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Plön Ladendieb aus Liebe zur Ehefrau
Lokales Plön Ladendieb aus Liebe zur Ehefrau
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15:22 04.06.2019
Von Hans-Jürgen Schekahn
Symbolfoto Amtsgericht Plön Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
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Plön

Der Hartz-IV-Empfänger ging im Dezember 2017 im Ostseepark in Schwentinental shoppen. In einem Sportgeschäft sah er schmucke T-Shirts. Drei davon im Gesamtwert von über 100 Euro steckte er in eine Tüte und wollte aus dem Laden verschwinden. Doch die Diebstahlsicherung löste ein akustisches Signal aus. Eine Verkäuferin sprach den jungen Mann an. Der warf erst mit seiner Plastiktüte nach ihr, hob sie wenig später auf und schubste dabei die Frau gegen die Eingangstür. Sie blieb unverletzt. Auf der Flucht warf er die Tüte wieder weg.

Angeklagter uneingeschränkt geständig

Der Angeklagte, der unter psychischen Problemen leidet, ließ seinen Anwalt für sich sprechen. „Uneingeschränkt geständig“ und „schuldig im Sinne der Anklage“ sei sein Mandant. 

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Der Mann lebt mit seiner Ehefrau und drei kleinen Kindern in ärmlichen Verhältnissen in Hamburg. Die Lage der Familie belastet zudem die Erkrankung des Mannes. Er habe seiner Frau einmal zu Weihnachten etwas Schönes schenken wollen, sagte der Angeklagte leise. Sein Geld, was er dabei hatte, habe nicht gereicht, um die T-Shirts zu kaufen. „Gestohlene Sachen sind keine guten Geschenke“, sagte der Vorsitzende Richter.

Wegen Diebstahls schon vor dem Jugendgericht

Der 23-Jähriger kam in der Vergangenheit schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. Dabei ging es zumeist um Diebstähle, die nach Jugendstrafrecht sanktioniert wurden. Die letzte Tat liegt allerdings vier Jahre zurück. Trotz seiner Krankheit strebt er eine Ausbildung zum Automechaniker an. Er hat dafür offenbar eine Zusage einer kleinen Autowerkstatt in Hamburg

In seinem Urteil ging das Gericht von einem minder schweren Fall des räuberischen Diebstahls aus. Er könne in dem Angeklagten keine Persönlichkeit erkennen, die jederzeit wieder eine Straftat begeht, so der Vorsitzende Richter. Auch sei die Verkäuferin unverletzt geblieben, das Diebesgut dem Geschäft unbeschädigt erhalten.

Das Gericht legte dem Angeklagten neben der Bewährungsstrafe 60 Stunden gemeinnützige Arbeit auf. Eine geordnete Tagesstruktur soll ihm auch gesundheitlich weiter helfen.

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