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Plön Portalkran entgeht dem Abriss
Lokales Plön Portalkran entgeht dem Abriss
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08:39 07.11.2019
Von Sibylle Haberstumpf
Ein Industriedenkmal, das Schwentinental erhalten bleiben soll: der Portalkran von 1928 an der Bahnhofstraße. Die Lokalpolitik spricht sich dafür aus, ihn zu sanieren - allerdings darf das nicht mehr als 10.000 Euro kosten. Quelle: Sibylle Haberstumpf
Schwentinental

Da der Metallbau in keinem ansehnlichen Zustand mehr ist, war die Lokalpolitik gefragt. Im Finanzausschuss wurden jetzt die Weichen gestellt: Die Stadtvertreter haben sich für eine Sanierung ausgesprochen. Damit entgeht die historische Krananlage, die ursprünglich auf einem Verladegleis für die umliegende Region eingesetzt wurde, dem Abriss. Oder wie es im Beamtendeutsch heißt: dem Rückbau. Dieser würde knapp 3000 Euro kosten, hatte die Verwaltung vorab kalkuliert – den Abbau der Fundamente oder mögliche Aufschüttungen noch nicht eingerechnet. 

Summe von 10.000 Euro abzüglich Spenden als Deckel

Das Dilemma aus Stadtsicht machte Bürgermeister Michael Stremlau deutlich, der den Bau einerseits als klar erhaltenswert einstuft, aber auch sagt: „Auf der anderen Seite ist es doch mit erheblichen Kosten verbunden ist, diesen Portalkran zu behalten. Die Frage ist also: Wollen wir uns das leisten angesichts der Haushaltslage?“ Der Haushalt für 2020 wird erst im Dezember in der Stadtverwaltung öffentlich mit allen Zahlen diskutiert – doch ausgeglichen wird er, soviel ist schon klar, nicht sein. Für die Sanierung des Krans hatte die Stadt im Vorfeld gleich mehrere Preisanfragen eingeholt. Für Entrostung, Anstrich und eine Oberflächenversiegelung ergab sich dabei, so Stremlau, „eine sehr große Preisspanne zwischen etwa 73.500 Euro und etwa 10.000 Euro.“ 

Die Summe von 10 000 Euro klopfte der Finanzausschuss nun auch als Deckel fest – mehr darf die Sanierung also nicht kosten. Das Gute daran: Es haben sich mehrere Sponsoren angekündigt, die den Erhalt des Portalkrans finanziell und mit Sachspenden unterstützen wollen, etwa die Kulturstiftung Allianz oder der Schleswig-Holsteinische Heimatbund in Raisdorf. Ein privater Spender will sogar 5000 Euro geben. Auf die Stadt kämen abzüglich der Spenden also weniger als 10.000 zu – mit Blick auf die fast 3000 Euro, die der Abriss kosten würde, ein guter Deal. Der Beschluss fiel einstimmig aus.

Portalkran ist im Kreis Plön einmalig

Der Portalkran stehe für Erinnerungskultur – auf seinen Wert als Industriedenkmal hatte Rudi Hahn, früherer Büroleiter der Gemeinde Raisdorf, bereits im März öffentlich hingewiesen. Aus seiner Sicht gibt es nur noch wenige alte Bauwerke im Stadtgebiet, die an die Bahngeschichte erinnern. Der Portalkran zeige als historische Ladestraße, dass Raisdorf in den 1950er-Jahren einen wichtigen Bahn-Verkehrsknotenpunkt darstellte. Hahn will nun auch den Text für eine Infotafel schreiben, die am sanierten Kran angebracht werden soll.

In einer Stellungnahme der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Plön heißt es, einen „besonderen Denkmalwert“ habe das Landesamt für Denkmalpflege dem Bauwerk zwar nicht zuerkannt. Trotzdem habe der „im Kreis Plön einmalige Portalkran zweifellos als Sehenswürdigkeit seinen festen Platz im Raisdorfer Ortsbild und damit in der öffentlichen Wahrnehmung.“

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