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Plön Wildschweine jetzt hinter Doppelzaun
Lokales Plön Wildschweine jetzt hinter Doppelzaun
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16:35 21.07.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Bauhof-Chef Thomas Nebendahl von der Stadt steht am neuen inneren Zaun des nunmehr doppelt eingezäunten Wildschweingeheges im Schwentinepark. Für Besucher gilt: Die Schweine dürfen auf keinen Fall gefüttert werden. Sie könnten sich sonst mit Viren anstecken, vielleicht sogar mit der Afrikanischen Schweinepest. Quelle: Sibylle Haberstumpf
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Schwentinental

Rund 10.000 Euro kosten die Erneuerungen. Was besonders ins Auge sticht: Das ganze Gehege ist jetzt doppelt eingezäunt. Nötig geworden waren diese Bauarbeiten wegen der Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest, die im Herbst 2018 die Verantwortlichen im Schwentinentaler Wildpark alarmiert hatte. Amtstierärztin Dr. Kristin Schwartau gab damals als wichtigste Maßnahme, um die Einschleppung der für den Menschen ungefährlichen Seuche zu vermeiden, einen doppelt gestalteten Zaun mit drei bis vier Metern Abstand und einer Höhe von mindestens 1,40 Metern vor. Dazu eine Elektrolitze am inneren Wildschutzzaun, damit die Schweine nicht unterwühlen können. Das ist nun umgesetzt.

Füttern ist strikt verboten

Ursprünglich bestand die Rotte im Wildpark aus zwölf Tieren, die aber aufgrund der Arbeiten im Gehege abgegeben werden mussten. Anfang des Jahres sei der letzte Eber ausgezogen, berichtet Bauhof-Chef Thomas Nebendahl, dem auch der Wildpark unterstellt ist. Eine Bache und ihre zwei Jungtiere sind jetzt noch übrig. Nach Absprache mit Kreisveterinärin Schwartau soll der Besatz aber künftig wieder einer Rottenstruktur entsprechen. Zumindest fünf bis sechs Tiere soll er umfassen. Für das nächste Frühjahr sei geplant, eine gedeckte Bache dazu zu holen, so Nebendahl

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Die Wildschweine sind im Wildpark, der über zahlreiche Wildtiere verfügt, stets "ein Besuchermagnet", hat Nebendahl beobachtet. "Besonders natürlich die Frischlinge." Manche Gäste mögen es schade finden, dass der Kontakt zwischen Tier und Mensch nun durch zwei Zäune noch eingegrenzter ist - doch der Seuchenschutz lässt es nicht anders zu. Häufig hätten Besucher Essen an die Tiere verfüttert, zum Beispiel Wurstbrote über den Zaun geworfen. Das ist strikt verboten und soll nun durch die Doppel-Zaun-Strategie besser unterbunden werden.

Gelände ist für große und kleine Besucher einsichtiger geworden

Dass der alte, außenliegende Bretterzaun nun weg ist zugunsten des neuen Doppelstabmattenzaunes, biete für die Besucher aber auch Vorteile, erklärt Nebendahl: "Das Gelände ist dadurch für große und kleine Besucher einsichtiger geworden. Der Blick geht jetzt auf die ganze Anlage." Mit großem Engagement bringen sich dabei auch die "Freunde des Schwentineparks" ein - der Förderverein, der unter anderem Spenden für den Park sammelt. Mit 3000 Euro wollen sich die Wildpark-Freunde am Umbau beteiligen. Das Gehege soll attraktiv sein, wünscht sich Nebendahl. Verschiedene Ideen gibt es dazu. Eine davon: Es soll eine Aussichtsplattform direkt vor dem Futterplatz der Tiere entstehen, um sie noch besser beobachten zu können. Hierfür Beim Umbau wurde auch die große Betonplatte erneuert, damit die Futterstelle dauerhaft befestigt ist und optimal gereinigt werden kann.

"Wir haben eine Riesenfläche geschaffen", ist Nebendahl zufrieden. Die 5000 Quadratmeter waren zuvor in verschiedene Bereiche aufgeteilt und von mehreren Zäunen getrennt gewesen. Zum Beispiel hatte es Abferkel-Hütten gegeben, wo Mütter mit Frischlingen vor männlichen Tieren ihre Ruhe haben sollten. Diese Hütten sind abgebaut. Noch ist übrigens viel frisches Grün im Gehege zu sehen, "das werden die Wildschweine aber bald platt machen", befürchtet Nebendahl mit einem Augenzwinkern.

Woher kommen die Sonnenblumen?

Warum am Rand übrigens so auffällig viele Sonnenblumen sprießen, kann er auch erklären: "Wir haben die nicht angepflanzt und haben erst gerätselt, woher die kommen." Nun ist aber klar: Verantwortlich dafür sind die Schweine. Sie bekommen im Wildpark oft Brot und Brötchen mit Sonnenblumenkernen als Futter - durch ihre Ausscheidungen gelangten die Kerne als Samen in den Boden. Nun haben sie ihr eigenes Sonnenblumenbeet. Zu besichtigen von Montag bis Sonntag von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Der Eintritt in den Schwentinepark ist frei. Parkplätze gibt es entweder am Freibad, Jahnstraße 1, oder am Fernsichtweg 4.

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