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Plön Fasten vom Ausrasten
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17:35 30.08.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Völlig neues Fahrgefühl: Man muss auch mal die Langsamkeit ertragen. Sibylle Haberstumpf gelang es, sich am Steuer nicht mehr sofort aufzuregen. Quelle: Silke Rönnau
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Preetz

Autofahren ist keine normale Art der Fortbewegung, Autofahren ist eine Religion. Auf unseren Straßen gilt meistens das Recht des Stärkeren. Oder anders gesagt: Wer fieser fährt, kommt schneller an. Aber natürlich gibt es Grenzen. Wer beim Fahren auch noch regelmäßig pöbelt, andere Verkehrsteilnehmer lautstark verflucht und wild am Steuer herumgestikuliert – der sollte von diesem Verhalten dringend mal ein paar Tage Abstand nehmen. Der sollte fasten. So wie ich für unsere Serie "Sieben Tage ohne", bei der KN-Mitarbeiter jeweils eine Woche lang auf etwas verzichtet haben. Für mich hieß es nun: sieben Tage ohne Fluchen und Ausrasten im Auto.

Sozialisiert im Dunstkreis der Volkswagen-Hauptstadt

Einfach mal freundlich, nett und ruhig sein, sich nicht über Schleicher, Sonntagsfahrer, Halbstarke oder militante Radfahrer aufregen. Keine Kraftausdrücke, keine bösen Grimassen durch die Scheibe. Beherrschung. Ich bekenne, am Anfang war das ganz schön schwer.

Das ist bei mir auch biografisch bedingt. Ich komme aus einem Autoland, wurde im Dunstkreis der Volkswagen-Hauptstadt Wolfsburg mobil sozialisiert, und dort lernt man schnell, dass Lichthupe, Linksblinker und aggressives Auffahren auf der Straße zum guten Ton gehören. Gut, dass Sie mich nicht als Studentin mit meinem tiefergelegten Fiat Cinquecento mit Doppelrohrauspuff erlebt haben… Aber lassen wir das. Kommen wir zum Hier und Jetzt. Ich wollte ja fasten und Ihnen davon berichten. Um es vorweg zu nehmen: Es gab einige Aha-Momente.

Zum Beispiel in Preetz, an der Ampel Ecke Garnkorb/Schwentinestraße. Ein dicker Stadt-Truck (neudeutsch SUV) bayerischen Fabrikats zwängt sich beim Abbiegen vor mich, ich muss scharf bremsen. Der Impuls, eine sehr unfreundliche Handbewegung zu machen und laut zu schreien, ist eindeutig da. Doch ich lasse es sein. Atmen, einfach atmen.

Ein sehr langsamer Trecker (antik?) tuckert in Richtung Schwentinental, dahinter zwei Autos, dann ich. Trotz überschaubaren Gegenverkehrs überholen meine beiden Vordermänner den Trecker nicht. Für mich selbst ist ein Überholmanöver zu riskant. So zuckeln wir dahin. Keiner überholt. Ich gestikuliere nicht unkontrolliert herum und nötige auch niemanden, denke aber verzweifelt, dass ich jetzt garantiert zu spät zu meinem Termin nach Heikendorf komme. Nach einer gefühlten Ewigkeit biegt der Trecker ab und es geht wieder schneller voran. Ein Blick auf die Uhr hilft mir, ruhig zu bleiben – das Ganze hat eigentlich nur drei Minuten gedauert. Wozu also aufregen? Man muss auch mal die Langsamkeit ertragen.

Der Typ an der Ampel tippt, aber fährt nicht

Ein junger Typ, der schon länger vor mir herfährt, guckt beim Fahren ständig auf sein Handy. An einer roten Rechtsabbieger-Ampel im Preetzer Stadtgebiet ist er schließlich so sehr ins Tippen einer Textnachricht versunken, dass er nicht weiterfährt, als es grün wird. Ich warte geduldig. Er fährt nicht. Ich zögere, dann hupe ich einmal ganz, ganz kurz, schaue dabei aber entschuldigend-freundlich. Woraufhin er provokant lange in den Rückspiegel guckt und sich immer noch nicht in Bewegung setzt. Fahr mit Gott, nur bitte faaaahr, denke ich… Er brettert mit dröhnendem Motor los. Da springt die Ampel allerdings schon wieder um. Ich verzichte darauf, bei dunkelgelb zu fahren und warte. Augen zu und atmen.

Mein Fazit: Unglaublich, aber wahr – ich habe mir meine Impulsivität in den vergangenen Tagen tapfer weggefastet. Erst war ich angespannt und etwas gehemmt, aber das ließ schnell nach. Ich wurde ruhiger. Und diese Ruhe und Ausgeglichenheit sind sogar immer noch da. Eine weitere Erkenntnis: Wer entspannter ist, fährt insgesamt auch regelkonformer. Ich hoffe, das hält lange an.

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