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Plön 170 Unterschriften gegen Ausbaubeiträge
Lokales Plön 170 Unterschriften gegen Ausbaubeiträge
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14:45 21.06.2019
Von Sven Tietgen
Thomas Buttler (links) überreichte Holger Bajorat ein Bündel mit 170 Unterschriften, in denen das Ende der Straßenausbaubeitragssatzung gefordert wird. Quelle: Sven Tietgen
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Stolpe

Vor rund 90 Zuhörern in der Gemeindevertretersitzung drückten die Biss-Vertreter Thomas Buttler und Otto Meyer die Unterschriftenlisten in die Hand des Bürgermeisters. Mitglieder von 100 Haushalten hätten unterschrieben, viele davon wohnen in der Dorfstraße oder im Wiesenweg. „Damit hat sich fast ein Viertel aller Stolper Haushalte für die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung ausgesprochen“, betonte Otto Meyer. Die Bürgerinitiative, die sich im Februar gründete, musste vielfach gar nicht aktiv auf die Einwohner zugehen. „Die meisten sind von sich aus zu uns gekommen“, erklärte Thomas Buttler bei der Übergabe in der Sitzung am Donnerstag.

Gemeindevertreter wollen Klarheit über die Kosten 

Über eine Abschaffung der Beitragssatzung wollten die Gemeindevertreter zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht diskutieren. Zuerst soll Klarheit über die Kosten entstehen, die für die Sanierung der beiden Straßen auf Stolpe zukommen. In Vorgesprächen mit Planern, der Amtsverwaltung und einem Ingenieurbüro wurden erste Kostenschätzungen entwickelt. Danach kostet der Neubau einer fünf Meter breiten Fahrbahn inklusive Unterbau als Asphaltstraße auf der rund zwei Kilometer langen Verbindung 2,3 Millionen Euro. Ausführungen in Pflaster oder Beton werden teurer, führte Bajorat aus. Knackpunkt aus seiner Sicht ist die ebenso nötige Sanierung der Schmutzwasserkanalisation.

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Die Kosten für die Kanalsanierung werden auf 1,7 Millionen Euro geschätzt. Verantwortlich für die Sanierung und die Kostenübernahme ist aber das Amt Bokhorst-Wankendorf. „Wir müssen uns mit dem Amt einigen, welche Erdarbeiten zur Kanalisation gehören und welche zum Straßenbau“, erläuterte Bajorat. Sobald das Kostenpaket für die Gemeinde geklärt ist, wird über die Finanzierung gesprochen. „Wir werden auch überlegen, ob eine Finanzierung mit Krediten möglich ist“, sagte der Bürgermeister. Dafür sollen vorsorglich Anträge bei der Investitionsbank gestellt werden.

Einwohnerversammlung am 28. August

Angedacht ist, die Sanierung von Dorfstraße und Wiesenweg über einen mehrjährigen Zeitraum in mehreren Abschnitten anzugehen. Diese Vorgehensweise wäre attraktiver für Baufirmen, führte Holger Bajorat aus. „Wir hoffen, dass sich dann mehr Firmen an der Ausschreibung beteiligen.“ Einen zeitlichen Rahmen für die Diskussion und die Entscheidung pro oder contra Straßenbeitragssatzung will er nicht setzen. Erste Überlegungen zu Finanzierungsmöglichkeiten soll es auf einer Einwohnerversammlung am 28. August geben. Eine Reihe von Anwohnern der beiden maroden Straßen hat ihre Meinung dazu schon gebildet. An ihren Grundstücken fordern sie mit Schildern die Abschaffung der Beitragssatzung.

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