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Plön Plön umschifft Begriff "Klimanotstand"
Lokales Plön Plön umschifft Begriff "Klimanotstand"
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17:29 26.09.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Die Stadt Plön ruft nicht den „Klimanotstand“ aus, will bei Beschlüssen aber stärker den Klimaschutz beachten. Quelle: Ulf Dahl
Plön

Bürgervorsteherin Mechtilde Gräfin von Waldersee leitete die Diskussion mit einem markanten Satz ein: „Das ist der schönste Tagesordnungspunkt heute.“ In dem Beschluss heißt es, dass der Dialog mit den Bürgern und den Besuchern der Stadt zum Thema Klimaschutz verstärkt werden müsse.

Stefan Kruppa hält Resolution für "weichgespült"

Stefan Kruppa (CDU) stimmte als einziger gegen die Resolution. Nicht, weil er gegen den Klimaschutz ist, sondern weil ihm die Formulierungen zu „weichgespült“ sind. Ihm fehlte das Wort „Klimanotstand“ in dem Text. Noch bis kurz vor der Sitzung hatten die Stadtvertreter fraktionsübergreifend gerungen, Sätze und Begriffe zu finden, die auf breite Zustimmung stoßen. Ihm sei dieses Verfahren „zuwider“, bekannte der CDU-Politiker. Mit dem Begriff „Klimanotstand“ könne mehr Druck aufgebaut werden. „Und desto eher bewegen wir auch etwas.“ Der Text der Plöner Ratsversammlung sei nicht „zielführend“.

Bürgermeister warnt vor dem Begriff "Notstand"

Bürgermeister Lars Winter hatte in einer Ausschusssitzung davor gewarnt, einen „Notstand“ in Verbindung mit Plön zu bringen. Wegen der Touristen. Kruppa widersprach in der Ratsversammlung. Niemand werde auf eine Reise nach Plön verzichten, bloß weil die Stadt den Klimanotstand ausgerufen habe. 

Appell zur Einstimmigkeit

Ratsherr Ingo Buth (SPD) rief vor der Abstimmung dazu auf, möglichst einstimmig die Resolution zu verabschieden. Er selbst hatte noch wenige Stunden vor der Sitzung nach Rücksprache mit anderen Fraktionen einen Text entworfen. Einstimmigkeit sei ein Zeichen dafür, dass es nicht nur Worte sind, die hier fallen. „Wir müssen uns an Taten messen lassen.“

Ähnlich sah es Detlef Erdtmann (FWG). Die Resolution erhalte mehr Gewicht, wenn sie von allen getragen werde. In der Sache sei man sich doch einig. 

FWG-Ratsfrau Kirsten Hinrichsen sprach sehr emotional. Mit Blick auf Klima und Umweltschutz empfinde sie „tiefe Trauer“ als Grundstimmung. Wenn das Geld vor Natur und Umwelt stehe, bringe das am Ende alle um. 

Fridays-for-Future fragt nach

Zu Beginn sprach eine junge Vertreterin der Bewegung „Fridays for Future“, die auch in Plön Anhänger gefunden hat. Sie fragte die Ratsherren und -frauen, ob sie etwas in Sachen Klimaschutz unternehmen wollen. Grünen-Ratsfrau Inge Unbehauen antwortete ihr sehr direkt: „Wir haben nicht das Recht, Ihnen das Leben zu versauen.“ Damit bezog sie sich auf das Durchschnittsalter der Mitglieder der Ratsversammlung, das jenseits der 60 Jahre liegt. Mit der Resolution erkenne die Plöner Ratsversammlung an, was der Welt durch den Klimawandel drohe.

 Städte wie Kiel, Neumünster oder Lübeck haben sich zuletzt ebenfalls in Beschlüssen für den Klimaschutz stark gemacht. Sie verwendeten allerdings dabei das Wort „Klimanotstand“.

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