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Plön Legenden auf vier Rädern
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20:00 04.08.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Hatte das älteste Fahrzeug beim Oldtimer-Tag in Preetz am Start: Erwin Carstens aus Hamburg führt das berühmte Modell T ("Tin Lizzie" oder auch "Blechliesel" genannt) von Ford vor, gebaut im Jahr 1915. Es war einst das meistverkaufte Automobil der Welt. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Preetz

Bei wolkigem, aber trockenem Wetter zog es nicht nur Motorfans, sondern auch etliche Familien zu den alten, liebevoll gepflegten Fahrzeugen. Wer shoppen wollte, kam in Preetz ebenfalls auf seine Kosten – denn in der Innenstadt hatten auch die Geschäfte geöffnet. Eingeladen hatte wie bereits im vergangenen Jahr der Verein Schusterstadt Preetz.

Tin Lizzie ist Kult

Übrigens: Erst ab 30 Jahren gilt ein Auto als echter Oldtimer. Ältester unter den Alten war Erwin Carstens’ blitzblank-weißes Modell T von Ford, Baujahr 1915. Die berühmte „Tin Lizzie“ oder auch „Blechliesel“, die zwischen 1908 und 1927 etwa 15 Millionen mal vom Band lief, galt lange als das meistverkaufte Automobil der Welt. Aus seiner Heimat Hamburg war Carstens gemütlich mit 20 PS und 70 km/h Höchstgeschwindigkeit gen Norden gerattert – auf Holzspeichenrädern. Der frühere Bauunternehmer hatte sein Modell T vor zwölf Jahren auf Dienstreise in New Jersey in einem Container entdeckt, sich gleich verliebt und das Auto jahrelang restauriert. Aufmerksamkeit ist ihm sicher, wenn er die vergoldete Hupe tröten lässt, das Planetengetriebe, die Handkurbel und Magnetzündung vorführt. Keine Frage: „Tin Lizzie“ ist Kult.

Ford Capri ist "kein Garagengold"

Die weiteste Anreise brachten Bernd und Dagmar Lahme mit ihrem Ford Capri, Baujahr 1969, hinter sich – sie tuckerten 370 Kilometer ohne Servolenkung und ohne Klimaanlage aus Höxter nach Preetz. Aber kein Probem für den Capri. „Das ist ein Brot- und Butter-Auto, kein Garagengold“, scherzt Bernd Lahme. Tempo 150 schafft sein Schmuckstück. Um Schnelligkeit geht’s aber nicht, sondern: „Wir möchten dazu beitragen, automobiles Kulturgut zu erhalten.“

„Es macht einfach Spaß! Das ist ein ganz anderes Fahrgefühl“, findet auch Marion Marx aus Nortorf und zeigt begeistert ihren englischen Vorkriegs-Flitzer von 1933, einen Austin 7 Ulster. Mit bis zu 100 km/h cruisen sie und ihr Mann Matthias bei gutem Wetter damit gerne mal über Land zum Kaffeetrinken – stilecht mit Lederhaube und Handschuhen. Cool.

Erinnerungen an den Familien-Urlaub im Fiat 500

Deutlich üppiger als in den 1930er-Jahren fällt der „Barockengel“ genannte BMW 502 von 1962 aus, mit dem Reiner Wilhelm vorfährt. Er ist Organisator des Oldtimer-Treffens. Dank einer Kfz-Mechaniker-Lehre vor über 40 Jahren kann er auch heute im Ruhestand noch alles selber schrauben und zusammenbasteln. Was den Reiz eines Oldies ausmacht? Ganz klar: „Die Geräusche und die Formen.“ Darum geht es den vielen Sammlern und Autonarren auch: um das Instandhalten ihrer Schätze. „Man tauscht sich aus wie in einer Familie und hilft sich“, erklärt Wilhelm. Alte Liebe rostet nicht – und wenn doch, wird sie restauriert. An jeder Ecke auf dem Marktplatz wird gefachsimpelt über Ersatzteile, Felgen, Lacke, Polituren, Faltdächer, Kotflügel...

Und so mancher schwelgt in Erinnerungen, wenn er hier den schnuckeligen Fiat 500 stehen sieht – zum Beispiel den von Hartmut Voß aus Preetz in knalligem Inka-Orange. Heute kaum noch zu glauben: Vor 50 Jahren quetschte sich eine ganze Familie in den Kleinstwagen und schuckelte nach Italien - mit kompletter Camping-Ausrüstung. "Geht alles", sagt Voß mit einem Zwinkern. Ja gut, die Schaltung ist ein bisschen hakelig. Aber mit Rückenwind schafft sein Fiat Tempo 90. Auto-Herz, was willst du mehr?

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