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Plön SPD: Polizei Preetz nicht ausreichend geschützt
Lokales Plön SPD: Polizei Preetz nicht ausreichend geschützt
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07:30 08.10.2019
Von Frida Kammerer
Zweimal beantragte die SPD im Landeshaushalt Gelder um die denkmalgeschützte Polizeistation Preetz umzubauen - bislang erfolglos. Quelle: Frida Kammerer
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Preetz

„Das ehemalige Amtsgerichtsgebäude, das denkmalgeschützt ist, hat eine Menge Charme! Es entspricht aber überhaupt nicht den Anforderungen an moderne Polizeiarbeit“, kritisiert Kathrin Wagner-Bockey, polizeipolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. „Keine Sicherheitsschleuse, keine Barrierefreiheit, kein sicherer Raum, keine äußere Sicherheit: Es gäbe viel zu tun für eine moderne Polizeistation in Preetz“, ergänzt Regina Poersch (SPD), Landtagsabgeordnete für den Kreis Plön

Angriffe auf Polizeistation Preetz im vergangenen Jahr

Auslöser der Debatte um die Polizeistation in Preetz ist ein Angriff im April 2018: Zwei 16-Jährige versuchten damals, Fensterscheiben einzuwerfen und die Tür der Station einzutreten. Eine Polizistin und ein Polizist wurden nach Angaben des damaligen Revierleiters Michael Martins beim Verlassen des Gebäudes angegriffen. Auf der Flucht warfen die Jugendlichen mit Steinen. Ein Wurfgeschoss von der Größe eines Ziegelsteins verfehlte die Polizistin knapp. In einem internen Vermerk schrieb ein Dienstgruppenleiter über eine „noch nicht erlebte und unfassbare neue Dimension eines Angriffs“. 

Die Stadt Preetz hatte erst fünf Tage zuvor den Status als „gefährlichen Ort“ aufgehoben. Grund für den zwischenzeitigen Status war der Angriff eines 16-Jährigen auf einen Polizeibeamten im September 2017, im folgenden Oktober wurde ein 19-jähriges Mädchen schwer im Gesicht verletzt.

Landtagsfraktion stellt kleine Anfrage

In einer kleinen Anfrage an die Landesregierung Schleswig-Holstein, die den Kieler Nachrichten vorliegt, wirft die SPD der Landesregierung vor, „als einzige Sicherheitsmaßnahme die Installation von Videotechnik“ veranlasst zu haben. Das Innenministerium widerspricht in seiner Antwort nicht.

„Bei der großen Anzahl an Polizeidienststellen im Land ist es nicht möglich, sofort alle Sicherheitsstandards anzupassen“. Und: „Aufgrund der Vielzahl an Aufträgen, insbesondere auch durch die Polizei, kann die Umsetzung nicht umgehend erfolgen“. Von Sicherheitsschleusen und Barrierefreiheit ist in der geplanten Sanierung nichts zu lesen, stattdessen geht es um schadhafte Fenster, die Fassade und die Treppe am Eingang.

Die Landesregierung sieht nicht bei allen Forderungen unbedingten Handlungsbedarf. In einem Handbuch, das die Richtlinien für die Ausstattung von Gewahrsamsräumen in Polizeigebäuden vorgibt, wird laut Ministerium ein sicherer Raum im Gewahrsamstrakt lediglich empfohlen. 

Polizei Preetz nicht ausreichend gesichert?

„Wir bekamen während unseres Besuchs der Polizeistation nicht den Eindruck, dass die baulichen und sicherheitstechnischen Konsequenzen aus dem Angriff auf die Polizeistation und die diensthabenden Beamten im April 2018 ausreichen. Nach wie vor fehlt dort der entsprechende Sicherheitsstandard“, sagt Wagner-Bockey.

Die SPD im Landtag hatte bereits zum zweiten Mal Geld beantragt, um die Polizeistation in Preetz baulich sichern zu lassen – erfolglos. Mit 40 000 Euro sollten Pläne erstellt werden, die Grundlage für eine Modernisierung sein sollen.

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