Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Gemeinschaftsschule hat Besuch aus China
Lokales Plön Gemeinschaftsschule hat Besuch aus China
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:28 20.08.2019
Von Frida Kammerer
Ida Zimmermann (v.li), Chuny Gu, Miao Gu und Johanna Röttger erarbeiten Unterschiede in den verschiedenen Kulturen. In China trinkt man eher warme, in Deutschland kalte Getränke. Quelle: Frida Kammerer
Anzeige
Schönberg

Marmeladenbrötchen statt Udon-Suppe zum Frühstück, Kaffee statt Tee. Eine ganz schöne Umstellung für die 20 chinesischen Jugendlichen, die momentan in der Gemeinschaftsschule Probstei zu Gast sind. Zum siebten Mal findet die internationale Jugendbegegnung statt, zum dritten Mal sind chinesische Schüler der Middle School No. 50 aus Nanjing in Schönberg.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Zusammen mit den deutschen Schülern der Gemeinschaftsschule Probstei erarbeiten sie in Projektgruppen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten – und die sind schnell gefunden. Während man in chinesischen Schulen einen Zehn-Stunden-Tag hat, also insgesamt 50 Wochenstunden, und am Wochenende kommt noch die Abendschule dazu, sind es nach deutschem Schulgesetz nur 33 Wochenstunden – natürlich haben die Kinder am Wochenende frei. Auch die Art des Unterrichts unterscheidet sich sehr. Bei einer Klassenstärke von 45 Schülern, muss in China absolute Disziplin herrschen. Während es in Deutschland kein Problem ist, in der Stunde kurz das stille Örtchen aufzusuchen, ist das in China strikt verboten.

Anzeige

Schülerin Ida Zimmermann findet das eher befremdlich: „Dass die Schüler mehr Respekt vor den Lehrern haben, ist zwar gut, aber bei so viel Druck ist man dauernd angespannt“, sagt die 14-Jährige. Dauernde Anspannung sei schlecht für die Lernatmosphäre. Die vier mitgereisten chinesischen Lehrer sind so viel „Chaos“, wie offene Lerngruppen, zwar nicht gewohnt, aber sehen nichts Falsches daran: „Bei so großen Klassen wie in China müssen Disziplin und strengere Regeln her“, erklären sie. Für so kleine Klassen wie in Deutschland sei es aber gut, dass nicht alles so streng gehandhabt wird – umsetzbar sei das in China leider nicht.

Lehrer sind von deutschem Lehrplan begeistert

Ähnlich gut gefiel den Lehrern der Sport-Anteil im Stundenplan. Immerhin sind drei Wochenstunden für den Sportunterricht vorgesehen – der Anteil sei somit viel höher als in China. Gerne würden die Lehrer das übernehmen: „Man kann nur gut lernen, wenn der Körper gesund ist“, sagt einer der Gastlehrer in Anlehnung an den römischen Dichter Juvenal. Ein weiterer Vorteil der Gemeinschaftsschule Probstei sei, dass die Kinder im Unterricht kochen lernen – so viel Praxisnähe kommt gut an bei den Gästen aus Ost-Asien.

Neues Lieblingsessen

Essen ist generell ein großes Thema zwischen Gästen und Gastgebern. Eine Projektgruppe beschäftigt sich mit „Essen und Schrift“. Während die deutschen Jugendlichen mit leichtem Zögern ankündigen, dass sie schon „einiges probieren“ würden, ausgenommen Schildkröten und Hund, sind die chinesischen Gäste vom deutschen Essen begeistert. Vor allem Brötchen mit Marmelade stehen hoch im Kurs. „Ich bin selbst überrascht. Ich dachte, dass die Besucher eher Herzhaftes bevorzugen – chinesisches Essen ist ja eher weniger süß“, wundert sich Heiko Lükemann, stellvertretender Schulleiter und selbst Gastgeber.

Noch bis Ende der Woche sind die chinesischen Gäste zu Besuch. Der Gegenbesuch der Schüler aus der Probstei erfolgt dann im Herbst 2020. Dann haben die Gäste die Chance sich zu revanchieren. „Ihr seid viel zu gastfreundlich zu uns“, haben sich die chinesischen Lehrer bei den Gastgebern bedankt.

Plön Glasfaser für Laboe - Private Initiative kämpft weiter
Astrid Schmidt 19.08.2019
Anne Gothsch 19.08.2019
Hans-Jürgen Schekahn 19.08.2019