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Plön Neubau statt Anbau: Dem Haus der Helms droht der Abriss
Lokales Plön Neubau statt Anbau: Dem Haus der Helms droht der Abriss
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10:13 15.10.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Annika und Nicki-Sebastian Helms mit ihren Kindern Lukas und Ilvy stehen vor dem Haus in Probsteierhagen, in dem sie seit Juli eigentlich leben wollten. Die Kreisverwaltung verhängte allerdings ein Baustopp. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Probsteierhagen

Annika und Nicki-Sebastian Helms reichten 2018 einen Antrag auf eine Baugenehmigung ein. Sie wollten ein altes Haus (65 Quadratmeter) so erweitern, dass eine Familie darin Platz findet. Der ehemalige Stall wurde seit 1947 als Wohnung genutzt. Die frühere Bauernstelle mit mehreren Gebäuden ist schon weit über 100 Jahre im Familienbesitz.

Baubehörde legte Ermessen sehr weit aus

Die Baubehörde des Kreises gestattete dies, wenn auch mit Bauchschmerzen. Das Gebäude liegt im Außenbereich. Und da ist Bauen – außer für Bauern – schwierig. Der Gesetzgeber möchte eine Zersiedelung der Landschaft verhindern. Dem Antrag der Helms wurde dennoch stattgegeben, das Ermessen der Behörde weit gedehnt. Die Helms erhielten eine Genehmigung für den Altbau plus Anbau in einer Gesamtgröße von 156 Quadratmetern. Bedingung: Der Altbau muss einbezogen und darf nicht abgerissen werden. Ansonsten wäre es ein Neubau und der ist im Außenbereich in aller Regel nicht erlaubt.

Im April schauten Mitarbeiter der Baubehörde auf der Baustelle vorbei und staunten. Vor ihnen stand ein kompletter Neubau und nicht wie genehmigt ein Altbau plus Anbau. Also Baustopp.

Mauern einfach eingefallen

Was war geschehen? Die Helms sagen, die alten Mauern seien durch die Arbeiten an der Baugrube für den Anbau einfach zusammengefallen. Dann habe man sich entschlossen, in den gleichen Ausmaßen neue Wände hochzuziehen. Bilder von dem eingestürzten Gemäuer haben sie nicht. Nur eine eidesstattliche Versicherung eines Tiefbauers, dass der Bau so marode war, dass er einstürzte, als nebenan gearbeitet wurde. Ihre Unterlassung: Sie teilten der Kreisverwaltung nicht mit, was geschehen ist. 

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Im Kreishaus hegen die Mitarbeiter den Verdacht, dass das Ehepaar von vornherein einen Abriss geplant haben könnte. Die Helms dementieren. „Es war ein Fehler, den Einsturz nicht anzuzeigen“, gibt Nicki-Sebastian Helms zu. Aber er sei nicht geplant gewesen. Seine Frau, Freunde und er hätten in mühsamer Handarbeit das alte Haus für den Umbau vorbereitet. Hätten sie es abreißen wollen, hätten sie sich diese Arbeit geschenkt und gleich die Abrissbirne geholt.

Im Aussehen und Ausmaß nicht verändert

Ein Argument aus ihrer Sicht, warum das Vorgehen der Kreisverwaltung unsinnig sei: Das neue Gebäude habe die Ausmaße und das Aussehen dessen, was die Kreisverwaltung genehmigt hat. Nur steckten in einem kleinen Teil nicht mehr die alten Mauern. Außerdem: Ein Steinwurf entfernt liege ein großes Neubaugebiet von Probsteierhagen.

Bauherr fürchtet hohen Schaden

Helms arbeitet als Hausverwalter und Immobilienmakler. Falls es zum Abriss kommt, stehe er privat und beruflich vor dem finanziellen Aus, schätzt er. Er hat für diesen Fall einen Schaden von 320 000 Euro für sich ausgerechnet. Ob er andere dafür haftbar machen könnte, ist unklar.

Witterung nagt bereits an der Bausubstanz

Noch etwas anderes sorgt die kleine Familie. Das Dach ist noch nicht eingedeckt. Die Dachziegel lagern zwar vor dem Haus, dürfen aber wegen des Baustopps nicht aufgebracht werden. Das ist schlecht für die Gebäudesubstanz. Annika Helms: „Der Zerfall auf dem Dach beginnt“. Die Unterspannbahn, Holzkonstruktion und die Dämmung könnten den Regen nicht mehr aufhalten. Und der Winter stehe erst noch vor der Tür. Schlecht, denn Fenster und Türen sind noch nicht eingebaut.

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Die Familie hat gegen den Baustopp Einspruch vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig eingelegt. Bis zum 27. Oktober können die Parteien ihre Unterlagen einreichen. Wann die Richter den Fall aus Probsteierhagen verhandeln, steht nicht fest. 

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