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Plön Startschuss für ein Nahwärmenetz
Lokales Plön Startschuss für ein Nahwärmenetz
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16:34 07.11.2019
Von Silke Rönnau
Zum Aufsichtsrat und Vorstand der neu gegründeten Genossenschaft in Rastorfer Passau gehören Dietrich Schnack (von links), Birgit Schlüter und Jannis Postel sowie Karsten Schulz, Ralf-Udo Ehlers und Volker Bühnemann.  Quelle: Silke Rönnau
Rastorf

„Ich freue mich, dass die Bude heute so voll ist“, strahlte Bürgermeister Thomas Haß, während immer noch neue Stühle angeschleppt wurden. Es sei bereits die vierte Einwohnerversammlung zum Thema Klimaschutz, berichtete er.

Mittlerweile liege der Endbericht des beauftragten Planungsbüros Treurat und Partner mit insgesamt 20 Maßnahmen – darunter der Nahwärmeversorgung als größtem Projekt – vor. Haß bedankte sich für die Arbeit der Gemeindevertreter, die von Haus zu Haus gegangen seien, um die Bürger über die Kerngedanken des Projekts aufzuklären.

Bisher habe die Gemeinde rund 6000 Euro in den vergangenen zwei Jahren ausgegeben. Bei einer Umsetzung des Nahwärmenetzes sollen in den kommenden drei Jahren noch einmal 12.000 Euro – 4000 Euro pro Jahr – für einen sogenannten Sanierungsmanager zur Verfügung gestellt werden.

Sanierungsmanager zur Unterstützung

Der Sanierungsmanager unterstütze die Genossenschaft, aber auch die Privathaushalte bei möglichen energetischen Sanierungen, so Haß.

Ein Wärmenetz habe viele Vorteile, erläuterte Planer Sven Gottwald. Es stärke das Gemeinschaftsgefühl, biete einen Imagegewinn angesichts des Klimawandels sowie Vorteile bei einem eventuellen Verkauf des Hauses: „Denn Käufer wollen heute keine Ölheizung mehr haben.“

Weitere Pluspunkte seien kostenlose Wartung und Reparatur der Übergabestation, bessere Kredite bei der KfW sowie die Mitbestimmung in der Genossenschaft, in der alle gemeinsam die Entscheidungen träfen. 

Für die rund drei Kilometer lange Leitung seien 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Man rechne mit einer halben Million Euro an Fördergeldern. Für die Verlegung der Rohre müsse die Straße aufgerissen werden.

Jörn Höper aus Martensrade, der bereits mit einem Blockheizkraftwerk einer Genossenschaft seinen Ortsteil versorgt, will die Wärme auch nach Rastorfer Passau liefern.

Kosten für Leitung können gesenkt werden

Die Kosten könnten noch gesenkt werden, wenn sich Hausbesitzer bereit erklärten, die Leitung über ihr Grundstück statt außen herum laufen zu lassen, und sich so die Trassenlänge verkürze. Oder wenn jemand privat mit seinem Bagger anrücke. „Wenn sich 55 Haushalte anschließen, können rund 440 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr gespart werden“, betonte er. 

Diskussionen gab es um den errechneten Preis. Gottwald wies darauf hin, dass man bei einem Vergleich mit der Ölheizung eine Vollkostenrechnung aufstellen müsse, in die auch die Anschaffungskosten einer neuen Heizung über 15 Jahre einbezogen werden müssten. Wer selbst einen Vergleich anstellen wolle, finde einen entsprechenden Rechner im Internet unter www.mitmachwaerme.de. 

Kritik an der Biogasanlage

Besucher Axel Schlüter zeigte nicht nur Zweifel an der Wirtschaftlichkeit, sondern kritisierte vor allem, dass das Netz aus der Biogasanlage in Martensrade gespeist werden soll.

„Das ist nicht ökologisch“, schimpfte er. „Ein Nahwärmenetz mit Biogas hat mit Klima-, Umwelt- und Tierschutz überhaupt nichts zu tun.“ Grundsätzlich halte er ein Wärmenetz jedoch für sinnvoll.

Genossenschaft für Wärmenetz gegründet

Direkt im Anschluss an die Einwohnerversammlung begann die Gründungsversammlung für die Genossenschaft. Jedes Mitglied habe eine Stimme, egal wie viele Anteile er zeichne, informierte Astrid Busch (Vorstand des Genossenschaftlichen Prüfungsverbandes für Dienstleistungen, Immobilien und Handel).

Die Genossenschaftsanteile in Höhe von 2000 Euro würden erst fällig, wenn es wirklich losgehe, fügte Gerrit Müller-Rüster von Treurat und Partner hinzu. 

In den Aufsichtsrat wurden Dietrich Schnack, Birgit Schlüter und Jannis Postel gewählt, den Vorstand bilden Volker Bühnemann, Karsten Schulz und Ralf-Udo Ehlers.

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