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Plön Kokocinski wird Werkleitung entzogen
Lokales Plön Kokocinski wird Werkleitung entzogen
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19:04 28.06.2019
Von Frida Kammerer
Die Gemeindevertretung Schönberg hat Bürgermeister Peter Kokocinski (SPD) die Werksleitung entzogen. Quelle: Frida Kammerer
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Schönberg

Es ist beschlossene Sache: Die Gemeinde Schönberg bekommt einen Werkleiter für die drei Betriebsteile Ortsentwässerungsbetrieb, Tourist-Service und den Bauhof. Die CDU- und EIS-Fraktionen hatten in der Gemeindevertretersitzung einen entsprechenden Antrag eingebracht. Damit ist nicht mehr der Bürgermeister der Werkleiter, sondern für diese Position wird eine neue Stelle geschaffen.

Hitzige Debatte im Schönberger Rathaus

In der vorangegangenen Debatte hatte die SPD-Fraktion noch entschieden versucht, den Antrag zu verhindern. „Ein Werkleiter schafft zusätzliche Hierarchien“, erklärte Wolfgang Mainz. Ein Chef müsse Zugriff auf die Mitarbeiter haben, ein Werkleiter würde der Gemeinde eher schaden als helfen und bei einem hauptamtlichen Bürgermeister auch nicht sinnvoll sein. Zu den defizitären Zuständen der Betriebsteile, der Bauhof ist beispielsweise 900.000 Euro im Minus, erklärte Mainz: Man müsse „sich diese Probezeit einfach mal gönnen“. Er sprach sich dafür aus, die Amtszeit von Peter Kokocinski (SPD), die noch vier Jahre dauert, abzuwarten.

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„Ich verstehe nicht, wieso hier solche Fronten aufgebaut werden. Sie können die Aufgaben nicht alle wahrnehmen“, hielt Ralf-Dieter Schletze von der EIS-Fraktion dagegen. Der Bürgermeister solle entlastet werden. Kokocinski selbst hat sich eine andere Art der Entlastung gewünscht: Der Bürgermeister schlug vor, eine Stelle für Projektmanagement zu schaffen, die ihm zuarbeite, unter anderem in Sachen Ortsmarketing und Umsetzung des Ortsentwicklungskonzepts Schönberg 2030. Der Hauptausschuss hatte den Antrag abgelehnt.

CDU und EIS bleiben bei ihren Positionen

„Bürgermeister und Werkleitung sind zwei getrennte Tätigkeitsbereiche“, stellte Stefan Hirt von der CDU klar. In anderen Gemeinden seien diese Aufgaben seit vielen Jahren getrennt, da beide Bereiche unterschiedliche Kompetenzen erfordern. CDU und EIS bemängelten vor allem, dass die gemeindeeigenen Betriebsteile nicht sauber arbeiteten. „Der Tourist-Service muss wieder wirtschaftlicher sein“, sagte Jürgen Cordts (EIS). Zwar sei Kokocinski auf sechs Jahre gewählt, aber man könne nicht sechs Jahre Stillstand hinnehmen. „Wir haben uns das jetzt zwei Jahre angeguckt.“ Kokocinski hielt dagegen: „Ich habe geliefert! Sie können froh sein, einen Bürgermeister zu haben, der einiges geliefert hat!“, sagte Kokocinski und verwies auf das kostenlose WLAN, das er in der Gemeinde eingeführt hat.

Antrag kam überraschend - Sitzungspause folgte

Die SPD brachte überraschend einen Antrag ein, dass die Ausschreibung der Werkleitung ausbleiben soll, bis die Aufgaben von Bürgermeisteramt und Werkleitung klar definiert sind. CDU und EIS haben den Antrag nach einer Sitzungsunterbrechung geschlossen abgelehnt. Mit der gleichen Mehrheit wurde dann für einen Werkleiter gestimmt. Nach der Sommerpause soll über die Gemeindesatzungsänderung abgestimmt und so der Weg für einen Werkleiter bereitet werden.

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