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Plön Hausaufgabenhilfe soll ausgebaut werden
Lokales Plön Hausaufgabenhilfe soll ausgebaut werden
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11:11 05.03.2020
Von Anne Gothsch
Seit fünf Monaten unterstützt Günther Rohmer zweimal pro Woche den 14-jährigen Fadel Hammada bei den Hausaufgaben. Quelle: Anne Gothsch
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Preetz

Einer der Schüler ist der 14-jährige Fadel Hammada, der 2016 mit seinen Eltern aus Syrien geflohen war und in seiner Heimat nur sehr unregelmäßig Schulunterricht hatte. In Preetz besucht er inzwischen die 8. Klasse, „aber man merkt eben, dass da viele Wissenslücken sind und Grundlagen fehlen“, sagt Günther Rohmer, der Fadel seit fünf Monaten bei Hausaufgaben zur Seite steht, ihm hilft, Kurzreferate vorzubereiten oder mit ihm vor Klassenarbeiten übt.

Der 14-Jährige zeigt sich sehr dankbar und froh über diese Hilfe. „Ich glaube, ich bin schon viel besser geworden und fühle mich sicherer. Ich traue mich jetzt auch, mich mal zu melden, wenn ich etwas weiß, oder nachzufragen, wenn ich etwas nicht verstanden habe“, erzählt Fadel Hammada.

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„Das ist ja oft die Krux. Die meisten Schüler ausländischer Herkunft sind sehr motiviert und wissbegierig. Aber wenn sie aufgrund von Sprachproblemen die Aufgabenstellung nicht verstehen, sind sie mit den Hausaufgaben allein aufgeschmissen. Passiert das öfter, macht sich Frust breit und sie fühlen sich abgehängt“, erklärt Uta Hoffmeister-Karlitschek. Sie unterrichtet an der THG Biologie und Englisch und betreut das Projekt Hausaufgabenhilfe im Verbund mit den Koordinatoren der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe in Preetz. Bei Bedarf steht die Pädagogin mit fachlichem Rat zur Seite oder stellt den Kontakt zu anderen Fachkollegen her.

Geduld, Einfühlungsvermögen und Lebenserfahrungsind wichtiger als fachliche Kenntnisse

„Wer sich vorstellen kann, Schüler auf diese Weise nach Unterrichtsschluss zu unterstützen, braucht keine Bedenken in Hinblick auf das fachliche Wissen zu haben. Das steht nicht an erster Stelle. Auch pädagogische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich“, betont Schulleiter Daniel Kux. Meist reiche es schon, in aller Ruhe oder mit anderen Worten noch einmal die Aufgabe zu erklären, etwa Textaufgaben in Mathematik Schritt für Schritt zu erarbeiten und einzelne Begriffe verständlich zu machen.

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Günther Rohmer kann das bestätigen: „Ich habe zwar als Ingenieur gearbeitet, deswegen sind Matheaufgaben für mich meist einfach. Aber auch in anderen Fächern helfen Geduld und Lebenserfahrung. Das Wichtigste ist aus meiner Sicht, die Eigeninitiative und das Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken. Mit Wertschätzung kann man ungeahnte Fähigkeiten und Motivation freisetzen“, meint der Ruheständler.

Das hört auch Annette Zacharias vom Awo-Integrationscenter immer wieder, etwa von Sprachpaten, die Migranten Deutschunterricht geben, oder von Gymnasiasten, die Grundschulkindern der Hermann-Ehlers-Schule bei den Hausaufgaben helfen.

Wer Kinder und Jugendliche ebenfalls beim Lernen unterstützen möchte, kann sich bei einem Treffen am Mittwoch, 11. März, ab 18.30 Uhr in den Schulen am Hufenweg (Eingang Wilhelminen-Straße), über Einzelheiten informieren. Für Fragen steht ansonsten auch Maren Sterzik vom Awo-Integrationscenter zur Verfügung, Tel. 04342/7879013.

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