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Plön Vogel entsteht nach uralten Schablonen
Lokales Plön Vogel entsteht nach uralten Schablonen
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12:22 11.06.2019
Von Silke Rönnau
Das Schützenfest kann kommen: Gildetischler Hauke Hansen (rechts) hat den Vogel angefertigt, Gildemaler Karl-Heinz Langbehn (links) hat ihn mit Farbe versehen. Schießwart Dirk Peters tauft ihn bei der Abnahme. Quelle: Silke Rönnau
Preetz

„Für den Vogel gibt es uralte Schablonen, die ich schon in meiner Lehrzeit ab 1978 genutzt habe“, erzählt er. Auch heute noch werden die Einzelteile aus heimischen Hölzern in seinem Betrieb in Preetz ausgesägt und zu einem stattlichen Exemplar mit einer Spannweite von 147 Zentimetern und einer Höhe von 150 Zentimetern zusammengesetzt.

In der Chronik der Gilde ist nachzulesen: „1872 wird der eiserne Vogel nicht abgeschossen, in Zukunft wird auf einen Holzvogel geschossen.“ Die eisernen Reste hängen heute noch im Gildeheim am Weinberg.

"Da kann keine Kugel vorbei fliegen"

Früher musste beim Schießen auf dem Schützenplatz auch der Wanderweg im Wehrberg gesperrt werden. Heute bestehe keine Gefahr mehr, betont Schießwart Dirk Peters. Der Vogel hänge in einem Kasten, der als Geschossfang diene. Die Stahlplatte könne nicht durchschossen werden.

Außerdem seien die Kleinkaliber-Waffen auf einer Konstruktion mit einem Kardangelenk so eingestellt, dass sie nur diesen Kasten treffen könnten. „Da kann keine Kugel vorbei fliegen.“ Der Schießstand auf dem Schützenplatz werde außerdem regelmäßig durch einen Sachverständigen abgenommen. 

Grünes Gefieder, gelb-rote Krone

Wenn Hauke Hansen den Vogel fertig gebaut hat, wandert er zu Gildemaler Karl-Heinz Langbehn. „Die richtige Festigkeit kommt durch die Farbe“, flunkert der mit einem verschmitzten Grinsen. In Grün mit ein bisschen Grau und Schwarz präsentiert sich das Gefieder, während Krone, Beine und Schnabel in Gelb und Rot leuchten. Seine Frau Beate hat wieder die Fahnen gefertigt.

Wenn er fertig ist mit dem Malen, kommen traditionell der Gildetischler und der Gildeschießwart zur offiziellen Abnahme und Taufe – wobei der Name nicht verraten wird – zu ihm.

Aufgemalt sind auch kleine weiße Punkte, die in einer bestimmten Reihenfolge anvisiert werden müssen. „Wir fangen mit der Krone an, dann kommt der Schnabel, dann geht es rechtsherum weiter“, erläutert Peters.

Insgesamt könnten 23 Trophäen abgeschossen werden. Nach dem Abschuss gibt es einen silbernen Löffel – allerdings nicht für den Schützen, sondern für einen Gildebruder, der über die Schießliste ermittelt wird. „Das fördert ein bisschen die Gemeinschaft, der Löffel-Gewinner gibt dem Schützen dann einen aus“, erzählen sie. 

Zitrone ist als Trophäe besonders begehrt

Besonders begehrt ist die Zitrone im Schnabel, die deshalb auch schon mal frühzeitig fällt. Doch wer zuerst die falsche Trophäe trifft, muss in die Kasse einzahlen. Die Zitrone kostet 25 Euro, andere Trophäen 5 Euro, sagt Peters.

Zum Schluss ist der Rumpf dran, der geteilt werden muss. „Wenn er runterfällt, wird der König proklamiert.“ Das Schießen fängt gegen 14 Uhr an und sollte gegen 18.30 Uhr beendet sein. Doch es gab Jahre, in denen es schon mal länger gedauert hat. Zwischen 1200 und 1900 Schuss werden abgefeuert.

König ohne einen einzigen Schuss

Nicht jeder Gildebruder nehme am Schießen teil, rund 30 bis 40 stünden am Schießstand, erzählt Peters. Wer den Rumpf abschieße, werde Königsschütze. Auch der könne dann zur Majestät ausgerufen werden, wie es Hauke Hansen passiert ist, aber meistens entscheidet das sogenannte Gildeschicksal. „Man kann deshalb auch König werden, ohne einen einzigen Schuss abgegeben zu haben – das ist mir 2013 passiert“, berichtet Peters lachend.

Schützenfest Preetz

Zeitplan für das Schützenfest in Preetz

Das Schützenfest der Preetzer Schützengilde von 1442 startet am Freitag, 14. Juni, ab 19.30 Uhr mit dem Gottesdienst in der Klosterkirche und dem anschließenden Vogel-zu-Baum-bringen. Abmarsch im Kloster ist um 20 Uhr mit einem Stopp auf dem Marktplatz, berichtet der neue Ältermann Wolfgang Schneider. Um 21 Uhr beginnt der Festkommers im Festzelt auf dem Schützenplatz.

Am Sonnabend, 15. Juni, geht es früh los. Ab 7.30 Uhr treffen sich die Gildebrüder im Restaurant Artemis, um 8 Uhr setzt sich der Umzug in der Langebrückstraße mit dem Preetzer Blasorchester in Bewegung. Zunächst werden Bürgermeister Björn Demmin und Klosterprobst Eckhard Graf von Hahn abgeholt, bevor es weiter zur amtierenden Majestät Christian Bruschkat geht. Danach wird ein Halt am Haus am Klostergarten eingelegt. Gegen 11 Uhr trifft der Umzug auf dem Marktplatz ein, wo das Orchester den „Gruß an Preetz“ spielt und die Gildebrüder Eis verteilen. Um 11.15 Uhr ist Abmarsch zum Ehrenmal im Wehrberg mit Kranzniederlegung.

Danach geht es auf dem Schützenplatz weiter. Nach Frühstück, Vereidigung und Reden wird ab 14 Uhr auf den Vogel geschossen. Das Damenschießen beginnt um 17 Uhr. Gegen 21.30 Uhr wird der neue König proklamiert.

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