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Plön "Ich traue mir zu, Brücken zu bauen"
Lokales Plön "Ich traue mir zu, Brücken zu bauen"
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15:24 02.01.2020
Von Sibylle Haberstumpf
Susanne Elbert (53) will ins Rathaus von Schwentinental. Als Kandidatin der Grünen rechnet sie sich gute Chancen für die Bürgermeisterwahl am 8. März aus. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Schwentinental

Susanne Elbert wohnt in Grabensee in der Gemeinde Martensrade, rund zehn Kilometer liegen zwischen ihrem Haus und dem Rathaus am Theodor-Storm-Platz. Und dort möchte sie hin, auf den Chefsessel. Einstimmig hat der Schwentinentaler Ortsverband der Grünen sie jetzt als Kandidatin für das hohe Amt nominiert.

Bürgermeisterin – ja, sie traue sich den Job zu, sagt Susanne Elbert überzeugt. Immerhin müssen 130 Mitarbeiter vom hauptamtlichen Verwaltungschef geführt werden. Doch mit Personalpolitik kenne sie sich aus, meint die Juristin, die in Münster studiert hat. Ein gutes Betriebsklima zu gestalten, sodass Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen, sei ihr wichtig.

Keine Angst vor Grabenkämpfen in Schwentinental

Offen und unvoreingenommen begegne sie Menschen, wolle stets „einen positiven Gesprächsfaden knüpfen, um konstruktive Lösungen zu finden“. Selber die Initiative zu ergreifen und für die Grünen in Schwentinental ins Rennen zu gehen, habe sie für sich beschlossen, als sie in den Kieler Nachrichten von der Kandidatensuche erfuhr.

Vor Grabenkämpfen fürchtet sie sich nicht. Sie verspricht schon jetzt: „Mein Stil als Bürgermeisterin wäre, keine Parteipolitik zu machen, sondern um die besten Ideen zu ringen – parteiübergreifend.“ Sie will zusammenführen. „Ich traue mir zu, Brücken zu bauen. Nicht nur zwischen den Ortsteilen, sondern auch zwischen den Menschen.“ Die Grüne ist bisher die fünfte Kandidatin, die sich für den Posten des Bürgermeisters bewirbt - und die erste mit einer Parteizugehörigkeit. Alle anderen Bewerber sind parteilos, so wie Amtsinhaber Michael Stremlau, der aus Altersgründen nicht erneut antritt. Bis zum 13. Januar kann man sich noch im Rathaus bewerben.

Schwentinental, eine "Stadt mit zwei Seelen"

Ideen hat Elbert auch schon. Die Stadt habe zum Beispiel ein „tolles Naturpotenzial“, das genutzt werden sollte. Mehr Schienenverkehr wünscht sie sich außerdem. „Da müssen wir ran.“ Auch der Bahnhof sollte lebendiger werden; ein zentraler Ort, an dem man sich gerne aufhält.

Schwentinental ist eine Stadt mit zwei Seelen“, meint sie. Die dörfliche Geborgenheit einerseits, die städtischen Potenziale andererseits. Die gelte es zu nutzen. Fördermittel will Elbert auch konsequent einwerben, um eine Steigerung der Lebensqualität zu erreichen. Das müsse auch sein, denn "mit 27 Millionen Euro Schulden lassen sich sonst keine großen Sprünge machen", gibt sie die kritische Haushaltslage der Stadt zu bedenken.

Terminen, die sie auf ihrer Webseite susanneelbert.com veröffentlicht.

Steckbrief

Name: Susanne Elbert

Geburtsdatum: 29. Juni 1966

Geburtsort: Münster

Wohnort: Grabensee (Gemeinde Martensrade)

Familienstand: verheiratet seit 24 Jahren

Kinder: drei Stiefkinder (33, 35, 38 Jahre alt)

Berufserfahrung: Jura-Studium in Münster, Referendariat in Kiel, Rechtsanwältin, Schwerpunkt Wirtschaftsjuristin, Beratung von Unternehmen

Hobbys: Sport (Ausdauer, Fitness, Reiten), Theater, Natur, Haustiere (Hund, Pferd)

Kommunalpolitikerin im Kreistag

Obwohl sie nicht in der Stadt lebt, ist sie ihr bestens vertraut. „Ich fahre hierher zum Einkaufen, zum Baumarkt, in den wunderbaren Schwentinepark“, erzählt Elbert. „Mein Friseur ist hier – und sogar mein Hundefriseur.“ In ihrer Freizeit macht sie Fitness- und Ausdauersport, reitet, liest, geht gerne ins Theater, durchforstet mit ihrem Hund die Natur.

Grünen-Mitglied ist sie seit 2012, zog bei der Kommunalwahl 2018 über ihren Listenplatz in den Kreistag ein und leitet dort seit Kurzem den Umweltausschuss. Das Amt übernahm sie von Parteifreund Dennis Mihlan, der im Zuge der "Leserbriefaffäre" zurückgetreten war. Bei der Bundestagswahl 2017 trat sie als grüne Direktkandidatin für den Kreis Plön an und erhielt neun Prozent der Stimmen.

Schon immer Interesse an Politik und gesellschaftlichen Fragen

„Ich hatte schon immer Interesse an Politik und an gesellschaftlichen Fragen“, sagt die 53-Jährige. Mitreden wollte sie auch schon früh: Als Schülerin der katholischen Marienschule in Münster gründete sie die Schülerzeitung „Marienkäfer“. Sie erinnert sich heute schmunzelnd: „Das war ein bischöfliches Mädchengymnasium, und weil wir uns in den Artikeln auch mit kirchlichen Themen auseinandersetzten, mussten wir ständig bei der Schulleitung antreten und wurden ins Gebet genommen.“

Politische Vorbilder Robert Habeck und Monika Heinold

Wofür steht Susanne Elbert heute? Die Natur bewahren, auf die natürlichen Grundlagen achten, eine soziale und ökologische Marktwirtschaft stärken, offen miteinander umgehen – diese Positionen sind der Grünen wichtig. Als Vorbilder nennt sie Parteichef Robert Habeck oder die schleswig-holsteinische Finanzministerin Monika Heinold. „Sie gehen nie unter die Gürtellinie, ihr Politikstil ist positiv“, findet Elbert.

Ihr strahlendes Lachen wirkt ansteckend. Auf den Wahlkampf freut sie sich. „Wir haben vor, zu gewinnen“, sagt sie. Kennenlernen kann man sie bei mehreren

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