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Plön Hinter den Kulissen des Circus Monaco
Lokales Plön Hinter den Kulissen des Circus Monaco
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06:00 14.06.2019
Von Nadine Schättler
Mehr Hula Hoop geht nicht: Seiltänzerin Sara Schickler (32) bereitet sich auf die Show vor. Quelle: Nadine Schättler
Schwentinental

Seiltänzerin Sara Schickler (32) ist so etwas wie die Chefin vom Dienst, sobald der Circus Monaco seine Manege aufgebaut hat. Sie hat auf dem Reitplatz in Klausdorf, wo derzeit alle Wagen, Zelte und Tiere untergebracht sind, das Sagen. Die junge Mutter ist vormittags nicht nur für Mitarbeiter oder Pressebesucher da, sie kümmert sich auch um Kautionen für Strom und andere bürokratische Dinge, hilft bei den Tieren. Außerdem versorgt sie ihre zwei Mädchen, Darlyn (8) und Alicia (4), mit Frühstück, bringt die Große in die Schule, kauft ein, lässt die Waschmaschine laufen und kocht Mittagessen in ihrer offenen, modernen Küche im Wohnwagen. „Die Küche ist unser Herzstück. Das war mir wichtig“, erklärt Sara. Im Vorraum stehen allerhand Schuhe. Sandalen mit Glitzer für die Mädchen, praktische Botten für die Eltern. Wie in einem ganz normalen Familienflur. Daneben rumpelt der Trockner. Ihr Wohnwagen ist modern, schlicht eingerichtet und gemütlich. Mit einer großen Essecke und süßen Kinderfotos auf Leinwänden über der Anrichte.

Die Tochter besucht während des Gastspiels die Astrid-Lindgren-Schule

Während der Circus Monaco eine Woche lang in Schwentinental gastiert, besucht die achtjährige Darlyn die benachbarte Astrid-Lindgren-Grundschule mit den Lernmaterialien ihrer Stamm-Schule in Lüptheen bei Schwerin. Wie in jeder anderen Stadt auch. Immer wieder trifft sie neue Kinder und Lehrer. „Die Schüler wollen natürlich immer ganz viel von Darlyn wissen. Aber meine Tochter sagt nein, das geht alles vom Unterricht ab“, erzählt Sara und lacht. Sie selbst kennt es nicht anders. Sara Schickler kommt auch aus einer Zirkusfamilie und hat in den Circus Monaco eingeheiratet. „Früher hat man sich in den Schulen nie richtig gekümmert und uns meistens malen lassen. Bei Darlyn ist das zum Glück anders.“

Es wird für den Circus Monaco immer schwieriger, Plätze für die Tournee zu bekommen

Sara möchte, dass ihre Kinder einen guten Schulabschluss und eine Ausbildung machen können, wenn ihnen das Zirkusleben einmal zu viel werden sollte. Denn einfach ist es nicht. „Wir müssen uns zunehmend über die Zirkusverbände stark machen, denn wir spüren einfach, dass sich ein Teil der Allgemeinheit abwendet“, sagt die Seiltänzerin. Es werde immer schwieriger, Plätze für die Tournee zu bekommen. Auch die Plakatwerbung ist nicht überall erwünscht. Tierschutzorganisationen und (Hass-)Kommentare in sozialen Netzwerken erschweren das Zirkusleben. Dabei scheint es den Ponys, Eseln und Kamelen im Circus Monaco prächtig zu gehen. Auch das ungarische Steppenrind Kaja aus dem Nachlass einer Zirkusfamilie fühlt sich auf der großen Koppel offenbar wohl, die nach jeder Reise als erstes aufgebaut wird. In der Manege hat das Rind mit seinen langen Hörnern nur einen kurzen Auftritt. „Es läuft einen Kreis und macht nichts wirklich“, erklärt Sara. Das zahme Tier hört sogar auf seinen Namen. Wenn es nicht gerade frisst.

Sara Schickler möchte das Zirkusleben nicht missen

Trotz aller Schwierigkeiten möchte Sara Schickler mit ihrer Familie das Zirkusleben mit Clowns, Feuerspuckern und den notwendigsten Dingen auf kleinem Raum nicht missen. „Man braucht das alles einfach: den Auf- und Abbau, das Training, die Shows mit den Kostümen.“ Außerdem sieht sie nicht nur ihre eigene Branche im Wandel. „Es ist zwar schwieriger für uns geworden. Aber für wen ist es das nicht?“, meint sie im Hinblick auf Arbeitnehmer mit Zeitverträgen oder Niedriglohn. Die Manege bietet ihr einen großen Vorteil: „Wenn am Ende Licht und Musik stimmen und das Publikum begeistert ist, dann ist das toll.“

Ihr großes Idol ist übrigens der Zirkus Charles Knie. Für die beiden Töchter ist das die eigene Mama.

Hier sehen Sie Impressionen vom Circus Monaco in Schwentinental.

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