Sammler Frank Siegel aus Schellhorn: Zwischen Playmobil und Olympia
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Sammler Frank Siegel aus Schellhorn: Zwischen Playmobil und Olympia

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14:58 21.09.2020
Von Anne Gothsch
Die Weit der Piraten gehört zu den vier Themenwelten, auf die sich Frank Siegel mit seiner Sammlung konzentriert.
Die Weit der Piraten gehört zu den vier Themenwelten, auf die sich Frank Siegel mit seiner Sammlung konzentriert. Quelle: Anne Gothsch
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Schellhorn

Mehr als 6000 Figuren samt Zubehör stapeln sich in Kartons und Plastik-Containern auf dem Dachboden des Einfamilienhauses in Schellhorn, in dem Frank Siegel mit seiner Frau und seiner elfjährigen Tochter wohnt. „Meine Tochter Jara war vor rund zehn Jahren der Auslöser dafür, dass mich die Faszination für Playmobil wieder gepackt hat. Als Kind habe ich schon mit den Figuren gespielt, auf Flohmärkten nach fehlenden Teilen gesucht oder mit anderen Playmo-Fans Zubehör getauscht. Doch mit dem Teenager-Alter war das vorbei“, erzählt Siegel. „Flohmärkte besuche ich aber nach wie vor gern und als ich damals begann, nach Spielzeug für meine Tochter Ausschau zu halten, hat es mich fasziniert, wie detailgetreu die kleinen Plastik-Figuren inzwischen gestaltet und mit vielen Extras ausgestattet waren. Mittlerweile gab es viele verschiedene Themenwelten für Mädchen und Jungen, aktuell müssen es so um die 25 sein.“

Sammlung umfasst mehr als 6000 Spielfiguren und Zubehör

Siegels Leidenschaft war also neu entfacht und hielt auch an, als sich die Tochter vermehrt anderen Spielsachen zuwandte. Der Schellhorner, von Beruf Finanzbeamter, ging von nun an systematisch an die Sache heran. Er konzentrierte sich auf vier Themenwelten: die Ritter, die Römer, die Piraten und die Westernhelden. Die Flohmarktbesuche wurden intensiver, die Suche bei Online-Händlern oder Tauschbörsen zielgerichtet. Auf dem Preetzer Flohmarkt für Lego- und Playmobil-Zubehör gehört der inzwischen 47-Jährige zu den Stammbesuchern.

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„2013 habe ich zum ersten Mal eine Themenwelt im Garten aufgebaut. Zunächst reichte dafür die Terrasse aus. Von da ab bevölkerten dann Jahr für Jahr in der Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten unzählige, mit Schild und Schwert bewaffnete Ritter, in der Arena um die Gunst der Herrscher buhlende Römer oder grimmig dreinblickende Piraten auf Segelschiffen mehr und mehr Gartenfläche. „Der Aufbau nimmt immer mehr Zeit in Anspruch, 70 Stunden kommen da zwischen Himmelfahrt und Pfingsten schnell zusammen. Manchmal helfen Frau und Tochter mit, sind aber meist mit Kuchenbacken beschäftigt, denn an den Feiertagen haben wir dann viel Besuch aus der Familie, von Freunden oder Nachbarn“, erzählt Frank Siegel und seine Augen strahlen.

Olympische Spiele in Los Angeles entfachten zweite Leidenschaft

Sie strahlen auch, wenn der Familienvater von seiner zweiten Sammelleidenschaft erzählt, die sich um die Olympischen Spiele dreht. Seine Faszination dafür habe er als Elfjähriger 1984 entdeckt. „Der Sommer war damals ziemlich verregnet und meine Mutter empfahl mir, im Fernsehen den einen oder anderen olympischen Wettkampf in Los Angeles anzusehen. Das tat ich dann auch und war sofort Feuer und Flamme, vor allem für die farbenfrohe, gigantische Show rund um den sportlichen Wettstreit“, erinnert sich Siegel. Er begann, alle Berichte über die Olympischen Spiele in der Zeitung zu lesen, lieh sich Bücher zu früheren Spielen aus oder kaufte sie sich auf dem Flohmarkt. Längst frönt er auch diesem Hobby mit Akribie und Systematik, nimmt seit 1988 sämtliche Finals auf DVD auf, sammelt Zeitungsausschnitte und Sportlerporträts aus extra für die Zeit der internationalen Wettkämpfe abonnierten Zeitschriften, wertet Statistiken aus und legt für jede Nation einen eigenen Ordner an.
Schon länger hatte sich Frank Siegel darauf gefreut, in diesem Jahr beide Sammelleidenschaften miteinander verbinden zu können, doch die Olympischen Spiele in Tokio wurden wegen der Corona-Pandemie auf nächstes Jahr verschoben. “Aber bei uns im Garten haben sie stattgefunden, mit Schwimmwettkämpfen im selbst gebastelten Stadion, Leichtathletik-Turnieren, Pferderennen und Bootsregatten. Die insgesamt rund 30 Besucher waren jedenfalls begeistert“, erzählt der Sammler.

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