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Plön Blaskonzert vor dem vor Seniorenheimen
Lokales Plön Blaskonzert vor dem vor Seniorenheimen
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14:02 19.05.2020
Von Hans-Jürgen Schekahn
Das Wankendorfer Blasorchester musizierte 30 Minuten vor dem Seniorenheim Marienhof in Ascheberg. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
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Ascheberg/Wankendorf

Es war ein Satz, der ans Herz ging. „Kommen Sie doch bitte noch einmal wieder“, sagte eine Bewohnerin des Seniorenzentrums Marienhof in Ascheberg. Das Blasorchester Wankendorf hatte zuvor ein 30-minütiges Konzert gegeben. Eine Aufmunterung für die älteren Menschen, die in Corona-Zeiten besonders isoliert sind.

Die Idee, vor Altenheimen der Region einen Gratis-Auftritt zu absolvieren, kam in einer Online-Konferenz der 30 Musiker. Sie können in diesen Tagen nicht proben. Bis September sind alle Auftritte abgesagt. Da kommt man nur virtuell zusammen. Vorsitzende Anett Overath: „Wir wollten so unsere Gemeinschaft wiederfinden.“

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Bewohner und Pflegekräfte nicht vergessen

Einer Musikerin, mit einer Verwandten im Wankendorfer Vitanas-Seniorenheim, kam der Gedanke: Warum nicht dort ein Freiluft-Konzert geben? Das erfreut bestimmt die Bewohner, und wir können endlich einmal üben. Nach Wankendorf folgten Auftritte in Tensfeld und zuletzt in Ascheberg. Overath: „Mit dieser Aktion wollten wir ein Zeichen setzen, dass wir die Bewohner und Pflegekräfte nicht vergessen haben und an sie denken und mitfühlen.“

Die Vorsitzende dirigiert ihre Truppe mit Musik vor den Haupteingang des Marienhofs. „Konzertaufstellung“ heißt das. Und in Coronazeiten mit mehr Abstand. An Rollatoren gehen ein Dutzend Senioren an die Sonne und die frische Luft. Auf den Balkonen und hinter geöffneten Fensterscheiben lauschen die Männer und Frauen, die lange Wochen wegen Corona keinen Besuch empfangen durften, der musikalischen Abwechslung. Und der Funke springt sofort über.

Eine Frau hinter einem Fenster im ersten Stock dirigiert mit den Händen zur Marschmusik und lächelt. Das macht sie fast bei jedem Stück. Eine Dame im Rollstuhl bewegt ihre Gefährt im Takt der Musik hinterher. Nach jedem Stück: Klatschen. Nicht sehr laut, aber von jedem Zuhörer von Herzen. „In Harmonie vereint“ heißt eines der Stücke. „In Harmonie vereint sind wir hier auch“, sagt Anett Overath und erntet Beifall.

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Wer in Not geratenen Familien helfen möchte, kann hier spenden: Diakonisches Werk Schleswig-Holstein bei der Evangelischen Bank eG unter der IBAN: DE 48 5206 0410 0406 4038 24, Stichwort: Corona-Familienhilfe. Für eine Spendenbescheinigung geben Sie bitte Ihren Namen und Ihre Adresse an.

Unter der Nummer 0800-7662476 ist ein kostenfreies Service-Telefon geschaltet (Mo-Do von 9-12 Uhr und 13-16 Uhr, Fr von 9-13 Uhr).

Blasorchester geht auf die Bedürfnisse der Senioren ein

Die Musiker machen auffallend lange Pausen. Eine Trompeterin gibt die Erklärung. „Wir haben das lange nicht mehr gemacht. Da verklumpt hier alles“, sagt sie und zeigt auf ihre Lippen.

Das Lob auf die Musiker ist einhellig. Immer heißt es aus den Reihen der Senioren: „Sehr schön!“ Auch die Lautstärke kommt bei den Männern und Frauen im fortgeschrittenen Alter gut an. „Für uns ist das sehr gut zu hören“, sagt eine Dame mit einem Schmunzeln und meint damit, dass die Hörkraft nicht mehr bei allen gut ausgeprägt ist. Doch diese Hürde nimmt das Blasorchester. Zum Schluss erklingt „Gruß an Kiel“. Dann marschiert die Gruppe zurück zu den Autos. Die Senioren winken hinterher, bis sie um die Ecke des Gebäudes sind.

Anett Overath ist froh über das Konzert: „Für uns ist es nach dieser langen musikalischen Zwangspause eine schöne Gelegenheit, mal wieder gemeinsam zu musizieren und uns wiederzusehen.“

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