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Plön Die Herrin der Hochlandrinder
Lokales Plön Die Herrin der Hochlandrinder
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07:32 08.07.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Tierpflegerin Andrea Griebel kennt die Tiere im Wildpark alle mit Namen, auch ihre Schottischen Hochlandrinder. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Schwentinental

Alles hört auf ihr Kommando: Wenn Andrea Griebel kurz vor Mittag mit ihrem großen Leckerli-Eimer voller Brötchen, Möhrchen und Apfelstücken durch den Schwentinepark läuft, dann kommen sie alle – Rinder, Ziegen, Schafe, Esel, Ponys, Schweine, Hühner, Kaninchen, Lamas, Meerschweinchen, zutrauliches Rotwild und Damwild und alles, was da noch so kreucht und fleucht. Andrea Griebel ist Teamleiterin im Wildpark, die 31-Jährige ist ausgebildete Tierpflegerin. Mit drei festangestellten Kollegen und zurzeit drei Helfern macht sie in dem 40 Hektar großen Park jeden Tag klar Schiff. Nicht nur die insgesamt rund 400 Tiere halten sie auf Trab, sondern auch die Instandhaltung der Gehege und Außenanlagen.

Schottische Hochlandrinder, nicht zu verwechseln mit Galloways

„Langweilig wird uns nie, hier gibt es immer was zu tun“, sagt die junge Frau, die seit jeher tierbegeistert ist. „Schon als Kind habe ich zu Hause auf dem Hof geholfen und um 4 Uhr morgens Kühe gemolken“, erzählt sie, während ihr Ruf einmal quer über die Weide schallt: „Susi, komm doch mal her!“ Und Susi kommt. Ziemlich schnell sogar für eine schwere Dame mit fast 600 Kilogramm Gewicht auf den Rippen. Nebenher trottet ihr Nachwuchs Holger. Beide sind echte Highlands – Schottische Hochlandrinder.

Hier gibt es viele Tiere zu sehen - der Eintritt ist kostenlos.

Nicht zu verwechseln mit den ebenfalls bekannten Galloways, erklärt die Tierpflegerin. Die sehen zwar genauso aus, aber nur die Highlands haben Hörner. Kälbchen Holger ist kaum zwei Monate alt, aber schon ziemlich kräftig. „Er kam am 10. Mai zur Welt, da haben wir ihn gleich nach unserem Kollegen Holger benannt, der hat an dem Tag nämlich Geburtstag“, verrät Griebel lachend. Fünf Hochland-Ladys haben zurzeit fünf Kälbchen. Die Blicke der vielen großen und kleinen Tagesbesucher im Wildpark sind den zotteligen Rindern sicher. 

Besonders süß: die Mini-Shettys

Um 7 Uhr morgens beginnt für Andrea Griebel die Arbeit. Nach einer Lagebesprechung geht es auf große Futterrunde und auf Kontrollgang durch den ganzen Park. Zu essen gibt es für fast alle Tiere das Gleiche: eine Grundmischung aus Schafpellets, Hafer und Mais; von einem Supermarkt gespendetes Brot und Gemüse kommt noch dazu. Manches Pony mit besonderem Energiehaushalt wird auch mal mit speziellem Pferdemüsli gefüttert. „Ponys sind am pflegeintensivsten, ihre Huf- und Fellpflege braucht viel Zeit“, weiß Griebel.

Aber sie sind ja auch besonders süß! Vor allem die Mini-Shettys, eine noch kleinere und knuffigere Ausgabe der ohnehin schon kleinen Shetlandponys. Mit ihren kurzen, aber stämmigen Beinen traben sie neugierig durchs Gehege. Nur: „Zum Reiten sind sie generell nicht geeignet“, sagt Griebel. Aber Kraft haben die kompakten Klein-Pferde massig. Sie könnten zum Beispiel Pflüge oder Kutschen ziehen. Müssen sie hier im Schwentinepark aber nicht – Glück gehabt.

"Ist die Ziege schwanger?"

Hier dürfen sie sich ausgiebig streicheln lassen. Füttern mit selbst mitgebrachtem Futter ist aber streng verboten. „Als das bis vor drei Jahren noch erlaubt war, hatten wir wirklich viele kranke Tiere“, erinnert sich Andrea Griebel an Ponys mit Koliken und Schafe mit Bauchschmerzen. Daher das Fütterungsverbot. „Es geht ums Tierwohl“, setzt Griebel auf das Verständnis der Besucher. Aber niemand muss traurig sein: Sieben Automaten mit offiziellen, parkeigenen Futterschachteln sind im Wildpark aufgestellt. Wer die kauft, kann damit alle Tiere füttern. Dankbare Abnehmer sind vor allem die scheinbar unersättlichen Ziegen. Sie gehören wohl für alle Kinder zu den Highlights im Park.

Ihre dicken Kugelbäuchlein ziehen regelmäßig eine bestimmte Frage nach sich: „Ist die Ziege schwanger?“ Doch Griebel verneint das oft – die stattlichsten Bäuche haben übrigens meist die männlichen Ziegen, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Ob sie sich mit Möhrchen zu den Kaninchen hockt, Schafe rasiert oder Ziegen die Klauen schneidet, für die Tierpflegerin zählt eigentlich nur eines:Tiere sagen einem, was sie von einem denken. Ob sie sich freuen oder dankbar sind. Das finde ich gut!“ Wunderbar zu sehen an Rinder-Dame Susi und Kälbchen Holger: Sie strahlen, wenn es Brötchen gibt...

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