Aktivregion“, erklärte Bürgermeister Björn Demmin. Als Projektverantwortliche werde sich die Preetzer Klimaschutzmanagerin Marret Bähr sich um Erstellung, Förderung und Kommunikation kümmern, kündigte er an. 

Die Bruttokosten für die Überfliegung, die Erstellung des Katasters und unterstützende Leistungen liegen bei 41 293 Euro, die mit 80 Prozent von der Aktivregion gefördert werden. Die Gemeinden zahlen bis zu 1500 Euro, die Stadt Preetz übernimmt 9475 Euro, in denen noch Kosten für statische Berechnungen enthalten sind. Hinzu kommen jährliche Wartungskosten von 595 Euro, von denen 297,50 Euro auf die Stadt Preetz entfallen. 

Umsetzung schon in diesem Jahr

Eigentlich sei die Umsetzung erst für 2020 geplant gewesen, so Demmin weiter. Doch angesichts der vorliegenden Kostenschätzung und der Unterstützung durch die Kooperationspartner könne man jetzt schon starten. „Ich würde empfehlen, das vorzuziehen“, warb er im Haupt- und Finanzausschuss, der auch einstimmig den Weg dafür freimachte.

Weitere Nachrichten aus dem Kreis Plön lesen Sie hier.

Silke Rönnau 17.06.2019
Dirk Schneider 17.06.2019
Astrid Schmidt 16.06.2019