Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Plön Ralf Spreckels hat Spaß am Schreiben
Lokales Plön Ralf Spreckels hat Spaß am Schreiben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 11.09.2019
Von Nadine Schättler
Plattdüütsch-Schriever Ralf Spreckels (73) aus Schönkirchen nimmt in seinem neuen Buch auch aktuelle Themen wie die Digitalisierung aufs Korn. Quelle: Nadine Schättler
Schönkirchen

Herr Spreckels, wie wollen Sie junge Menschen für die plattdeutsche Sprache begeistern?

Ich versuche, modernere und auch ernsthaftere Themen in meine Geschichten zu bringen. Wenn ich auf einer Lesung von der Digitalisierung erzähle, bekomme ich viele positive Reaktionen auch von jungen Zuhörern. Denn wenn wir nur noch über das Plattdeutsche lachen können, nehmen wir die Sprache nicht mehr ernst und sie stirbt aus. Schenkelklopf-Theater war früher mal.

Ist die plattdeutsche Sprache auch Social Media-tauglich?

Mit Sicherheit. Das Plattdeutsche hat einen großen Vorteil: Man kann viele Dinge sagen, die deutlich weniger verletzend sind. Zum Beispiel: Du hest een op de Luuk. Das klingt viel weicher als seine hochdeutsche Übersetzung (Du bist nicht ganz dicht. Anm. d. Red.). Wenn junge Menschen sich für Facebook und Instagram interessieren, sollte man das nicht ignorieren.

Welche Themen beschäftigen Sie in Ihrem neuen Buch?

Das sind alles bunte Geschichten aus meinen Zettelkisten, die immer noch voller Ideen sind. Bei der Geschichte „BH mit Sensor“ meckere ich gegen die moderne Technik, mit deren Hilfe in Japan ein BH entwickelt wurde, der auf Körpersignale reagiert. Das war auch ein Hör mal `n beten to-Beitrag für den NDR. Da gelte ich ohnehin als der Meckerer - im positiven Sinne. Am Ende sage ich gerne: Aver mi fraagt jo kener mehr, ick bün to old (lacht). Außerdem gibt es Geschichten von Kindern, Tieren, Fahrradtouren und zum Schluss Weihnachtliches. Wie man das zum Ende eines Buches so macht.

Seit etwa 20 Jahren schreiben Sie plattdeutsche Geschichten und Gedichte, mit denen Sie noch unzählige Bücher füllen könnten. Warum schreiben Sie so gerne?

Schon in der Schule hat mir das Schreiben Spaß gemacht, meine Aufsätze waren immer gut. Schreiben ist für mich das Ventil für die Seele. Ich werde dabei Ärger und Kummer los. Manchmal hänge ich für meine Frau Gelchen ein Schild an die Bürotür: Bitte nicht stören. Dann bin ich ganz in meine Arbeit vertieft. Meine Frau schiebt mir dann etwas zu Essen durch, wie im Knast. Oder ein Gläschen Wein.

Haben Sie eine Lieblingsgeschichte?

In meine Bücher kommen eigentlich nur Lieblingsgeschichten. Was ich auch gerne mag, sind Gedichte, also Riemels. In meinem neuen Buch sind einige Gedichte mit reingekommen wie beispielsweise „Kinnerfragen“, in dem ich erzähle, was Kinder so fragen. Wenn ich das bei einer Lesung vortrage, weinen die Leute manchmal vor Rührung. Vielleicht weil sie sich an ihre eigene Kindheit erinnern.

Sie waren 2019 sogar als ältester Teilnehmer beim NDR-Poetry Slam dabei. Was haben Sie noch alles vor?

Eigentlich wollte ich mit meinen Lesungen mal etwas kürzer treten. Meine Frau und ich haben ja auch noch andere Hobbys. Aber solange ich fit im Kopf bleibe und auch körperlich, mache ich weiter. Nur meine ganzen Zettelkisten mit Ideen zu verarbeiten, das schaffe ich wohl nicht mehr. Dafür bräuchte ich ein zweites Leben.

Das Buch „Vun wegen Tüdelkraam“ mit 111 Seiten erscheint am Donnerstag, 12. September, mit der ISBN 978-3-87651-460-4 im Quickborn Verlag und kostet 8,80 Euro.

Plön Kreisliga Ostholstein - Der Lauf des TSV Selent hält an

In der Kreisliga Ostholstein sind nach sieben Spieltagen nur noch die SG Insel Fehmarn und der Aufsteiger TSV Selent ungeschlagen. Der Neuling kommt nach dem 5:2-Sieg beim SV Fortuna Bösdorf bereits auf 17 Punkte und liegt nur einen Zähler hinter dem Spitzenreiter TSV Gremersdorf.

Michael Felke 10.09.2019

Die Stadt Preetz will ihre Anstrengungen in Sachen Klimaschutz deutlich verstärken und setzt sich ein ambitioniertes Ziel: Preetz soll bis 2030 zu einer klimaneutralen Kommune entwickelt werden. Bis zum Jahresende ist dafür ein Leitbild zu erarbeiten.

Anne Gothsch 10.09.2019

Das neue Kita-Reformgesetz sorgt in Kommunen derzeit für Sorge. Sorge vor Mehrkosten und sinkender Qualität, wie Bürgermeister Peter Kokocinski im Anschluss an die Sitzung des Sozialausschusses sagte. „Dieses Reformgesetz ist nicht der große Wurf, im Gegenteil, es geht nach hinten los."

Astrid Schmidt 10.09.2019