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Plön Gästebeschwerden häufen sich
Lokales Plön Gästebeschwerden häufen sich
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00:40 16.08.2014
Von Astrid Schmidt
Seegras sammelt sich bei ungünstigen Windrichtungen zuhauf an Buhnen und beeinträchtigt das Strandvergnügen. Quelle: asc
Schönberg

„Das ist für die Gemeinde eine finanzielle, logistische und personelle Herausforderung, der sie sich stellen muss", erklärte Tourismus-Chef Folkert Jeske.

Seegras häuft sich an, lagert sich vor allem an den Buhnenrändern ab und auf der ohnehin in Teilen der Strände schon spärlichen Sandfläche. Ablandiger Wind macht dichte Seegrasteppiche im Wasser sichtbar. Mit Radladern und Greifern sind die Mitarbeiter des Bauhofes im Einsatz, fahren in den frühen Morgenstunden, bevor die Urlaubsgäste an die Strände strömen, den Tang in das Zwischenlager an der Kläranlage in Schönberg. Das war im vergangenen Jahr eigens für diesen Zweck gebaut worden. Auf der Fläche wird das Seegras abgelagert, bevor es auf Belastungen hin untersucht (kostenpflichtig) und möglichst auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht wird.

„Wir hatten bisher eine große Abfuhr im Jahr, in diesem Jahr fahren wir bereits zum vierten Mal Seegras ab“, erklärte Folkert Jeske. Denn die sich für Flora und Fauna prächtig entwickelnden Seegrasfelder vor der Küste bringen den Ostseebädern Probleme, die das touristische Geschäft erschweren. „Das wird uns zunehmend beschäftigen“, sagte der Leiter des Tourist-Service. Er setzt gemeinsam mit seinem Team auf Aufklärung und Information, hat ein Beschwerdemanagement entwickelt, in dem die Gäste schriftliche Antworten auf ihre Fragen und Kritik bekommen. Aber: „Dieses Thema gehört in das touristische Entwicklungskonzept“, betont Jeske. Da müsse eindeutig drin stehen, dass die Gemeinde das, was angespült wird, beseitigt. „Das kostet Geld, aber das darf kein Argument sein, es nicht zu tun“, erklärt Jeske. Denn mit dem demografischen Wandel gehe auch ein Wertewandel einher. Die Gäste seien reiseerfahren und wüssten, wie es an anderen Stränden aussieht. Und bei allem Verständnis für Natur seien sie nicht bereit, 400 Meter weiter nach links oder rechts zu gehen, wo gerade kein Seegras liege. Er habe großes Verständnis für die Urlauber, die ihren Strandkorb gebucht haben und nun vor einem stinkenden Haufen sitzen, so Jeske. „Wir müssen uns dieser Herausforderung stellen, wenn wir im touristischen Geschäft weiter mitspielen wollen“, erklärt der Schönberger Tourismuschef.