Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Mittagstischfonds springt ein
Lokales Plön Mittagstischfonds springt ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:41 26.09.2019
Von Frida Kammerer
Fiona Kuschel (links) und Lara Post von der Gemeinschaftsschule Probstei essen im Kinder- und Jugendhaus jeden Tag Mittag. Quelle: Frida Kammerer
Schönberg

Kinder, die vom Chancenteilhabegesetz profitieren, müssen zum Mittagessen nichts mehr dazu bezahlen – das übernimmt der Staat. Wenn den Eltern die 2,50 Euro fürs Mittagessen fehlen, sie aber keine Sozialleistungen beanspruchen, springt der Mittagstischfonds ein. „Manchmal sehen wir, dass Kinder sich heimlich beim Sitznachbarn den Salat abzwacken oder zwei Kinder von einem Teller essen. Dann fragen wir schon nach, woran das liegt“, erklärt Matthias Sieck, Leiter des Kinder- und Jugendhauses. Häufig kommt dann erst die „versteckte Armut“ heraus: „Zwar geht die alleinerziehende Mutter Vollzeit arbeiten, aber wenn man den Beruf hört, kann man sich denken, dass da die 2,50 Euro für den Mittagstisch schon zu viel sind“, sagt Sieck. Der Fonds des Mittagstischs ist nicht an Sozialleistungen gebunden, die Eltern müssen keine Bedürftigkeit nachweisen. „Wir haben da völlig freie Hand, es gibt keine Staffelung oder Listen, wer bedürftig ist und wer nicht“, erklärt Küchenleiterin Heike Lohmar.

Kinder merken nicht, wer das Essen bezahlt

Das Essen wird mit einer Karte bezahlt, auf die das Essen gebucht wird und Mitte des Monats geht die Lastschrift vom hinterlegten Konto ab. Entweder vom Konto der Eltern – oder das Geld wird vom Mittagstischfonds abgebucht. Die 2,50 Euro, die für das Essen bezahlt werden, decken vor allem die Kosten für die Lebensmittel. Dazu kommen noch Lohnkosten und Betriebskosten wie Strom. „Ohne die Unterstützung des Schulverbands und der Gemeinde könnten wir das nicht stemmen“, erklärt Sieck. Die Lebensmittel kommen aus der Region – viele Produkte sind bio: „Wir haben mit Erzeugern Kooperationen, die machen uns wirklich gute Preise“, sagt Lohmar.

Das Konzept kommt bei den Jugendlichen an. Die Oberstufenschüler könnten eigentlich das Schulgelände verlassen und auswärts essen, aber die Tische der Mensa sind trotzdem immer voll. Fiona Kuschel (14) und Lara Post (15) essen hier täglich: "Das Essen ist gut", sind die beiden sich einig. Dass es keine Fast-Food-Gerichte wie Döner gibt, vermissen die Neuntklässlerinnen nicht.

Bald soll es auch Frühstück geben

„Für manche Kinder ist das Mittagessen hier die erste Mahlzeit am Tag“, sagt Sieck. Das soll sich ändern, voraussichtlich ab November wolle man von 7.15 bis 7.45 Uhr Frühstück anbieten. Ein Büfett mit Cornflakes, belegten Brötchen, Obst und Gemüse sowie Getränken soll die Kinder dann für 1,50 Euro fit für den Tag machen.

Für den Betrieb werden 12.000 Euro pro Jahr benötigt. 7500 Euro steuert jährlich die Gemeinde bei, der Rest muss aus Spenden finanziert werden. „Manchmal sind das so Kleckerbeträge wie 150 Euro von einem Skatabend“, erzählt Sieck, der sich natürlich auch über die kleinen Summen freut. Manchmal gibt es aber auch große Spenden: Die Ostseeklinik Holm hat dem Kinder- und Jugendhaus vor Kurzem eine Spende von 15.000 Euro zugesagt. Die Summe wird über die kommenden drei Jahre verteilt. "Für uns ist das eine schöne Sache, wir sehen eins zu eins wo das Geld hingeht – nämlich dahin, wo es gebraucht wird", erklärt Thomas Fettweiß, Geschäftsführer der Ostseeklinik Holm.

Mehr aus dem Kreis Plön lesen Sie hier.

Die Stadt Plön will mehr für den Klimaschutz tun. Die Ratsversammlung verabschiedete eine Resolution, in der sie sich selbst verpflichtet, bei allen zukünftigen Beschlüssen die Klimaverträglichkeit zu prüfen. Streit gab es um das Wort „Klimanotstand“.

Hans-Jürgen Schekahn 26.09.2019

Die Anwohner der Dorfstraße und am Wiesenweg in Stolpe müssen weiter damit rechnen, zur Finanzierung des Straßenausbaus herangezogen zu werden. Eine große Mehrheit in der Gemeindevertretung lehnte am Mittwoch den Antrag zur Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung ab.

Sven Tietgen 26.09.2019

Parkende Autos sind in vielen Straßen in der Gemeinde Blekendorf ein Ärgernis, im schlimmsten Fall ein Hindernis für Feuerwehr und Müllfahrzeuge. Die Gemeindevertretung verpflichtet die zukünftigen Bauherren nun, für jede neue Wohnung zwei Stellplätze auf ihrem Grundstück vorzuhalten.

Hans-Jürgen Schekahn 26.09.2019