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Plön Frau (39) starb durch Schussverletzung
Lokales Plön Frau (39) starb durch Schussverletzung
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15:55 04.01.2019
Von Niklas Wieczorek
Der Tod einer dreifachen Mutter beim Silvesterfeuerwerk in Schönberg (Kreis Plön) geht nach neuen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft und der Kripo auf eine Schussverletzung und nicht auf illegales Feuerwerk zurück. Quelle: Frank Peter
Schönberg

Sie wollte nur das Silvester-Feuerwerk genießen - nun ist eine 39-jährige Mutter aus Schönberg tot. „Nach der Obduktion gehen wir mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Frau durch eine Schussverletzung getötet worden ist“, sagte die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Donnerstag. Demnach handelte es sich bei den Metallsplittern im Kopf der Frau um Teile eines Projektils unbekannten Kalibers.

Frau aus Schönberg brach blutend an Silvester zusammen

Die 39-Jährige aus Schönberg trat an Silvester kurz nach Mitternacht mit ihrem Mann und der Tochter vor die Tür ihres Reihenhauses in der Goethestraße, doch nach wenigen Minuten brach die Mutter von drei Kindern (eine siebenjährige Tochter und Zwillinge im Alter von einem Jahr) urplötzlich mit einer blutenden Wunde am Kopf zusammen und war nicht mehr ansprechbar.

Trotz einer Notoperation in einer Kieler Klinik verstarb sie noch am Neujahrstag 2019. Die Ärzte entdeckten dabei kleine Metallsplitter im Kopf der 39-Jährigen aus Schönberg, die die Frau augenscheinlich getötet hatten.

Vermutung bestätigte sich nicht

Zunächst wurde vermutet, dass die Verletzungen durch illegale Feuerwerkskörper verursacht worden waren. Doch seit der Obduktion halten die Ermittler eine Schussverletzung als Todesursache für wahrscheinlicher.

Hier sehen Sie Bilder von den Ermittlungen in Schönberg.

Die Staatsanwaltschaft Kiel und Mordkommission ermitteln weiter auf Hochtouren wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts. Die Hintergründe der Tat in Schönberg seien noch unklar, sagte die Kieler Oberstaatsanwältin Birgit Heß am Donnerstag.

Spendenaktion für Familie in Schönberg

Der Tod der dreifachen Mutter, die in Schönberg in der Silvesternacht ums Leben kam, bewegt die Menschen überall in Schleswig-Holstein. Und viele wollen helfen. Daher sammelt der Verein „KN hilft“ in Abstimmung mit der Gemeinde Schönberg ab sofort Geldspenden für die betroffene Familie.„Wir begrüßen diese Initiative, denn das Bedürfnis zu helfen ist sehr groß. Das KN-Konto ist eine gute Möglichkeit, die Familie in dieser tragischen Situation zu unterstützen“, sagt Schönbergs Bürgermeister Peter A. Kokocinski. Das Konto bei der Fördesparkasse lautet: KN hilft, Stichwort „Schönberg/Familie“, DE05 2105 0170 1400 2620 00. Auf Wunsch wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt, dafür wird die Angabe der Adresse benötigt.

Tatort Goethestraße in Schönberg: Anwohner werden befragt

Am Donnerstag befragten Beamte in Schönberg erneut Anwohner der Goethestraße und sicherten Spuren am Tatort. Am Nachmittag sollte eine Einsatz-Hundertschaft der Polizei das Gebiet absuchen. Bei ihrer Arbeit wurden die Beamten auch vom Landeskriminalamt Hamburg unterstützt.

Vor Ort setzten die Ermittler auch einen 3D-Scanner ein. „Dieser ermöglicht eine visuelle Darstellung des Tatorts“, sagte Polizeisprecher Matthias Felsch. Eine heiße Spur gebe es bislang nicht. Wie lange die Untersuchungen vor Ort andauern werden, ist noch unklar. Zunächst einmal dauern die Ermittlungen vor Ort noch bis Ende der Woche.

Polizei steht am Anfang der Ermittlungen

Auf ein Motiv für eine gezielte Tat deutet zunächst nichts hin. „Wir sind noch in den Anfängen unserer Ermittlungen“, sagt Polizeisprecher Matthias Felsch, der aus Kiel am Donnerstag nach Schönberg gefahren ist, um den Medienvertretern Rede und Anwort zu stehen. „Die Personen im Umfeld werden befragt und wir versuchen daraus unsere Rückschlüsse zu ziehen.“

Die Menschen in dem Hauptort der gleichnamigen 6000-Einwohner-Gemeinde vor den Toren der Stadt Kiel sind geschockt. Und doch müssen die Ermittler auf genau ihre Mithilfe setzen. Denn dass jemand mit irgendeiner Art Waffe um sich geschossen haben dürfte, könnte nicht unbemerkt geblieben sein.

Die Goethestraße in Schönberg gehört zu einem Wohngebiet gegenüber dem VKP-Busbahnhof, dem sogenannten Dichterviertel am Ortsrand von Schönberg und besteht vorrangig aus Reihenhäusern aus den 1960er-Jahren.

Frau angeschossen: Zeugen sollen sich bei der Kripo Kiel melden

„Der Zeugenaufruf ist uns sehr wichtig“, sagt Oberstaatsanwältin Birgit Heß. „Es gibt bisher noch keine sachdienlichen Hinweise.“ Konkrete weitere Erkenntnisse konnte sie nach der Obduktion ebenfalls noch nicht in Aussicht stellen, hoffte aber auf die Auswertungen der zahlreichen Untersuchungen vor Ort.

Das große Medienecho an den Tagen nach dem tragischen Vorfall versetzt den Ort Schönberg stark in Aufruhr, könnte aber dafür sorgen, dass jede kleine Beobachtung an die Ermittler weitergetragen wird. Die versuchen jetzt das Rätsel um den Tod der dreifachen Mutter zu lösen.

Die Kieler Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei suchen Zeugen des Vorfalls. Wer Silvester zwischen Mitternacht und etwa 0.30 Uhr in Schönberg im Bereich von Goethestraße, Herderstraße und Probsteier Allee jemanden beobachtet hat, der mit Waffen hantierte, solle sich mit der Kripo in Kiel unter Tel. 0431/160 3333 in Verbindung setzen.

Nicht die ersten Schüsse an Silvester: Weitere Fälle

Ähnliche Fälle ereigneten sich in den vergangenen Jahren in Deutschland. In zwei Fällen griffen Männer zur Waffe und verletzten Frauen. An Silvester 2017 hatte in Salzgitter (Niedersachsen) ein Mann (68) mit einer scharfen Pistole auf ein Mädchen (12) geschossen.

Die 12-Jährige erlitt einen Rippendurchschuss, überlebte aber. An Silvester 2016 tötete ein Mann (58) in Unterfranken eine Elfjährige mit einem Kopfschuss. Er hatte sich über Böllerlärm geärgert.

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