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Plön Kampf für Tempolimit bleibt erfolglos
Lokales Plön Kampf für Tempolimit bleibt erfolglos
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06:00 31.05.2019
Von Astrid Schmidt
Bereits vor zwei Jahren hatten die Bewohner der Straße Rauher Berg auf die missliche Situation hingewiesen: zu schmale Bürgersteige und eine zu enge Fahrbahn. Quelle: Astrid Schmidt
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Schönberg

In der Straße Rauher Berg hatten sich bereits vor zwei Jahren die Anwohner zusammengetan, um eine Änderung der Situation in ihrer Straße zu erwirken. Sie beklagten „zu enge Straßen und zu schmale Gehwege bei zu hohen Geschwindigkeiten“ und forderten Bauausschuss und Gemeinde auf, ein Tempolimit sowie eine veränderte Verkehrsführung zu erwirken. Schon beim Begegnungsverkehr mit zwei Fahrzeugen werde es schwierig, in der engen Kurve nicht auf den Bürgersteig auszuweichen, von Bussen und Lkw ganz zu schweigen, berichteten Anwohner wie Heinrich Winter sowie Marlen und Bernd Haase.

Forderung nach Tempolimit erneuert

„Es wird vor allem in Richtung Ortsausgang zu schnell gefahren. Mütter fahren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, weil ihnen der Weg zu gefährlich ist“, schilderte Marlen Haase die Situation. Denn gerade der Schwerlastverkehr, der ihrer Beobachtung nach stark zugenommen habe, hätte bei entgegenkommenden Fahrzeugen keine andere Chance, als auf den Bürgersteig auszuweichen. Im Oktober vergangenen Jahres erneuerten sie ihre Forderung und hakten nach, denn passiert war nichts. „Wir hatten eigentlich erwartet, dass unser Anliegen zügiger bearbeitet würde“, meinte Haase. Ein Tempomessgerät, das zeitweise in der Straße Rauher Berg angebracht war, habe für eine Verringerung der Geschwindigkeit gesorgt, schilderte Haase ihre Beobachtung. 

In einer Ortsbegehung im Februar war das Ansinnen, in dem unübersichtlichen Bereich Tempo 30 einzurichten, abgelehnt worden. „Wir suchen nach Lösungen“, versicherte der Bürgermeister Peter Kokocinski. Er berichtete in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses über den erneut erfolgten Ortstermin mit Polizei, Ordnungsbehörde, Verkehrsaufsicht des Kreises Plön und Gemeindevertretern. Der sei sehr „enttäuschend“ gewesen, so Kokocinski. Einem Tempolimit stehe die Verkehrsaufsicht ablehnend gegenüber. Zur Sicherheit der Fußgänger Poller aufzustellen, sei technisch nicht umsetzbar, weil weder die Breite der Fahrbahn, noch die des Gehweges ausreichend sei. „Mit großer Verwunderung habe ich die Aussage zur Kenntnis genommen, dass die Fahrzeuge ja keine andere Möglichkeit haben, als über den Gehweg auszuweichen“, erklärte der Bürgermeister. 

Unterschriftenliste mit 31 Namen

Dieter Schimmer (SPD) beklagte den Umgang mit den Bürgern und den Gremien der Gemeinde. „Wir haben hier eine Unterschriftenliste mit 31 Namen“, betonte der SPD-Vertreter. Er fordert, der Kreis solle mehr Akzeptanz von Tempo-30-Zonen entwickeln. Der Bürgermeister warb um „Nachsicht“ mit den Entscheidungsträgern, die eine andere Herangehensweise als die Gemeinde habe, so Kokocinski. „Wir können jetzt nur abwarten und auf ein positives Ergebnis hoffen“, meinte der Bürgermeister.

Hans-Jürgen Schekahn 30.05.2019
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