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Plön Schimmel zehrt an den Nerven
Lokales Plön Schimmel zehrt an den Nerven
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16:10 13.01.2015
Von Claudia Josefus-Szellas
Vanessa Krieghoff mit Noel: Über seinem Schlafplatz schimmelt es an der Decke. Quelle: Claudia Josefus-Szellas
Preetz

„Im November ging es oben an der Wand los“, berichtet die 25-jährige Mutter. „Ich habe den Hausverwalter angerufen, der meinte: Vielleicht lüfte ich falsch.“ Die gebürtige Koblenzerin wohnt seit Februar vergangenen Jahres in der 3-Zimmer-Wohnung im siebten Geschoss, direkt unter dem Dach des Hauses. „Es wurde immer mehr, jeden Tag habe ich versucht, das mit Schimmelex wegzumachen. An den Fenstern läuft zudem das Wasser runter.“

 Immer wieder habe sie sich an die Hausverwaltung gewandt. „Es hieß immer, jemand sei beauftragt, es wird etwas passieren. Aber nichts ist passiert.“ Die Mutter ist verzweifelt, denn auch im Kinderzimmer schimmelt es. „Mein vierjähriger Sohn Loui hatte eine angehende Lungenentzündung, der einjährige Noel eine Mittelohrentzündung“, berichtet sie.

 Im Bad und im Flur funktionieren zudem die Heizungen nicht. „Baden ist der reinste Horror. Damit es überhaupt ein bisschen wärmer als 16 Grad wird, muss ich Kerzen anmachen.“ Schaut man zur Decke des Bades, fällt der Schimmel sofort auf. „Ich kann ja keinen mehr in die Wohnung lassen“, sagt sie.

 Im Eingangsflur bleibt die Gammeldecke im Dunkeln: „Zigmal habe ich die Birnen ausgetauscht, weil sie kaputt gegangen sind. Jetzt funktioniert das Licht gar nicht mehr.“ Zudem müsse sie alle zwei bis drei Tage die Heizungen entlüften, sonst liefen diese ebenfalls nicht mehr. Um den Wasserströmen am Fenster Einhalt zu gebieten, putzt die Mutter ständig hinterher. Wer sie besuchen will, der muss Geduld mitbringen. „Der Türöffner und die Gegensprechanlage sind seit dem Einzug defekt. Ich muss immer mit dem Aufzug runter.“ Krieghoff will eigentlich nur noch aus der Wohnung raus.

 498 Euro und Heizkosten kostet die „frisch renovierte Wohnung“, wie sie damals angepriesen worden war. Hausverwalter ist seit Anfang 2014 die IMS Consulting + Real Estate Management GmbH aus Bad Segeberg. Dort heißt es zunächst: „Wenn überhaupt einer was sagen kann, dann ist er im Urlaub, da momentan Hauptreisezeit ist.“ Michaela Husmann ist bei der IMS für die Vermietung, Verwaltung und Koordination der Häuser in der Breslauer Straße zuständig. Sie sagt auf Nachfrage dann doch noch etwas mehr: „Als es anfing, dachten wir, dass hier falsch gelüftet wird. Das ist sehr oft der Fall.“ Sie werde die Wohnung am Mittwoch mit einem Handwerker besichtigen, erklärte sie. Das Problem sei, dass man durch den ständigen Dauerregen momentan so nichts feststellen könne. „Erst wenn ich das vor Ort gesehen habe, müssen wir weiter entscheiden.“

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