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Plön Energie sparen mit einem Wärmenetz
Lokales Plön Energie sparen mit einem Wärmenetz
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13:57 12.06.2019
Von Silke Rönnau
Björn Höper bietet an, von seiner Biogasanlage in Martensrade eine Leitung nach Rastorfer Passau zu legen, um dort ein Blockheizkraftwerk mit einem Wärmenetz zu speisen. Quelle: Silke Rönnau
Rastorfer Passau

„Wir hatten als Gemeinde überlegt, wie wir den Menschen helfen können, Energie zu sparen“, erläuterte Thomas Haß, Bürgermeister der Gemeinde Rastorf, die Idee für ein Quartierskonzept, die mit der Unternehmensberatung Treurat und Partner umgesetzt wird. In Rastorfer Passau würden rund 70 Prozent der Häuser mit Heizöl beheizt, die Heizungen seien im Schnitt 17 Jahre alt. Der Bedarf für eine Erneuerung sei also da, so Haß

Sven Gottwald von Treurat und Partner erläuterte, dass man mit dem Wärmenetz pro Jahr allein 1452 Megawattstunden Primärenergie (umgerechnet 145 200 Liter Heizöl) und 441 Tonnen Kohlendioxid einsparen könnte. Der Primärenergieverbrauch umfasst neben der eigentlichen Nutz- oder Endenergie am Verbrauchsstandort auch Verluste für die Gewinnung, die Aufbereitung und den Transport der eingesetzten Rohstoffe. 

Übergabestation im Haus

Für das Wärmenetz werde im Haus eine Übergabestation installiert, so Gottwald. Das Wasser komme mit einer Vorlauftemperatur von 80 bis 85 Grad an, die Rücklauftemperatur betrage etwa 40 Grad.

Er wies darauf hin, dass man wirtschaftliche Faktoren beachten müsse: „Man kann keine drei Kilometer bis zu einem Haus in Alleinlage leisten.“ So würden einige Anlieger am Düsternbrook und in der Alten Landstraße nach der bisherigen Planung nicht ans Netz kommen. Wenn allerdings das ins Auge gefasste Neubaugebiet an der Alten Landstraße entstehe, könnte man auch den Altbestand anschließen. 

Genossenschaft betreibt das Wärmenetz

Zwei Betreibermodelle kämen in Rastorfer Passau in Betracht: Bei Variante I könnte man das Wärmenetz inklusive Blockheizkraftwerk (BHKW) entweder als Genossenschaft oder mit einem externen Unternehmen errichten, das allerdings Geld verdienen wolle.

Bei der Variante II gebe es getrennte Eigentumsverhältnisse: Die Genossenschaft baue und betreibe nur das Wärmenetz, die Wärme selbst werde vor Ort eingekauft. Für die zweite, wesentlich günstigere Variante habe man sich in der Umgebung umgesehen und sei mit Björn Höper aus Martensrade auf einen möglichen Partner gestoßen.

Höper berichtete, dass er mit seiner Biogasanlage seit 2011 das BHKW einer Genossenschaft in seinem Ortsteil versorge, ein Ölheizungskessel für die Spitzenlast sei mittlerweile durch ein zweites BHKW ersetzt worden. Er könnte das Biogas über eine Leitung nach Rastorfer Passau liefern, wo dann auch eine Genossenschaft für die Wärmeverteilung sorge. 

7,74 Cent pro Kilowattstunde ausgerechnet

Annika Hoffmann von Treurat und Partner wies darauf hin, dass man bei Nahwärme die Kosten für Schornsteinfeger und Wartung spare und nicht mehr den Schwankungen bei Öl- und Gaspreisen ausgesetzt sei. Bei dem derzeitigen Ölpreis von 65 Cent pro Liter sei ein Wärmenetz mit einer „realistischen“ Schätzung von 7,74 Cent pro Kilowattstunde sogar günstiger. Jeder könne für sein Haus über den Heizölrechner unter www.mitmachwaerme.de die Preise vergleichen.

Investitionskosten für den Leitungsbau könne man sparen, indem man möglichst viele Tiefbauarbeiten selbst übernehme, die Trassenlänge verkürze, Abkürzungen über privaten Grund nehme und so viele Anschlussnehmer wie möglich mit ins Boot hole. 

Kohlendioxid-Steuer im Blick

David-Willem Poggemann, Klimaschutzmanager des Kreises Plön, empfahl den Anwohnern, über das Angebot nachzudenken. „Es ist selten, dass es auf dem Land so eine gute Situation gibt“, meinte er. Rastorfer Passau könne sich zukunftsfähig aufstellen. „Sie müssen sich klar machen, dass die CO2-Steuer kommt: Mit fossilen Energieträgern zu heizen, wird in Zukunft viel teurer werden.“

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