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Plön Herr Martins, müssen Bürger Angst haben?
Lokales Plön Herr Martins, müssen Bürger Angst haben?
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19:04 21.05.2019
Von Silke Rönnau
Nach der Schlägerei in Preetz - Revierleiter Michael Martins, müssen Bürger Angst haben? Quelle: Silke Rönnau
Preetz

Herr Martins, wird der Marktplatz in Preetz wieder zum gefährlichen Ort?

Michael Martins: Nein, wir planen zurzeit nicht, den Marktplatz aufgrund des Vorfalls jetzt wieder zum gefährlichen Ort zu deklarieren. Aber wir betrachten die Lage natürlich weiter. Das Instrument mit der Anordnung eines „gefährlichen Orts“ könnte im Bedarfsfall wieder aktiviert werden. Dazu muss man sagen, dass wir bei dieser Tat zwar über gefährliche Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung sprechen, aber es nicht eine besonders schwerwiegende Straftat in dem Sinne ist. Sie gewinnt nur an Bedeutung durch die Vergangenheit in Preetz. Aber wir haben jetzt nicht wieder, wie es immer so hieß, Preetzer Verhältnisse.

Gab es in Preetz weitere Vorkommnisse in der jüngeren Vergangenheit?

Nein, in diesem Jahr gab es noch nichts Vergleichbares.

Besteht ein Zusammenhang zu den Jugendgruppen, die 2017 und 2018 für Ärger in Preetz gesorgt hatten?

Ja, alle am Freitag festgenommenen Personen gehören zu den Jugendgruppen, mit denen wir in den vergangenen Jahren schon zu tun hatten. Es gab immer mal wieder Körperverletzungen, Bedrohungen oder die eine oder andere Raubstraftat, wo ein Handy abgezogen wurde. Die Personen sind nicht immer alle zeitgleich aufgetreten, sondern haben auch in unterschiedlicher Besetzung agiert. Sie sind alle polizeibekannt.

Warum bekommt man das nicht in den Griff?

Wir haben die Situation im Griff. Die agierende Tätergruppierung ist uns bekannt, sie leben alle in Preetz. Und wie man in diesem Fall auch sieht, sind sofort Sanktionen erfolgt. Gegen alle Personen wird ein Strafermittlungsverfahren geführt. Einer der Hauptbeschuldigten der Schlägerei ist erst kürzlich vom Amtsgericht Plön zu 18 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden, das Urteil ist gerade am Freitag rechtskräftig geworden. Das hat jetzt unter anderem dazu geführt, dass gegen ihn ein Haftbefehl erlassen wurde. Und seit Sonnabend befindet er sich auch schon in einer JVA in Untersuchungshaft. Einen jungen Menschen in Haft zu kriegen, ist gar nicht so einfach. Und weiterhin sind vier Personen über das ganze Wochenende in Polizeigewahrsam genommen worden.

Wenn es wärmer wird, treffen sich wieder mehr Jugendliche auf dem Marktplatz in Preetz. Wie gehen Sie mit Beschwerden von Anwohnern über Lärmbelästigungen in der Innenstadt um?

Wir werden darauf reagieren, indem wir im akuten Fall hinfahren und auch sonst auf dem Markt präsent sind. Wir schauen, wie sich die Situation entwickelt – sind es randalierende Personen oder ruhestörender Lärm – und greifen anlassbezogen ein.

Müssen die Bürger in Preetz Angst haben?

Nein. Wenn es Übergriffe gab, dann nur innerhalb der Gruppen. Es sind nie die Bürger angegangen worden. Insofern müssen sie also auch keine Angst haben.

Wird die Polizeistation Preetz zum Schusterfest am 24. und 25. Mai personell verstärkt?

Die Polizeistation wird zum Schusterfest ohnehin verstärkt – immer dann, wenn es besondere Anlässe und Veranstaltungen gibt, dann reagieren wir auch personell darauf. Wir werden die Zahl der Beamten an beiden Tagen erhöhen. Gleiches gilt am Freitag übrigens auch für die Klausdorfer Festtage in Schwentinental.

Mehr Vorfälle mit Jugendlichen

Zehn bis 15 Personen waren an der Schlägerei am Freitag gegen 21 Uhr in Preetz beteiligt. Die Polizei nahm sechs Tatverdächtige zwischen 16 und 19 Jahren fest. Gegen einen 19-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen.

In den vergangenen Jahren war es immer wieder zu Vorfällen mit Jugendgruppen gekommen. Wegen Körperverletzungen, Bedrohungen und Beleidigungen war die Innenstadt von Preetz von der Polizei im Mai 2017 zum gefährlichen Ort ernannt worden, um Personen anhalten und durchsuchen zu können. Als im September 2017 ein Polizist und nur einen Monat später ein Mädchen durch Schläge von zwei jungen Tätern schwer verletzt wurden, reagierte die Polizei mit massiven Kontrollen auf dem Markt und Hausdurchsuchungen.

Kurz nach der Aufhebung dieser Anordnung bewarfen zwei Jugendliche die Polizeistation mit Steinen. Die Kommunalpolitiker reagierten mit der Schaffung einer zweiten Streetworkerstelle und stellten Mittel zur Gewaltprävention bereit.

„Preetz packt an!“ lautet das Motto einer Diskussionsveranstaltung für Arbeitgeber, zu der der Runde Tisch Arbeit des Kreises Plön für Donnerstag, 23. Mai, einlädt. Dabei geht es um die Unterstützung bei der Integration von Migranten in Ausbildung und Arbeit.

Silke Rönnau 21.05.2019

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